Soziales Engagement: Für die Tafeln werden Sp...
Soziales Engagement

Für die Tafeln werden Spenden knapp

Foto: Monique Wüstenhagen | Tafel
Neue Waren.
Neue Waren.

Kein Einzelfall: Bei der Frankfurter Tafel sind die Lebensmittelspenden in den vergangenen Wochen um 80 Prozent zurückgegangen. Auch die Nürnberger Tafel schlägt Alarm.

 Angesichts neuer Herausforderungen benötigen Tafeln dringend Lebensmittelspenden. Die Folgen des Krieges in der Ukraine werden schon jetzt bei den Tafeln sichtbar. Bundesweit unterstützen die Tafeln Geflüchtete aus der Ukraine bereits mit Lebensmitteln und Notfallpaketen. Auch die Leipziger Tafel hilft an ihren sechs Ausgabestellen seit Wochen ukrainischen Geflüchteten sowie andere hilfebedürftigen Menschen. 


Gleichzeitig wenden sich immer mehr Menschen an die Tafeln, die sich die gestiegenen Energie- und Lebensmittelkosten nicht mehr leisten können. Einen deutlichen Anstieg von Kunden verzeichnen die Tafeln in den bayerischen Großstädten seit Beginn des Ukraine-Kriegs. In Nürnberg haben sich bereits 1300 Geflüchtete für die wöchentliche Essensausgabe registriert. Die Zahl könnte nur in Nürnberg etwa auf 2500 zusätzliche Kunden steigen. 

In Leipzig gibt es eine Neugründung

 Die Initiative selbst nennt sich „Soforthilfe für Vertriebene aus der Ukraine“. Dort können Bürgerinnen und Bürger Lebensmittelspenden abgeben als Lebensmittelrationen für noch nicht registrierte Ukrainerinnen und Ukrainer als eine Erstversorgung für jene, die privat untergekommen sind. Es geht um eine Überbrückung, bis dann nach der Registerieung Anspruch auf Sozialleistungen besteht. Mit dem gemeinnützigen Verein Tafel, der Bedürftige mit Lebensmitteln versorgt, hängt die Aktion aber nicht zusammen. 

Weniger Lebensmittel zur Verfügung

 Zahlreiche Tafeln erhalten seit Jahresbeginn weniger Lebensmittel. Da Tafeln nur die Waren verteilen können, die sie gespendet bekommen, sind ihre Regale deutlich leerer. Das wird angesichts der steigenden Nachfrage zunehmend zum Problem. Jochen Brühl, Vorsitzender der Tafel Deutschland, appelliert an Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürger: „Bitte helfen Sie den Tafeln, wenn es Ihnen möglich ist. Starten Sie beispielsweise in Ihrer Firma eine Sammelaktion für haltbare Lebensmittel, die Sie zur Tafel in Ihrer Nähe bringen. Auch über die Unterstützung von Privatpersonen freuen wir uns sehr. Jede Packung Nudeln und jeder Euro helfen!“

Hinzu kommt, dass die Corona-Pandemie weiterhin die Arbeit der Helferinnen und Helfer erschwert. Schutzmaßnahmen sind aufwendig und kosten Geld, Helferinnen und Helfer befinden sich in Quarantäne oder pausieren ihr Engagement, um sich dem Ansteckungsrisiko nicht auszusetzen. „Wenden Sie sich an die Tafel in Ihrer Nähe und bietet Sie Ihre Hilfe an“, so Brühl. Die Kontaktdaten finden Interessierte unter www.tafel.de/tafel-suche.

Tafel Deutschland e.V. | Lebensmittel retten. Menschen helfen.

Die über 960 gemeinnützigen Tafeln in Deutschland sammeln einwandfreie, überschüssige Lebensmittel von Händlern und Herstellern und verteilen diese regelmäßig an mehr als 1,6 Millionen armutsbetroffene Menschen im ganzen Land. Damit schaffen sie eine Brücke zwischen Verschwendung und Armut. Mit rund 60.000 Ehrenamtlichen, die sich bei den Tafeln engagieren, sind die Tafeln eine der größten sozial-ökologischen Bewegungen in Deutschland. Organisiert sind die Tafeln im Dachverband Tafel Deutschland e.V.

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