Coronakrise: Dramatische Lage bei Tim Mälzer
Coronakrise

Dramatische Lage bei Tim Mälzer

Philipp Rathmer
Spricht Klartext: Der Gastronom und TV-Koch Tim Mälzer
Spricht Klartext: Der Gastronom und TV-Koch Tim Mälzer

Dem Hamburger Top-Gastronom Tim Mälzer platzt die Hutschnur - die Politik solle ihren Ankündigungen endlich Taten folgen lassen und die Finanzhilfen auszahlen.

Bisher seien bei ihm lediglich 10.000 Euro als Vorauszahlung und ein Förderpaket für einen Frankfurter Betrieb am Flughafen ausgezahlt worden.

Ähnlich wie ihm geht es den meisten Gastronomie-Betrieben in Deutschland. Von den angekündigten Novemberhilfen sind bislang lediglich geringe Abschlagszahlungen überwiesen worden. Doch die Fixkosten wie etwa die Miete laufen gnadenlos weiter. Auch Mälzer, der sein Restaurant bis März geschlossen hat und kürzlich noch sagte, in der Hamburger "Bullerei" keinen Mitarbeiter entlassen zu müssen, wird so nach eigenen Worten nicht ewig durchhalten können.

Aus Mälzers näherem Umfeld ist zu vernehmen, dass es ihn wie viele andere Gastronomen enorm ärgert, dass "Politiker die ganze Zeit erzählen, was sie so alles tun und schaffen und leisten", während gleichzeitig vieles davon nicht ankommt. Oder schlimmer noch, an der Sache absolut vorbei ginge.

„So langsam wird die Luft wirklich, wirklich eng", sagte Mälzer jetzt auf einem virtuellen Neujahrsempfang. Die Konten seien bereits leer geräumt, die Reserven aufgebraucht. Auf die angekündigten Hilfszahlungen der Regierung wartet er wie viele andere Gastrokollegen händeringend. Es sei jetzt so langsam an der Zeit, Worten Taten folgen zu lassen, meinte er.

Bereits Mitte Dezember engagierte sich der TV-Koch zusammen mit 40 weiteren Großgastronomen und warnte in einem Brandbrief an die Kanzlerin vor Insolvenzen in der Gastronomie: "Die Gastronomie befindet sich seit Wochen im Lockdown. Noch immer sind die versprochenen Novemberhilfen ungeklärt, geschweige denn ausgezahlt", schrieb er damals... Die Politik bricht ihr Versprechen, die Gastronomen für den aktuellen Lockdown zu entschädigen. Der öffentliche Eindruck, die Gastronomie werde für die Schließung großzügig entschädigt, trügt!

Dieser Text erschien zuerst auf www.food-service.de.

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