Trauerfall: Joël Robuchon ist gestorben
Trauerfall

Joël Robuchon ist gestorben

Restaurant/Archiv
Einer der ganz Großen: Joël Robuchon kochte in der allerersten Liga
Einer der ganz Großen: Joël Robuchon kochte in der allerersten Liga

Der französische Spitzenkoch verstarb am Montag im Alter von 73 Jahren. Er gehörte zu den Wegbereitern der Nouvelle Cuisine.

GENF. Er war einer der wenigen, die die Auszeichnung "Koch des Jahrhunderts" verliehen bekommen hatten: Joël Robuchon gilt als einer der ganz Großen der kochenden Zunft. Jetzt ist der französische Starkoch im Alter von 73 Jahren in Genf einem Krebsleiden erlegen.

Joël Robuchon galt als einer der Wegbereiter der Nouvelle Cuisine. Legendär waren nicht nur seine Trüffel- und Kaviargerichte, sondern etwa auch sein Kartoffelpüree. Mit seinen Restaurants hat der aus Westfrankreich stammende Gastronom nach Angaben seines Unternehmens weltweit die meisten Sterne (32) im Guide Michelin. In Paris trägt unter anderem das 2-Sterne-Haus L'Atélier de Joël Robuchon - St.Germain seinen Namen. 

Aufsehen erregte Robouchon, als er sich Mitte der der 1990er-Jahre in den Ruhestand verabschiedete. Kurz zuvor hatte er für sein zweites Pariser Restaurant Joël Robuchon drei Michelin-Sterne erhalten. Zehn Jahre zuvor war ihm das mit dem Restaurant Jamin bereits schon einmal gelungen.

Kurz nach der Jahrtausendwende kehrte Robuchon jedoch fuliminant zurück in die Gourmetgastromie und eröffnete mehrere Restaurants rund um den Erdball.

Vom Gault Millau wurde Robuchon einst zum  "Koch des Jahrhunderts" ausgezeichnet. Diese höchste Würdigung wurde außer ihm bisher nur Paul Bocuse, Frédy Girardet und Eckart Witzigmann zuteil. rk/hz

Untenstehend eine Würdigung des Stuttgarter Gastronomen Günther "Obi" Oberkamm, der mit seiner Frau Sabine das Bistro Augustenstüble im Stuttgarter Westen betreibt. Obi ist ein Fan und ausgewiesener Kenner der großen französischen Köche.

Wir alle stehen auf den Schultern von Riesen, und Robuchon war gewiss einer von jenen, an die man sich noch lange erinnern wird.

Robuchon war nicht nur unser Vorbild seit Langem sondern stand auch Pate bei der Entscheidung, der Sterneküche den Rücken zu kehren und uns den einfacheren Gerichten der bürgerlichen Küche Frankreichs zuzuwenden (Robuchon hat der ländlichen Küche in jedem seiner Restaurants Respekt gezollt).

Als die Nouvelle Cuisine die 1970er- und 1980er-Jahre beherrschte, machte er, nach eigenen Aussagen, genau das Gegenteil. Er scherte sich nicht darum, wieviel Sahne oder Butter in einem Gericht verarbeitet wird, wichtig allein, dass es dem Gericht angemessen ist. Und wer sein geniales „Purée de Pommes de Terre à la Robuchon“ einmal kosten durfte, wird wissen, dass, wenn Molekular-Küche, Nordic Cuisine und all der andere Unfug schon längst verschwunden sein werden, der unnachahmliche Glanz dieses buttergesättigten Purées immer noch strahlen wird.

Hoffen wir, dass seine beiden Atelier de Joel Robuchon in Paris, vor allem jenes in der Rue de Montalembert im 7. Bezirk, noch lange erhalten bleiben werden: Entspannter kann man Sterneküche nicht genießen!

Adieu, Monsieur le Grand Chef!

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