Ausbildung: 40 Prozent der Lehrstellen nicht ...
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40 Prozent der Lehrstellen nicht besetzt

IMAGO / Blickwinkel
Ausbildung: Immer weniger Lehrstellen sind besetzt
Ausbildung: Immer weniger Lehrstellen sind besetzt

Für das Ausbildungsjahr 2021/22 haben 17 Prozent der ausbildungsberechtigten Betriebe in Deutschland weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen als vor der Coronakrise im Ausbildungsjahr 2019/20. Das zeigt eine repräsentative Betriebsbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Rund 50 Prozent der betroffenen Unternehmen geben demnach an, dass fehlende Bewerbungen der Hauptgrund dafür sind, dass Lehrstellen unbesetzt bleiben. Vor allem kleine Betriebe sind betroffen. 31 Prozent der Befragten berichten von einem Mangel an geeigneten Bewerbungen. Hiervon sind insbesondere größere Unternehmen betroffen.

Insgesamt haben 36 Prozent der ausbildungsberechtigten Betriebe für das Ausbildungsjahr 2021/22 Lehrstellen angeboten, doch konnten nur 61 Prozent dieser Betriebe tatsächlich auch Ausbildungsplätze besetzen. Der Anteil unbesetzter Lehrstellen bei allen Berufsgruppen liegt mit 49 Prozent in kleineren Betrieben deutlich über dem entsprechenden Anteil in größeren Betrieben, wo er rund 30 Prozent beträgt. Insgesamt konnten rund 40 Prozent der Lehrstellen nicht besetzt werden.

"Betrachtet man die einzelnen Branchen, tun sich vor allem das Baugewerbe, aber auch der Groß- und Einzelhandel schwer, ihre Ausbildungsstellen zu besetzen", teilt das IAB mit. Im Baugewerbe seien 60 Prozent der Lehrstellen unbesetzt, im Groß- und Einzelhandel etwa 43 Prozent. Im Dienstleistungsbereich - darunter auch das Gastgewerbe - sind noch 37 Prozent der Ausbildungsplätze frei.

Corona hat mit der Misere nur bedingt zu tun: Bereits seit einigen Jahren sinkt die Zahl der Ausbildungsplatzsuchenden aufgrund der demografischen Entwicklung und der zunehmenden Neigung junger Menschen, ein Studium einer betrieblichen oder schulischen Ausbildung vorzuziehen. Dieser Trend habe sich während der Covid-19-Krise allerdings verschärft.

"Denn zum einen sind viele Angebote der Berufsorientierung und Praktika weggefallen, die für die jungen Erwachsenen eine große Rolle bei der Suche nach einem betrieblichen Ausbildungsplatz spielen. Zum anderen neigen viele Jugendliche dazu, angesichts der hohen Unsicherheit über die künftige Entwicklung der Krise länger im Schulsystem zu bleiben oder Bildungs- oder Ausbildungswege jenseits der Lehre einzuschlagen", so das Fazit des IAB.

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