Gestorben: Gastronom Klaus Trebes ist tot
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Gastronom Klaus Trebes ist tot

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Frankfurts Gastronomie hat eine ihrer schillerndsten Persönlichkeiten verloren: Klaus Trebes vom Gargantua ist mit 64 Jahren gestorben.

Klaus Trebes: Er bezeichnete sich selbst als "bunter Hund und Ex-68er mit Edel-Restaurant"
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Klaus Trebes: Er bezeichnete sich selbst als "bunter Hund und Ex-68er mit Edel-Restaurant"
FRANKFURT. Klaus Trebes ist tot. Der Patron des Gargantua in Frankfurt am Main ist am 2. Mai im Alter von 64 Jahren verstorben. Erst im vergangenen Herbst hatte Trebes mit seiner Frau Monika Winterstein und zehn Mitarbeitern einen Neuanfang an neuem Standort im Bürokomplex Die Welle gewagt.

Revoluzzer & Kochkünstler

Mit Klaus Trebes verliert die Frankfurter Gastronomie eine ihrer schillerndsten Persönlichkeiten. Geboren im Frankenwald, war er Benediktiner-Klosterschüler und schon als Junge am Kochen interessiert. Das mütterliche Erbe - „sie war eine große Köchin“ - machte Trebes jedoch erst im zweiten Anlauf zum Beruf.

Der studierte Jurist, der sich selbst gern als „bunter Hund und Ex-68er mit Edel-Restaurant“ bezeichnete, begann als Revolutionär und Straßenkämpfer in Frankfurt. In Szenekreisen wurden schon damals seine Kochkünste gerühmt, was 1984 in die Eröffnung seines ersten Restaurants im Frankfurter Studentenviertel Bockenheim mündete.

Sein Restaurant, das später ins feine Westend umzog, benannte Trebes nach dem Riesen Gargantua, der sich durch übermäßigen Hunger und ungeheuren Durst ausgezeichnet. Dieser Name war in Frankfurts erstem Szene-Restaurant mit ambitionierter Küche Konzept und Programm: Beim Autodidakten Klaus Trebes schlossen die einstigen Häuserkämpfer um Daniel Cohn-Bendit und Joschka Fischer Bekanntschaft mit gehobener Esskultur, feinen Weinen und mediterraner Lebensart.

Vorreiter im Internet

Über die Jahre hatte sich Trebes enormes Fachwissen erworben, über das er in Büchern und Kolumnen in Zeitungen und Magazinen schrieb. Als einer der ersten deutschen Gastronomen tummelte sich Klaus Trebes mit einer eigenen Gargantua-Webseite bereits seit 1996 im Internet. Der gebürtige Franke war enorm vielseitig, stand auch einige Jahre auf der Bühne und spielte dem Publikum mit der Sponti-Theatertruppe "Szenen aus der Szene" vor.

Klaus Trebes war schon länger herzkrank. Nach seinem Tod wird seine Witwe Monika Winterstein-Trebes das operative Geschäft im Gargantua weiterführen.

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