Lieferengpässe: CANtine-Chef Wilfried Denk: "...
Lieferengpässe

CANtine-Chef Wilfried Denk: "In fast allen Bereichen steigen die Preise"

finkbeiner
Wilfried Denk: "Es wird noch wichtiger, Lieferanten als Partner zu sehen und in der Region einzukaufen."
Wilfried Denk: "Es wird noch wichtiger, Lieferanten als Partner zu sehen und in der Region einzukaufen."

Die Coronakrise fordert Hersteller und Händler extrem. Produkte werden knapp und teurer. Im Rahmen unserer Serie "Lieferketten im Krisenmodus" sprachen wir mit Wilfried Denk, Geschäftsleitung CANtine – Made by Traube Tonbach, über die aktuelle Lage.

Spüren Sie bereits Knappheit bei bestimmten Produkten – und welche sind das?
Bei manchen Zutaten ist es spürbar. Jedoch kommt uns zugute, dass wir für unsere CANtine fast ausschließlich Frischlebensmittel von regionalen Partner und Direktlieferanten nutzen. Wir sehen hier die positive Zusammenarbeit auch in schwierigen Zeiten.

Wie wirkt sich das aus (z.B. höhere Preise beim Einkauf, Lieferstopp etc.)?
Im Moment steigen fast in allen Bereichen die Preise. Besonders zu bemerken ist das auch bei den Molkereiprodukten oder alkoholischen Getränken wie Noilly Prat & Portwein, die wir teilweise für den Ansatz von unseren hausgemachten Saucen nutzen. Mit Lieferstopps haben wir im Moment nur geringe Probleme, eher mit gestiegenen Lieferzeiten wie zB. bei Reinigungsmitteln.

„Der Markt wird sich weiterhin verändern und die Preise sicher noch steigen.“
Wilfried Denk

Wie reagieren Sie?
Möglichst kreativ und flexibel. Glücklicherweise arbeiten wir auf Augenhöhe mit unseren Erzeugern und haben einen guten Lieferantenpool, aus dem wir schöpfen können. Da wir viel mit regionalen Produzenten arbeiten, können wir uns fortwährend und schnell mit ihnen abstimmen. Zudem kochen bei uns nur gut ausgebildete Köche, die unsere Gerichte oder einzelne Rezepturen bei Bedarf an das verfügbare Warenangebot anpassen können. So lässt sich gemeinsam so mancher Engpass gut umgehen, ohne das der Genuss leidet. 

Nehmen Sie etwa bestimmte Gerichte von der Karte?
In unseren CANtine Mitarbeiterrestaurants können wir flexibel reagieren, da wir keine festgelegten Speisekarten weit im Vorfeld haben. Wir kochen saisonal und orientieren uns mit immer neuen Gerichten am Warenangebot unserer Lieferanten. 

Kalkulieren Sie neu? Erhöhen Sie die Preise?
Unser Warenwirtschaftsprogramm für die CANtine berücksichtigt natürlich auch Marktentwicklungen und wir versuchen unsere Kalkulation ständig zu optimieren. Die Verkaufspreise definieren wir gemeinsam mit unserem Auftraggeber Vector. Oberste Prämisse für unseren Kunden ist, dass die Mitarbeiterverpflegung zum Wohle des eigenen Teams gestaltet wird, weswegen das Kantinenangebot bezuschusst wird. 

Wie lautet Ihre Prognose, was die Zukunft betrifft?
Der Markt wird sich weiterhin verändern und die Preise sicher noch steigen, wodurch spezielle Lebensmittel dauerhaft knapp werden können. Hinzu kommen enorm gestiegene Transport-, Energie- und Logistikkosten. Aber auch neue Ernährungstrends und das Konsumverhalten der Kunden in Pandemiezeiten beeinflussen die zukünftige Marktentwicklung. Es wird noch wichtiger, Lieferanten als Partner zu sehen und in der Region einzukaufen. Auch wird es noch mehr um Saisonalität und flexible Angebotsgestaltung gehen.

Über CANtine
Das Kantinenkonzept für das IT-Unternehmen Vector Informatik GmbH wird durch die 2016 gegründete Finkbeiner Kantinen GmbH & Co.KG betrieben. Vector entwickelt Softwarewerkzeuge und -komponenten für die Vernetzung in elektronischen Systemen, u.a. auf CAN-basierten Protokollen. Hieraus leitet sich auch der Name CANtine für das firmeneigene Mitarbeiterrestaurant ab. Der Stammsitz des Unternehmens ist in Stuttgart, weitere Niederlassungen sind in Braunschweig, Hamburg, München, Regensburg und Karlsruhe. Dazu kommen Auslandstöchter in Brasilien, China, Frankreich, Italien, England, Indien, Japan, Korea, Österreich, Schweden und USA auch die Vector Consulting Services GmbH, ein Beratungsunternehmen zur Optimierung der technischen Produktentwicklung.

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