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"Es gibt viel zu tun, fangen wir mit dem Essen an"

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Haben Spaß: Schiller-Patron Burkhard Schork (links) mit dem Buchautor, Koch und Landwirt Franz Keller
Haben Spaß: Schiller-Patron Burkhard Schork (links) mit dem Buchautor, Koch und Landwirt Franz Keller

Franz Keller, ehemaliger Sternekoch und Gastronom, hat im Romantik Hotel Friedrich von Schiller in Bietigheim-Bissingen aus seinem neuen Buch "Ab in die Küche" gelesen.

BIETIGHEIM-BISSINGEN. Franz Keller blickt auf ein reiches und bewegtes Leben als Koch und Gastronom zurück, aus dem er für seine Bücher schöpft. Nach dem Besteller "Vom Einfachen das Beste" ist in diesem März "Ab in die Küche" erschienen (beide im Westend Verlag).

Kellers Thema ist "Das richtige Essen". Massentierhaltung  und Lebensmittelindustrie sind dem meinungsstarken Autor ein Graus. Gegen sie schreibt er mit Verve an ("Die sparen am Produkt und maximieren den Profit"). Keller macht sich stark für frische und gute Lebensmittel und betont die Wichtigkeit einer lebendigen Esskultur. "Gutes Essen hat eine positive Wirkung auf die Zwischenmenschlichkeit."

Letztere, findet Keller, gerät heute immer mehr in Bedrängnis:"Wie die Esskultur scheint auch der Humanismus in der Gesellschaft zu verkümmern."  Beides will er stärken. Dafür schreibt er, dafür ist er heute achtsamer Viehzüchter auf seinem Hof im Taunus. Die Adlerwirtschaft in Hattenheim (Rheingau), die Keller als Gastronom weithin bekannt gemacht hat, betreibt mittlerweile sein Sohn.

Die Lesung im Hotel Friedrich von Schiller wurde umrahmt von einem kleinen Menü aus der Küche von Patron Burkhard Schork, der Kellers Haltung teilt und ihm seit Jahrzehnten freundschaftlich verbunden ist. Die Weine kamen aus dem Weingut Franz Keller im Kaiserstuhl. Dessen Inhaber ist DFB-Präsident Fritz Keller, der auch das Gasthaus Schwarzer Adler in Oberbergen betreibt und Franz' jüngerer Bruder ist. Die rund 20 Gäste in der Weinstube des Hotels haben das kulinarisch-literarische Event auch unter Corona-Einschränkungen genossen. Franz Keller: "Ich freue mich, dass es weitergeht. Wir dürfen gutes Essen und Geselligkeit nicht vergessen."
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