Vytal in Bad Nauheim: Nachhaltig und zukunfts...
Vytal in Bad Nauheim

Nachhaltig und zukunftsfähig

Bad Nauheim
Sie plädieren in Bad Nauheim für das Mehrwegsystems Vytal : Matthias Wieliki (Fachbereichsleiter Zentrale Steuerung und Öffentlichkeitsarbeit), Guiliano Capo (Betreiber Da Capo), Yuge Lei (Referentin für Nachhaltigkeit und Klimaschutz) sowie Leylya Nurieva (Betreiberin Marktplatzgrill).
Sie plädieren in Bad Nauheim für das Mehrwegsystems Vytal : Matthias Wieliki (Fachbereichsleiter Zentrale Steuerung und Öffentlichkeitsarbeit), Guiliano Capo (Betreiber Da Capo), Yuge Lei (Referentin für Nachhaltigkeit und Klimaschutz) sowie Leylya Nurieva (Betreiberin Marktplatzgrill).

Bad Nauheim will die Müllberge verkleinern und Anwender von Einweggeschirr dabei unterstützen. Über eine städtische Förderung hat sie die Einführung eines Mehrweg-Systems auf den Weg gebracht: Die Entscheidung fiel für Vytal.

Die Stadt hat die Einführung des Systems von Vytal bis Ende November 2021 gefördert, und mit der Übernahme der Anmeldegebühr einen Anreiz geschaffen. "Zudem wollten wir die Umstellung für die Betriebe so einfach und kostenfrei wie möglich gestalten", sagt Yuge Lei, Referentin für Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Allen bis zu diesem Zeitpunkt angemeldeten Betrieben wird noch bis Ende Februar 2022 die Befüllgebühr erstattet. Diese liegt bei maximal 20 Cent pro ausgegebenem Behälter und wird nutzungsgenau abgerechnet.

Zurück in den Kreislauf

Gastronomen nutzen eine Partner-App mit drei Funktionen: Rücknahme, Ausgabe und Statistiken. Bei der Ausgabe der Speisen wird der individuelle QR-Code der jeweiligen Schale und des Gastes gescannt, zum Aus-Checken bei Rücknahme der Schale nur deren QR-Code. Die Funktion Statistiken zeigt, wie viele von welchen Behältnissen sich im Bestand befinden und wie viele bereits ausgegeben wurden. Auf diesem Weg lässt sich unkompliziert die Zahl der eingesparten Einwegverpackungen bemessen.

Aktuell nutzen 15 Gastronomie-Betriebe in Bad Nauheim das System, darunter ein Bio-Markt und eine Metzgerei. In städtischen Betrieben selbst ist es nicht im Einsatz, da es keine kommunale Essensausgabe gibt. Die Entscheidung für Vytal fiel bewusst. "Wir haben alle derzeitigen Anbieter auf dem Markt auf ihre Vor- und Nachteile geprüft. Das System von Vytal bietet das umfangreichste Sortiment unterschiedlicher Behältervarianten", begründet Yuge Lei die Wahl. Hinzukommt, dass das Vytal-System unkompliziert zu handhaben und überregional nutzbar ist.

Gebührenfrei für 14 Tage

Das Ganze ist für Endnutzer pfandfrei. Eine Leihgebühr wird erst fällig, wenn das Gefäß nicht innerhalb von 14 Tagen in einem der teilnehmenden Betriebe wieder dem Kreislauf zugeführt wird. Um das sicherzustellen werden vier Zahlungsvarianten abgefragt: Google Pay, PayPal, Sepa-Lastschriftverfahren sowie Kreditkarte.

Im App-Store auf dem Smartphone wird die Vytal App heruntergeladen, in der ein persönlicher QR-Code generiert wird, der beim Ausleihen mit dem QR-Code des Behälters verknüpft wird. Gästen gibt die App eine Übersicht ihrer ausgeliehenen Gefäße und erinnert sie auch an Rückgabefristen.

Wer kein Smartphone hat, kann das System aber offline über eine Mitgliedskarte nutzen. Sie ist für 10 Euro bei den teilnehmenden Betrieben erhältlich. Auf diesem Weg können zwei Vytal-Behältnisse gleichzeitig ausgeliehen werden. Nach deren Rückgabe ist eine weitere Ausleihe möglich.

Zahlen im Liveticker

Die Akzeptanz in der Praxis funktioniert laut Yuge Lei bereits gut: "Gäste, die die App noch nicht installiert haben, können sie vor Ort herunterladen. Zudem liegen in den teilnehmenden Betrieben Informationsbroschüren und -flyer aus." Zur Informationskampagne gehörten auch ein Stand auf dem Wochenmarkt Ende Oktober, Berichte in der örtlichen Presse sowie Social Media-Posts.

Seit Einführung des Systems im September 2021 bis zum 20. Dezember, exakt 12:50 Uhr, wurden in Bad Nauheimer Lokalen 1148 Vytal-Behälter ausgegeben. Auf der Homepage der Stadt zählt ein aggregierter Live-Ticker für alle transparent mit. Letztendlich stehe es Gastro-Betrieben frei, ein Mehrweg-System auszuwählen. Manche kombinieren eine eigene Pfand-Lösung mit Vytal, zum Beispiel Edelstahlbehälter für traditionelles indisches Essen (15 Euro Pfand) oder Glasbehälter für Pasta-Saucen (1 Euro Pfand). "Ein Betrieb, der zuvor Rebowl angeboten hat, ist nun auch auf Vytal umgestiegen", freut sich Yuge Lei.

Mehrweg wird mit der Novellierung des Verpackungsgesetzes (VerpackG) ab 2023 verpflichtend.

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