Verbandspolitik: BDT fordert Fahrplan für den...
Verbandspolitik

BDT fordert Fahrplan für den Restart

Pixabay/Niek Verlaan
Seit einem Jahr ruhen die Turntables: "Die Club- und Discothekenszene ist in einer katastrophalen Ausnahmesituation", so der BDT
Seit einem Jahr ruhen die Turntables: "Die Club- und Discothekenszene ist in einer katastrophalen Ausnahmesituation", so der BDT

Die 1400 deutschen Clubs und Discotheken sind seit einem Jahr im Lockdown. Ein verantwortungsvoller Neustart ist laut  Bundesverband deutscher Discotheken und Tanzbetriebe (BDT) machbar. Ein Konzept sei bereits erarbeitet.

Nicht nur Gastronomie und Hotellerie, auch die 1400 Clubs und Diskotheken in Deutschland leiden unter der Corona-Pandemie. Seit Mitte März 2020 sind die Betriebe durchgehend geschlossen. „Seit einem Jahr befindet sich die Club- und Discothekenszene in einer katastrophalen Ausnahmesituation“, sagt Knut Walsleben, Präsident des Bundesverbandes deutscher Discotheken und Tanzbetriebe (BDT). Die Clubs und Discotheken seien die ersten Betriebe gewesen, die schließen mussten, und würden die letzten sein, die wieder öffnen dürfen. „Dieses wichtige Kulturgut mit einer riesigen Fangemeinde und über 60 Jahren Geschichte muss gerettet werden“, so der BDT-Präsident. Seine Forderung: Eine Ausweitung der Hilfsprogramme sowie deutlich mehr Tempo und Professionalität beim Impfen, Testen und bei der digitalen Kontaktverfolgung.

Verlängerung der Überbrückungshilfen unverzichtbar

Bei der Unterstützung mit Überbrückungshilfen durch den Staat müsse für die besonders betroffene Branche nachgelegt werden, so Walsleben weiter. „Die Discothekenbranche erbringt seit einem Jahr ein außerordentliches Sonderopfer zum Schutz der Bevölkerung. Damit die Clubs und Diskotheken eine Chance zum Überleben haben, ist eine Verbesserung und Verlängerung der staatlichen Überbrückungshilfen unverzichtbar.“

Notwendig sei zudem, dass die Clubs und Discotheken eine Öffnungsperspektive bekämen. „Die Branche ist nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung“, betont Walsleben. Die Menschen träfen sich ohnehin zu Hause, im schlecht belüfteten Wohnzimmer oder Partykeller ohne professionelles Hygienekonzept und ohne Datenerfassung. Dem könnten die Länder entgegenwirken, indem sie kontrolliert und stufenweise die Nachtgastronomie wiederhochfahren würden. Walsleben: „Ein verantwortungsvoller Neustart ist machbar.“ Dafür habe der BDT ein Konzept vorgelegt, das unter Berücksichtigung von Schnelltests, Schutz- und Hygienemaßnahmen, Lüftungstechniken und digitalem Kontaktmanagement Wege aus dem Dauer-Lockdown aufzeigt. „Wir wollen, wir können, wann dürfen wir öffnen?“, fragt Walsleben.

Entfristung der reduzierten Mehrwertsteuer gefordert

Neben mehr Unterstützung im Lockdown und einem Fahrplan für den Restart fordert der BDT-Präsident die Entfristung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes unter Einbeziehung der Getränke und des Eintrittsgeldes. „Die Mehrwertsteuersenkung würde den Clubbetreibern und Discothekenunternehmern ab dem ersten Tag der Öffnung schnell und unbürokratisch helfen, Umsatzverluste wenigstens etwas zu kompensieren und Kredite zu tilgen.“

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