Kreativ durch die Krise: Drive-in-Konzepte ko...
Kreativ durch die Krise

Drive-in-Konzepte kommen an

Restaurant
Bleibt aktiv: Pamela Krabbe hat ein Drive-in-Geschäft in ihrem Restaurant in Neustadt eingerichtet
Bleibt aktiv: Pamela Krabbe hat ein Drive-in-Geschäft in ihrem Restaurant in Neustadt eingerichtet

Das Grandhotel Hessischer Hof in Frankfurt startet einen Wein-Drive-In. Und in Neustadt/Holstein stehen bei Krabbes Fischrestaurant besondere Burger auf der Abhol-Karte.

Wein zum Mitnehmen: Das Grandhotel Hessischer Hof in Frankfurt
Hotel
Wein zum Mitnehmen: Das Grandhotel Hessischer Hof in Frankfurt


FRANKFURT/M. Bisher brachte man Drive-in-Angebote eher mit Fastfood in Verbindung. In Corona-Zeiten hat diese Variante einige Vorteile. Gastronomen nutzen das, um weiter Geschäft zu machen und für ihre Gäste wenigstens mit Abstand da zu sein.

Das Grandhotel Hessischer Hof nutzt seine zentrale Lage in der Bankenmetropole und ermöglicht seinen Gästen und den Kennern guter Weine einen besonderen Service: Hessens erster Wein-Drive-In ist eröffnet. Als Bacchus-Counter ist das Angebot diese Woche Mittwoch und Donnerstag, dann ab dem 7. Mai jeweils donnerstags zwischen 15 und 18 Uhr geöffnet.

Tropfen vom eigenen Weingut

„Wir bieten sowohl unsere 2017er Premiumweine Dachsfilet und Steckenpferd als auch Rosé und Riesling Sekt, Kabinett Royal, Johannisberger und Winkeler Ortswein, Riesling-Auswahlen, Weißburgunder, Scheurebe und Rosé an“, erklärt Dominik Ritz, General Manager des Hauses. Alle Weine stammen vom eigenen Weingut Prinz von Hessen in Geisenheim / Rheingau.

Einfach zum Haupteingang des Hotels fahren, bestellen und die Weine werden in den Kofferraum gelegt. Vorbestellen kann man natürlich auch. „Bezahlt wird kontaktlos mit EC- oder Kreditkarte – wer mag“, so Ritz. Bargeld sei aber auch möglich. Sämtliche notwendigen Hygienemaßnahmen und regelmäßige Desinfektionen sind sichergestellt. Dem heimischen, gepflegten Abend auf der Terrasse, dem Balkon oder im Wohnzimmer steht so nichts entgegen.

Pamela Krabbe, Inhaberin des gleichnamigen Fischrestaurants in Neustadt/Holstein, hat viel um die Ohren und einige Sorgen in Zeiten von Corona. Aber den Kopf hängen lassen ist für die couragierte Unternehmerin keine Option. Sie muss harte Entscheidungen treffen. Von ihren sieben Angestellten musste sie sechs in Kurzarbeit schicken. Auf ihren Küchenchef kann die Restaurantinhaberin nicht verzichten. Mit ihm und ihrer Familie will sie einen Minimalbetrieb aufrechterhalten.

Geräucherter statt frischer Fisch

Das Restaurant bietet nun für seine Kunden einen Abholservice an. Ganz neu eingerichtet wird ein Lieferdienst. Um das realisieren zu können, müssen auch Frau Krabbes Ehemann und ihr Sohn mithelfen. Die Speisekarte wurde radikal gekürzt und die Preise um bis zu 30 Prozent gesenkt. Um die Kosten für den Wareneinsatz so gering wie möglich zu halten, wird geräucherter anstatt frischer Fisch verarbeitet. Der hält sich länger und kann flexibel verarbeitet werden.

Das Fenster von der Küche zum Hof wurde zum Drive-In umfunktioniert. Eine Idee, die schon oft im Spaß geäußert wurde, wird nun in der Praxis getestet. Eine Plexiglasscheibe ist kurzerhand installiert worden und schützt so Gastronomen und Abholer gleichermaßen. Die Kunden können ihr Essen direkt im Auto entgegennehmen. Mit einem leckeren Angebot an Speisen in gewohnter Qualität will das Restaurant Krabbes auch in Zeiten von Social Distancing für seine Kunden da sein. Pamela Krabbe liegt viel daran weiterzumachen, so hofft sie im Gespräch zu bleiben und nach der Krise ihre sechs anderen Angestellten schnellstmöglich wieder an Bord zu holen. red/beh

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