Rauchverbot: Kleingastronomie leidet unter Ra...
Rauchverbot

Kleingastronomie leidet unter Rauchverbot

Seit einem Jahr darf in Bayerns Kneipen nicht mehr geraucht werden. Eine Studie belegt jetzt, dass das Gesetz den Umsatz schmälert.

MÜNCHEN. Zwei Drittel der bayerischen Kleingastronomen verzeichnet seit dem Inkrafttreten des absoluten Rauchverbots vor einem Jahr Umsatzrückgänge. Das zeigt eine Studie, die das Münchner Institut für Marktforschung (MIFM) erstellt hat.

Demnach verzeichnen kleine, getränkegeprägte Gastronomiebetriebe fast ein Drittel weniger Gäste. Zudem sinke die Verweildauer: Fast zwei Drittel der Gäste blieben weniger lange. Unter den betroffenen Gastronomen hat bereits ein Drittel schon einmal darüber nachgedacht, den Betrieb zu schließen.

Gastronomen hoffen auf kritische Prüfung des Gesetzes

Die Studie basiert auf einer Auswertung von 410 Interviews mit Betreibern von Lokalen, die unter dem Begriff Kleingastronomie eingeordnet werden. Dazu gehören die Segmente Bar/Lounge, Bistro, Coffee Shop, Disco/Club, Gaststätte und Kneipe. Auftraggeber der Untersuchung waren der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Bayern, der Verein zum Erhalt der Bayerischen Wirtshauskultur (VEBWK) und Bürger für Freiheit und Toleranz (BFT).

„Wir sehen in den Ergebnissen eine Bestätigung, dass mit dem bayerischen Rauchverbot eine falsche Wirkung erzielt wurde“, sagt Bodo Meinsen, Vorsitzender BFT. „Hier wurde auf dem Rücken der Kleingastronomie eine Strategie umgesetzt, die eigentlich andere Ziele verfolgt.“ Die Politik täte gut daran, das Gesetz nach einem Jahr noch einmal auf den Prüfstand zu heben, so Meinsen.

Vor allem kleine Wirtshäuser leiden unter Rauchverbot

Auch Angela Inselkammer, Vizepräsidentin des DEHOGA Bayern, weist darauf hin, dass vor allem die kleinen Wirtshäuser vom Rauchverbot wirtschaftlich betroffen sind. Das Wirtshaussterben werde dadurch noch verschärft. Bereits jetzt verfügen mehr als 500 Gemeinden in Bayern über keine gastronomische Einrichtung mehr. Das bleibt nicht ohne Folgen: „Mit Kneipen und Wirtshäusern verschwinden Einrichtungen mit hohem sozialem und kulturellem Stellenwert aus Städten und Gemeinden“, so Inselkammer. „Sie besitzen eine wichtige Funktion als inner- und zwischenörtliches Kommunikationszemtrum.“

Inselkammer weist jedoch daraufhin, dass nicht alle Mitgliedsbetriebe des DEHOGA Bayern wirtschaftlich unter dem absoluten Rauchverbot leiden. Viele Speiselokale und Hotels könnten gut mit dem neuen Gesetz leben.

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