Gastrotrends: Wie sieht die Gastro-Branche na...
Gastrotrends

Wie sieht die Gastro-Branche nach Corona aus?

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Ran an den Kunden: Die Gastronomie muss sich mit Lieferung oder Abholung auseinandersetzen
Ran an den Kunden: Die Gastronomie muss sich mit Lieferung oder Abholung auseinandersetzen

Das Beratungsunternehmen McKinsey empfiehlt Restaurants in einer Analyse drei Ansätze, um unter den neuen Bedingungen zu bestehen.

STUTTGART. Die Branchenexperten des Beratungsunternehmens McKinsey haben das Gastgewerbe in Europa unter die Lupe genommen und dabei untersucht, wie sich Gastronomiebetriebe in Corona-Zeiten neu aufstellen müssen. Als drei Schlüsselelemente identifizieren die Autoren der Studie die Anpassung der Channel-Strategie, Menü-Optimierung und neue Geschäftsmodelle.

Digitale Kanäle stärker nutzen

Die Pandemie hat die Nutzung digitaler Kanäle durch die Verbraucher beschleunigt. Kontaktloses Bestellen und eine ebensolche Zustellung vermindern schließlich das Ansteckungsrisiko und sind auch praktisch, wenn etwa Kinder zu betreuen sind und Familienausflüge in der Supermarkt mit Maske nicht angesagt sind. Und es gilt: Daheimbleiben ist das neue Ausgehen. Daten des Lieferdienstes Deliveroo zeigen demnach, dass die Zahl der Bestellungen an Freitag- und Samstagabenden im Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten um mehr als ein Drittel zugelegt haben. Und sowohl im Homeoffice als auch bei der Arbeit im Büro ersetzen Lieferdienste oft die Kantine.

Die Berater gehen davon aus, dass Lieferdienste auch in Zukunft eine wichtigere Rolle spielen werden und sich Lokale entsprechend aufstellen müssen. Welche Variante – selbst liefern, Lieferportale nutzen, sich vielleicht sogar als reine Ghost Kitchen aufstellen – infrage kommt, hängt aber von vielen Faktoren ab. Auch Reservierungen sind seit Corona auf dem Vormarsch, sind die Kapazitäten in der Gastronomie doch durch Abstandsregeln häufig kleiner als zuvor. Auch die Verwendung von Daten für personalisierte Angebote ist laut McKinsey ein Weg, die Gastzufriedenheit zu verbessern und mehr Umsatz zu machen. Vor Ort nehmen Gäste gern digitale Bestellmöglichkeiten wahr und schätzen auch Sicherheitsmaßnahmen wie die Separierung einzelner Gruppen voneinander etwa per Plexiglasscheibe oder Separee.

Speisenangebot anpassen

Nachhaltigkeit und gesunde - oder jedenfalls als gesund empfundene - Ernährung sind Themen, die bleiben. Da die Lieferdienste jede Menge Daten über die Bestellungen erheben, können sie auch Restaurants weiterhelfen mit Informationen, was gerade verstärkt geordert wird. Und eine Umstellung auf Take-away erfordert auch, dass die Speisen gut transportierbar sein müssen, also auch eine Verpackungsform zu finden, bei der die Qualität erhalten bleibt.

Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis wird wohl an Bedeutung gewinnen, da viele Verbraucher aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit durch Corona oder ganz konkrete Einbußen beim Gehalt – etwa durch Kurzarbeit – sparen wollen. Auch wollen laut Umfragen viele Leute gern weiter mehr zu Hause kochen. Selbst diesen Trend könnten Lokale aufgreifen und eigene Kochboxen anbieten, empfehlen die Berater. Auch Abholmodelle wie Drive-In können helfen, veränderte Lebensgewohnheiten aufzugreifen. Es könnten sogar Standortwechsel nötig sein, etwa aus Bürogegenden in Wohngebiete, wenn der Trend zu Homeoffice bleiben sollte. Hier geht es zur Studie.  red/beh

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