Registrierkassen-Umstellung: Zulieferer schli...
Registrierkassen-Umstellung

Zulieferer schließen strategische Partnerschaft

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Taugt als Deko: Moderne Registrierkassen müssen dagegen mit einer Technischen Sicherheitseinrichtung aufwarten, um Steuerbetrug einen Riegel vorzuschieben
Taugt als Deko: Moderne Registrierkassen müssen dagegen mit einer Technischen Sicherheitseinrichtung aufwarten, um Steuerbetrug einen Riegel vorzuschieben

Die beiden Unternehmen Utimaco und A-Trust bieten künftig gemeinsam Technik für die Umsetzung der Kassensicherungsverordnung an.

AACHEN/BERLIN. Utimaco, ein Anbieter von IT-Sicherheitslösungen, und A-Trust Deutschland, ein Tochterunternehmen des österreichischen Marktführers bei der Umsetzung der dortigen Registrierkassensicherheitsverordnung, wollen zusammenarbeiten, um nun die Umsetzung der deutschen Kassensicherungsverordnung anzugehen. Aufbauend auf dem Crypto-Server CSPLight von Utimaco kann A-Trust seinen Kunden eine hochsichere Signaturlösung aus einer Hand anbieten, teilen die Unternehmen mit.

Handelsunternehmen und Registrierkassenhersteller müssten sich so nicht mit der komplexen technischen Implementierung von Kryptografie und Zertifikaten befassen. Verglichen mit einer lokalen (Token-)Lösung sinke zudem bei der Verwaltung vieler Kassen über eine zentrale Lösung der Installations- und Maintenance-Aufwand, und es komme zu Synergien bei Verwaltung, Betrieb, Monitoring und Datensicherung.

Fristverlängerung mit Bedingungen

Die Kassensicherungsverordnung des Finanzministeriums ist seit Anfang 2020 in Kraft. Mithilfe verbindlicher neuer Standards soll sie Steuerbetrug mit manipulierten Registrierkassen unterbinden. Zu diesem Zweck muss ab dem 30. September 2020 in Registrierkassen in Deutschland, deren Bauart es technisch zulässt, eine zertifizierte Technische Sicherheitseinrichtung (TSE) implementiert werden. Diese speichert die Transaktionen der Kasse manipulationssicher auf einem Speicher und gibt zugleich einen Code aus, der als Signatur auf den Verkaufsbeleg gedruckt werden muss. Alle Daten sind in einem unveränderbaren, lückenlosen Protokoll hinterlegt, das das Finanzamt exportieren kann.

Die meisten Bundesländer wollen die Betriebe bei der Aufrüstung ihrer Kassen mit einer TSE mitten in der Coronakrise entlasten. Sie gewähren eine stillschweigende Fristverlängerung bis 31. März 2021. Es sind die Länder Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen. Bedingung: Die Betriebe müssen nachweisen, dass sie bis spätestens 30. September dieses Jahres – dem offiziellen Ende der Nichtbeanstandungsfrist – einen Kassenfachhändler oder Kassenhersteller mit dem fristgerechten Einbau oder der Einbindung einer TSE beauftragt haben.

Komplexer Prozess

„Die Kassensicherungsverordnung soll dabei helfen, schwarze Schafe aufzuspüren, die Teile ihrer Einnahmen nicht ans Finanzamt melden, und so für mehr Gerechtigkeit sorgen. Die technische Umsetzung und gesetzeskonforme Absicherung des Verfahrens bringt allerdings eine große Komplexität mit sich“, sagt Mario Galatovic, VP Products bei Utimaco. „A-Trust ist bereits seit 20 Jahren am Markt und ist österreichischer Marktführer von Registrierkassenzertifikaten, also der ideale Partner für Unternehmen, um diese Komplexität zu meistern. Als ebenfalls sehr erfahrene IT-Sicherheitsexperten steuern wir von Utimaco die Krypto-Technologie bei. Die Integration von Utimaco in die Lösung von A-Trust wird Kunden im täglichen Geschäft helfen und wir freuen uns auf eine fruchtbare Zusammenarbeit“, so Galatovic.

Michael Butz, CEO von A-Trust Deutschland, unterstreicht: „Dieser Schulterschluss ist ein wichtiger Milestone in Richtung erfolgreiche Umsetzung der Kassensicherungsverordnung, von dem alle Kassenherstellerinnen und -hersteller nur profitieren: Ob man sich nun für eine A-Trust Offline- oder Online-Variante entscheidet, man entscheidet sich immer für eine gesetzeskonforme und hochsichere Lösung.“ red/beh

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