Oktoberfest-Urteil: Festzeltwirtin gewinnt ge...
Oktoberfest-Urteil

Festzeltwirtin gewinnt gegen Online-Händler

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Sieg für die Gastronomie: Eine Eventagentur, die online unter anderem Tischreservierungen für die „Ochsenbraterei“, einem Festzelt auf dem Münchner Oktoberfest, zu deutlich überhöhten Preisen verkauft, muss dies ab sofort unterlassen. Das hat das Landgericht München I jetzt entschieden (Az. 3 HK O 5593/20).

Die beklagte Eventagentur wurde dazu verurteilt, den Verkauf von Tickets der Festzelt-Wirtin einzustellen. Außerdem muss das Portal seine Bezugsquellen preisgeben und über den Umfang der Verkäufe informieren. Auch muss es die vorgerichtlichen Rechtsanwaltskosten der Klägerin übernehmen. Zudem stellte das Gericht die grundsätzliche Verpflichtung der beklagten Agentur zur Zahlung von Schadensersatz fest.

Begründung des Gerichts: Das Angebot der Eventagentur sei irreführend und verstoße gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, da die Beklagte ihren Kunden tatsächlich keinen rechtswirksamen Anspruch auf eine Reservierung gegenüber der Klägerin verschaffen könne. Denn die Klägerin verbiete in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen wirksam unter anderem die Veräußerung der Tischreservierungen an kommerzielle Weiterverkäufer und stelle in diesen auch klar, dass sie nicht verpflichtet sei, diesen Kunden derart erworbene Tischreservierungen zur Verfügung zu stellen, so die Richter.

Zum Hintergrund: Die Beklagte ist eine Eventagentur mit Sitz in München und Chemnitz und betreibt die Internetseite "tischreservierung-Oktoberfest.de". Über die Internetseite werden Tischreservierungen auf dem Oktoberfest, unter anderem auch im Festzelt der Klägerin, vertrieben, welche die Agentur zuvor von den Inhabern entsprechender Reservierungen einkauft.

Während sich bei der Münchner Gastronomin die Tischreservierung - wegen des verpflichtenden Mindestverzehrs - auf maximal 400 Euro für einen Tisch mit 10 Personen beläuft, betrugen die Preise bei der Beklagten im Frühjahr des Jahres 2020 zwischen 1990 und 3299 Euro (nach der Absage des Oktoberfests 2020 wurden die Preise von der Webseite genommen).

Das Urteil des Münchner Landgerichts ist noch nicht rechtskräftig, und vermutlich werden sich noch weitere Instanzen mit dem Fall beschäftigen müssen.



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