Streik: NGG kritisiert Verhalten von Starbuck...
Streik

NGG kritisiert Verhalten von Starbucks

Starbucks
Versucht sich gegen drohende Streiks zu wappnen: Das Unternehmen Starbucks. Dafür wird es von der NGG kritisiert.
Versucht sich gegen drohende Streiks zu wappnen: Das Unternehmen Starbucks. Dafür wird es von der NGG kritisiert.

Um die Auswirkungen des Streiks im eigenen Unternehmen abzufedern, sucht Starbucks innerhalb der EU nach Ersatzpersonal. Ein entsprechendes Schreiben liegt der Gewerkschaft vor.

BERLIN. Guido Zeitler, Verhandlungsführer in der Tarifrunde für die Systemgastronomie, betont: „Das ist ein klarer Aufruf zum Streikbruch. Aus Profitgier versucht ein Global Player Menschen gegeneinander auszuspielen und sich unsolidarisch zu verhalten. Wir werden den Druck erhöhen.“

Stein des Anstoßes ist ein Aufruf der Starbucks-Kette an freiwillige Partner, das Unternehmen im Falle eines Streiks zu unterstützen. Nach eigenen Angaben liegt der Gewerkschaft Nahrung Gaststätten Genuss (NGG) ein entsprechendes Schreiben vor, das sich an potenzielle Mitarbeiter mit grundlegenden deutschen Sprachkenntnissen und EU-Reisepass richtet. In Aussicht gestellt wird eine Entlohnung nach dem gesetzlichen Mindestlohn von 8,84 Euro pro Stunde plus Spesen.

Zeitler zeigt sich empört: Mit dieser Riesen-Sauerei gieße das Management Öl ins Feuer. Die Wut auf die Arbeitgeber werde so weiter gesteigert. "Nicht nur die bei Starbucks Beschäftigten werden noch entschlossener für ihre berechtigten Forderungen nach einer fairen Bezahlung kämpfen“, ist sich Zeitler sicher.

Nachdem der Bundesverband der Systemgastronomie (BdS) auch in der dritten Tarifverhandlung Ende Januar nur eine geringfügige Lohnerhöhung vorgelegt hatte, die monatlich 5,07 Euro brutto über dem gesetzlichen Mindestlohn für die Beschäftigten in der untersten Tarifgruppe liegt, rief die Gewerkschaft NGG zu bundesweiten Aktionen und Warnstreiks aufgerufen. Guido Zeitler kündigt an, dass die NGG den Druck auf die Unternehmen weiter erhöhen und ohne Ankündigung zu unterschiedlichsten Zeiten die Welle von Warnstreiks bundesweit fortsetzen werde.

Die Gewerkschaft NGG verhandelt mit dem BdS für rund 100.000 Beschäftigte in den Unternehmen McDonald’s, Burger King, Starbucks, Nordsee, Kentucky Fried Chicken, Pizza Hut, Autogrill und weitere. Die NGG fordert eine Erhöhung der Löhne um mindestens sechs Prozent und eine überproportionale Anhebung der untersten Tarifgruppe. red/lef

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