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Exit-Strategien

Initiative #restartGastro meldet erste Teilerfolge

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Keine Öffnung, keine Umsätze: Die Initiative #restartGastro macht darauf aufmerksam, dass Betriebe, die geschlossen haben, gar keine Mehrwertsteuer abführen - weder 7 noch 19 Prozent
Keine Öffnung, keine Umsätze: Die Initiative #restartGastro macht darauf aufmerksam, dass Betriebe, die geschlossen haben, gar keine Mehrwertsteuer abführen - weder 7 noch 19 Prozent

Das breite Bündnis aus Gastronomen fordert weiterhin einen achtsamen Neustart der Gastronomie in Deutschland. Die Mehrwertsteuer-Senkung wird begrüßt, die Online-Petition läuft weiter.

BERLIN. Die Online-Petition "Perspektive für einen achtsamen Neustart der Gastronomie" verzeichnet bereits nach einer Woche mehr als ein Drittel der erforderlichen Unterschriften. Knapp 19.000 Menschen haben bereits unterzeichnet, das entspricht 37 Prozent der laut Quorum angepeilten Unterschriften. Das teilt die Initiative #restartGastro mit, ein breites Bündnis aus Gastronomen und anderen Akteuren in der Foodbranche, die sich für einen Neustart der Branche nach dem Corona-bedingten Shutdown stark machen.

"Wer keine Umsätze macht, zahlt auch keine Mehrwertsteuern"#/ZITAT#

Weiteres positives Zwischenfazit: Drei Tage nach Versand des Offenen Briefes der Initiative an Bundeskanzlerin einigte sich die große Koalition in einer Sondersitzung bereits auf ein Teilziel der Petition, nämlich eine zeitlich befristete Steuerentlastung und senkt die Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie ab 1. Juli befristet bis zum 30. Juni 2021 auf 7 Prozent. Aber: "Die behutsame Öffnung der Gastronomiebetriebe unter Beachtung strenger Hygieneregeln bleibt aber die eigentliche Voraussetzung dafür, dass die Mehrwertsteuerreduzierung überhaupt eine Erleichterung für die Gastronomen schafft. Denn wer keine Umsätze macht, zahlt auch keine Mehrwertsteuern", sagt Marcus Schwenke, Geschäftsführer des Grosshandelsverband Foodservice e.V., Berlin. Der Verband ist der Initiator der Petition.

Hygiene- und  Abstandskonzepte liegen auf dem Tisch

Die Allianz unter dem Hashtag #restartGastro ist inzwischen auf 250 Chefköche, Restaurantbesitzer und Unternehmen der Gastronomiebranche angewachsen, darunter auch Promi-Gastgeber und TV-Köche wie Tim Raue, Frank Rosin oder Tim Mälzer. Mit großer Hoffnung warten sie derzeit auf den 30. April, an dem Bund und Länder über das weitere Vorgehen in der Coronakrise und mögliche Lockerungen entscheiden wollen. "Dort sollte auch über ein Datum für eine schrittweise Öffnung gesprochen werden. Darauf wartet die gesamte Branche und alle Partner dahinter", sagt Marcus Schwenke. 

"Unter Anwendung dieser Konzepte kann eine sichere Wiedereröffnung der Gastronomie auf verantwortungsvolle Art und Weise ermöglicht werden"#/ZITAT#

Die Allianz #restartGastro unterstützt grundsätzlich das Bemühen der Bundes- und Landesregierungen, die Corona-Pandemie in Deutschland durch Maßnahmen der Kontaktreduzierung einzudämmen.  Allerdings habe die Branche bereits verschiedene Schutzkonzepte vorgelegt, die weit über 1,5 Meter-Abstandsregelungen zwischen Tischen und Begrenzung von zwei Personen bzw. Familien pro Tisch hinausgehen. Sie umfassen maßgeblich erweiterte Hygieneanforderungen für Räumlichkeiten, Gästekontakt, Geschirr und Utensilien und Küchenmitarbeiter sowie klare Regeln für den Publikumsverkehr für Service und Gäste. "Unter Anwendung dieser Konzepte kann eine sichere Wiedereröffnung der Gastronomie auf verantwortungsvolle Art und Weise ermöglicht werden", teilt Schwenke weiter mit. 

Hygiene an erster Stelle: So könnte Gastronomie ohne Ansteckungsgefahr funktionieren
Sergii/Colourbox.de
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Die bisher verabschiedeten Maßnahmen zur wirtschaftlichen Überbrückung der Corona-Krise würden allerdings, so die Petition für viele Gastronomen nicht ausreichen. Ein wirkungsvolles Instrument der Stabilisierung stellt nach Auffassung der Initiatoren eine Erweiterung der Soforthilfen durch einen Gastronomie-Rettungsfonds mit direkten Finanzhilfen dar. 

Vielfalt und Qualität des öffentlichen Lebens wieder aufblühen lassen

Abschließend formulieren die Unterzeichner einen Wunsch und ein Versprechen an die Bundeskanzlerin: "Wir wünschen uns, dass dieser Appell zu einem ehrlichen und offenen Dialog zu einer 'neuen Normalität' für die Gastronomie führt und damit die Vielfalt und Qualität unseres täglichen Lebens sukzessive wieder aufblühen lässt. Dies ist uns Herzensangelegenheit, für die wir uns alle mit voller Kraft einsetzen wollen. Auf unsere Unterstützung bei der Revitalisierung der Gastronomie in Deutschland können Sie, Frau Bundeskanzlerin, vollumfänglich zählen."

Gastronomen, aber auch alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, diesen Appell durch ihre Unterschrift unterstützen. Die Petition ist hier auf Openpetition zu finden. Unterstützer der Initiative können den #restartGastro in ihren sozialen Medien nutzen. red/rk

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