Gastbeitrag: Mehr Durchblick!
Gastbeitrag

Mehr Durchblick!

Unternehmen
Trendkenner: Nicolas Alexandre Talon
Trendkenner: Nicolas Alexandre Talon

Wie lokalisiert man Entwicklungen und Tendenzen mit Potenzial? Darüber schreibt Nicolas Alexandre Talon, CEO des Unternehmens Mint Hospitality, Düsseldorf.

An einem Tag gibt es ein Croissant und einen Donut – separat. Am nächsten Tag soll es ein Cronut sein, die Kombination aus beidem. Wann eigentlich haben Croissant und Donut zueinander gefunden? Es scheint, als ob viele Foodtrends binnen kürzester Zeit aus dem Boden schießen. Vom Sushi-Burrito bis zum besagten Cronut spiegeln sich die Trends rund ums Essen und Trinken auch in der Gastronomie wider.

Viele Unternehmen haben große Erfolge erzielt, indem sie diese Trends genutzt haben. Aber: Wenn man die aktuellen Entwicklungen und Neuigkeiten betrachtet, die in den Medien dargestellt und mitunter gehypt werden, ist es leicht, sich im Labyrinth der Trends zu verlieren – und dabei zu übersehen, was Potenzial hat und was nicht. Einige Foodtrends kommen und gehen auch genauso schnell wieder, andere verankern sich dauerhaft und fordern die Umsetzung in Restaurants. Wie erkennt man also Trends, die Zukunft haben?

Rätselraten wird es immer geben

Fest steht: Einige Food- und Kulinarik-Trends etablieren sich eher zufällig. Andere Trends lassen sich mit ein wenig Wissenschaft vorhersagen – etwa, wenn demografische oder gesellschaftliche Entwicklungen ins Spiel kommen. Es bleibt aber stets ein gewisses Rätselraten – auch was den Brennwert betrifft. Einige Empfehlungen können dabei helfen, kommende Trends zu lokalisieren.

Industrie-Newsletter abonnieren: Der Gastronomie steht eine Menge an Know-how und Informationen zur Verfügung. Gerade im Bereich der Lebensmittelherstellung und -Industrie wird intensiv an Neuem gearbeitet. Die Ressourcen dafür sind vorhanden. Es lohnt sich, dies mitzuverfolgen.

Social Media: Wer auf Social-Media-Kanälen mitmischt, bekommt einen Einblick in das, was auf dem Vormarsch ist. Ein guter Ansatzpunkt kann es sein, Hashtags wie #drinktrends, #restauranttrends oder #foodtrends zu folgen und so einen Überblick darüber zu erhalten, was gerade im Gange ist. Achten Sie darauf, dass Sie auch den Food-Influencern in Ihrer Nähe und in den wichtigsten Regionen und Metropolen folgen. Beides bietet wertvolle Einblicke in neue Trends.

Comebacks haben gute Chancen

Zurückblicken: Das Tolle an Trends ist ihre Wiederholung – man kennt das aus der Modewelt. Vielleicht haben Sie dieses Mal einen Foodtrend verpasst oder er hat nicht zu ihrem aktuellen Konzept gepasst. Halten Sie fest, welche Trends es in der Vergangenheit gab! Die Chancen stehen gut, dass es ein Comeback geben wird.

In Daten eintauchen: Foodtrends, die in der Foodindustrie und anderweitig umgesetzt werden sollen, müssen eine sogenannten „Vetting“-Prozess durchlaufen. Trendforscher schlüsseln die Trends auf, kategorisieren und gewichten diese. Andere Experten analysieren Trends vor dem Hintergrund konjunktureller, wirtschaftlicher und demografischer Entwicklungen. Es kann interessant sein, diese Daten zu studieren.

Den Konsumenten, den Gast, den Markt verstehen: Die wichtigsten Kauf- und Konsumargumente sorgen für Dynamik auf den Lebensmittelmärkten und darüber hinaus. So sind beispielsweise Gesundheit und Wellness derzeit wichtige Aspekte. Ein steigender Anteil der Bevölkerung, der eine gesündere Lebensweise anstrebt, beeinflusst und verändert die Nachfrage nach Lebensmitteln mit zusätzlichen Nährstoffen, niedrigerem Kaloriengehalt und funktionalen Eigenschaften.

In den letzten Jahren haben wir mehrere vermeintlich „große Trends“ erlebt, die Erfolgsaussichten versprachen, am Ende aber sehr kurzlebig und folglich überbewertet waren. Demnach sollte der Fokus nicht darauf liegen, Trends zu lokalisieren oder herauszuarbeiten, sondern vielmehr darauf, Dinge mit Potenzial zu identifizieren, die bereits vorhanden sind. Letztlich werden Sie nicht in der Lage sein Vorhersagen zu treffen, aber Sie sollten – mit Hilfe der genannten Empfehlungen – eine klarere Vorstellung davon bekommen, wohin Sie sich bewegen möchten. Am Ende des Tages hat der Konsument und Gast die Kontrolle darüber, welche Trends sich wirklich durchsetzen.

Den Dingen auf den Grund gehen

Gastronomen sollten sich beispielsweise anschauen, was andere tun, die mit Neuem erfolgreich sind – gerade in den Großstädten. Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, der Sache auf den Grund zu gehen und darauf basierend eigene Dinge zu entwickeln. Beratung durch Branchenexperten, Medienbeobachtung, die Nutzung von Fachliteratur aller Art können dabei helfen, einen Trend zu erkennen und das dahinter stehende Konsumverhalten zu verstehen.

Am Ende sucht jeder nach der nächsten großen Sache. Aber: Bevor Sie alles stehen und liegen lassen, sollten Sie sich ein wenig Zeit nehmen, um zu beurteilen, ob dies der Branchentrend ist, auf den Sie wirklich aufspringen möchten.

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