Interview: "Delivery ist die Zukunft"
Interview

"Delivery ist die Zukunft"

Domino’s
Als Schüler fuhr Stoffel Thijs bereits Pizza für Domino’s aus. Im August 2018 übernahm der Niederländer als CEO das Ruder der Company in Deutschland.
Als Schüler fuhr Stoffel Thijs bereits Pizza für Domino’s aus. Im August 2018 übernahm der Niederländer als CEO das Ruder der Company in Deutschland.

Delivery ist das Brot- und Buttergeschäft der Marke Domino’s. Die klare Ausrichtung auf das Liefergeschäft bescherte dem Unternehmen 2020 in Deutschland ein Plus von 23 Prozent. Geholfen hat auch der enorme Vorsprung in puncto Digitalisierung. „Schon zu Beginn der Pandemie waren wir voll digitalisiert“, so CEO Stoffel Thijs.


Domino’s ist eines der wenigen Foodservice-Unternehmen, die nicht nur ohne Schaden, sondern sogar mit großem Umsatzwachstum durch das vergangene Jahr gekommen sind – dank der klaren Ausrichtung auf Delivery. Welche Konsequenzen hatte die Pandemie für Domino’s?
Natürlich standen auch wir vor Herausforderungen. Die erste und wichtigste davon war für uns: Keeping our people safe. Für die Marke Domino’s arbeiten in Deutschland mehr als 10.000 Menschen. Deren Sicherheit wollten wir gewährleisten und gleichzeitig unsere Betriebe offenhalten. Dafür haben wir beispielsweise die kontaktlose Lieferung etabliert. Zudem war es gar nicht einfach, die Lieferlogistik aufrechtzuerhalten, also alle Produkte in time in den Läden zu haben. Aber auch das haben wir geschafft.

Waren die Stores denn von Covid-19-Ausbrüchen betroffen?
Es gab einige wenige Quarantänefälle. Wir haben immer nach der Devise ‚Better safe than sorry‘ gehandelt und in solchen Fällen lieber die Stores geschlossen, als die Menschen einem Risiko auszusetzen.

Viele Gastro-Unternehmen haben das Thema Digitalisierung erst während der Krise angepackt. Domino’s bezeichnet sich gar als Tech-Unternehmen, das Pizza ausliefert. Haben Sie dennoch weitere Digitalisierungsschritte ausgeführt?
Tatsächlich waren wir bereits vollständig digitalisiert, als die Corona-Pandemie in Deutschland ankam. Wir führen stetig neue Innovationen zur Plattform ein. Dieses Jahr werden wir eine neue App vorstellen und eine neue Webseite launchen. Die App wird noch intuitiver sein als die aktuelle und die Geschwindigkeit des Bestellprozesses wird sich beschleunigen.

Worauf basiert die Umsatzsteigerung des vergangenen Jahres?
Die Umsatzsteigerung ist Delivery-getrieben. Das Liefergeschäft hat bei Domino’s Deutschland einen Umsatzanteil von 85 Prozent, unser Bread & Butter-Business ist Delivery. Die Core User sind 18 bis 35 Jahre alt. In dieser Zielgruppe haben wir eine hohe Markenbekanntheit. Trotzdem gilt ihr nicht unser einziges Augenmerk. Gerade in der Corona-Zeit haben wir auch ältere Kunden gewonnen, die vielleicht mehr Angst hatten rauszugehen. Verloren haben wir dagegen bei den Abholern. Das sind in der Regel Menschen, die im Büro arbeiten und sich mittags ihre Pizza holen. Aufgrund von Homeoffice ist das weniger geworden.

Wie hat sich das Nutzerverhalten während der Pandemie verändert?
Grundsätzlich gab es für Domino’s keinerlei bahnbrechende Veränderungen. Unsere Kunden waren schon online und sind immer noch online. Wir haben allerdings viele neue Kunden dazugewonnen. Der Durchschnittsbon ist gestiegen, die Bestellfrequenz dagegen hat sich nicht stark geändert. Konstanz auch beim Bestseller: das ist noch immer Salami. Bei der Produktwahl gab es keine großen Corona-bedingten Bewegungen. Den Trend hin zur vegetarischen Ernährung gab es auch schon vor Corona. Für uns ist auch immer klar: Wir sind eine Pizza Company und wir wollen uns nicht als Health Company positionieren. Aber wir wollen auch nicht ungesund sein. Daran arbeiten wir permanent. Beispielsweise durch die Reduktion des Salzgehalts oder die Einführung veganer Optionen. Hand in Hand damit geht unser Bekenntnis zur Corporate Social Responsibility. So haben wir uns dem Better Chicken Commitment angeschlossen und zuletzt der ‚Vier Pfoten Atlas Challenge‘.

Das Interview führte Charlotte Holzhäuser.

Das komplette Interview gibt es hier: https://www.food-service.de/service/paywall/foodservice/

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