Ernährungsreport 2021: Gesund, lecker und imm...
Ernährungsreport 2021

Gesund, lecker und immer öfter fleischlos

IMAGO / Jürgen Heinrich
Präsentieren den Ernährungsreport: Julia Klöckner und Prof. Manfred Güllner
Präsentieren den Ernährungsreport: Julia Klöckner und Prof. Manfred Güllner

Guter Geschmack ist Trumpf. Doch Essen soll auch gesund sein. Zu diesem Ergebnis kommt der Ernährungsreport 2021 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Gemeinsam mit Forsa-Chef Prof. Manfred Güllner hat Bundesministerin Julia Klöckner die jährlichen Umfrageergebnisse nun vorgestellt.

1000 Menschen in Deutschland hat das Forschungsinstitut Forsa für den Ernährungsreport im Auftrag des Bundesernährungsministeriums befragt – und einige erhebliche Veränderungen im Corona-Jahr 1 aufgedeckt. Die Menschen kochen wieder mehr, essen weniger Wurst und Fleisch und achten bei der Wahl ihrer Lebensmittel zunehmend auf Bio-Qualität und Umweltschutz.

Gemüse statt Fleisch

Die neue und alte Prio Nummer 1 ist der Geschmack. 99 Prozent der Umfrageteilnehmer muss es vor allem gut schmecken. Welch eine Frage? Jedoch geben auch 91 Prozent an, dass ihr "täglich Brot" gesund sein sollte. Dazu passt, dass drei Viertel laut eigenen Angaben täglich Obst und Gemüse verzehren. An zweiter Stelle (64 %) stehen Joghurt, Käse und Co – je älter die Befragten, desto mehr.

Um 8 Prozent ist der Fleisch- und Wurstkonsum seit 2015 gesunken. 26 Prozent gaben an, diese täglich oder mehrmals zu essen. Alternativen zu tierischen Produkten nehmen acht Prozent der Befragten nach eigenen Angaben mindestens einmal täglich zu sich. Passend zu dieser Entwicklung ist der Anteil der Vegetarier und Veganer gewachsen: 10 bzw. 2 Prozent der Menschen in Deutschland gaben an, sich vegetarisch oder vegan zu ernähren.

Regional und artgerecht

Besonders wichtig ist Verbrauchern in Deutschland die regionale Herkunft ihrer Lebensmittel:

1. Obst und Gemüse (85 %)
2. Brot und Backwaren (83 %)
3. Fleisch und Wurst (78 %)
4. Milchprodukte (71 %)

Mit 86 Prozent ist Verbrauchern das Tierwohl etwa genauso wichtig wie die regionale Herkunft. Drei Viertel (73 %) erwarten von der Landwirtschaft eine artgerechte Tierhaltung. Vor allem unter den 14- bis 29-Jährigen ist der Zustimmungswert hier um 13 Prozent gestiegen. Zudem legt über die Hälfte der Verbraucher Wert auf Klima- und Umweltschutz bei der Produktion ihrer Lebensmittel. Seit der letzten Erhebung stieg dieser Wert von 52 auf nun 57 Prozent. Dazu gehört, dass sich mehr Menschen für vegetarische und vegane Alternativ-Produkte interessieren – 71 Prozent aus Neugier, 59 Prozent aus Tier- und 54 Prozent aus Klimaschutzgründen.

Trend zum Kochen daheim

Wer vermehrt zuhause arbeitet, kocht auch mehr selbst. Die Forsa-Umfrage hat ergeben, dass über die Hälfte (52 %) der Befragten täglich zuhause kocht – und zwar mit Spaß daran (77 %). Im Report 2020 kochten nur 39 Prozent täglich. Vor allem bei den Jüngeren ist ein deutlicher Anstieg von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen.

Um 9 Prozent gestiegen ist laut Ernährungsreport das Vertrauen der Konsumenten in die Sicherheit ihrer Lebensmittel: 83 Prozent vertrauen voll und ganz bzw. eher auf deren Sicherheit. Wichtig sind dabei transparente Informationsmöglichkeiten, die etwa in Siegeln gesehen werden. So gaben 44 Prozent der Befragten an, dass sie den Nutri-Score beim Einkauf schon einmal auf einer Produktpackung wahrgenommen haben. Ein Drittel (33 %) dieser Gruppe hat Produkte innerhalb einer Produktgruppe anhand des Nutri-Score miteinander verglichen, bei 45 Prozent von ihnen hat der Nutri-Score die Kaufentscheidung schon einmal beeinflusst. 

Noch wichtiger sind jedoch Siegel zur Herkunft der Lebensmittel: 68 Prozent der Befragten achten auf das Regionalfenster, 64 Prozent auf das Biosiegel. An dritter Stelle mit 57 Prozent steht fairer Handel. 


Dieser Text erschien zuerst auf www.food-service.de.

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