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Ao Prao Resort: Oase mit Luxus

Samed Resorts Group
Fernweh garantiert: Der Blick aufs Meer vom Ao Prao Resort in Koh Samet
Fernweh garantiert: Der Blick aufs Meer vom Ao Prao Resort in Koh Samet

Aus dem Homeoffice in paradiesische Gefilde. Die thailändische Insel Koh Samet lädt mit dem 4-Sterne-Resort Ao Prao jetzt zum Träumen und später zum Bereisen ein.

: Oase mit Luxus



Ruhe auf einer nahezu einsamen Insel finden, das war in Thailand vor Corona beinahe ein Kunststück. Massenweise Touristen tummelten sich an den paradiesischen Stränden und in den asiatischen Metropolen. Aber jede Krise hat auch positive Folgen, wenngleich sie sich erst nach mehrmaligem Hinschauen offenbaren. Attribute, die nach Corona den Luxus von exotischen Orten ganz neu definieren, sind weiträumige, menschenleere Umgebungen und Ruhe für Privatsphäre.

Eine der wenigen Inseln, die deutschen Urlaubern auch vor Corona noch nicht ganz so bekannt war, ist das idyllische Koh Samet mit seinen malerischen weißen Stränden und seinem türkisfarbenen, kristallklaren Wasser. Die Insel ist von Bangkok zweieinhalb Autostunden und dann entweder weitere 15 Minuten mit dem Speedboat oder 40 Fährminuten entfernt und so vergleichsweise gut erreichbar. In der geschwungenen Bucht von Koh Samet ist vom Backpacker-Hostel bis zum 5-Sterne-Hotel alles zu finden. Dennoch ist die Insel, auch wenn sie – wie während meines Besuchs im November – ausgebucht ist, nicht übervölkert.

Nur die Boote, die alle zwei Stunden eine neue Ladung chinesischer Ausflugstouristen herbringen, stören ein wenig den Inselfrieden. Glücklicherweise bleiben die kleinen Gruppen meist unauffällig, spielen ein paar Stunden Wasserball und fahren dann wieder ab. Ein Kompromiss für angehende Robinsons: Wirklich isoliert ist man heute nur noch in der Wildnis – oder aber zu ganz anderen Preisen, als man sie auf Koh Samet bezahlt.

Konzept



Mit der totalen Entspannung klappt es allerdings nur, wenn das Hotel die entsprechenden Gastgeber-Qualitäten aufweist. Das Ao Prao, aufgereiht neben sechs weiteren Hotels in der paradiesischen Bucht von Koh Samet, kratzt am oberen Rand des akzeptablen Preisniveaus für ein 4-Sterne-Resort in Thailand.

Wofür ich hier gutes Geld bezahle, erschließt sich mir allerdings auf den ersten Blick: Auf der hoteleigenen Liegefläche direkt am bildschönen Strand darf ich mich tatsächlich ein wenig fühlen wie Robinson auf seiner Insel. Vor dem Haupthaus mit offener Lobby, im Schatten eines riesigen, alten Baums mit pittoresk verflochtenem Wurzelwerk kann ich hier gleich nach dem Check-in glatt die Zeit vergessen. Das Ao Prao ist ein typisches, südostasiatisches Strandresort. Es ist nach einem inzwischen nicht mehr originellen, aber bewährten Resort-Konzept errichtet: Nach dem Vorbild eines thailändischen Dorfes angelegt, besteht es aus einem Haupthaus mit 28 Zimmern und 12 Suiten mit Meerblick. Um das Haupthaus gibt es zudem fünf Beachfront Cottages und elf Deluxe Cottages. Sie sind in regionaltypischer Holzbalken-Bauweise mit Patio und natürlichem Interieur gehalten. Ich empfehle die Villa mit der Nummer 200: Dieses Häuschen ist direkt über den Strand gebaut. Der Meerblick ist hier durch nichts gestört, man hat nur auf einer Seite einen Nachbarn neben sich, und die Ruhe ist perfekt.



Für die Ausstattung und die Qualität gilt dasselbe wie für das Resort-Konzept an sich: Es wird seinen vier Sternen gerecht – etwas Besonderes ist es nicht. Die Gärten sind hübsch angelegt, ich fühle mich wohl in dieser Umgebung. Was meine Erholung allerdings ein wenig stört, ist der Erhaltungszustand der Gebäude. Schon wenige Jahre nach der Eröffnung zeigen sich erkennbare Makel. Die Hölzer wurden nicht behandelt und weisen daher bereits einen recht hohen Abnutzungsgrad auf. An einigen Stellen in meiner Villa, etwa neben dem Wanddurchbruch für die Klimaanlage, ist die Feuchtigkeit augenscheinlich bereits bis in die Substanz vorgedrungen. Im Maintenance-Bereich könnte man überhaupt einiges besser machen.

Auch das Cleaning arbeitet nicht allzu gründlich, was ich etwa an Sand in meinem Zimmer bemerke. Solche vermeidbaren Nachlässigkeiten gehen letztlich auf Versäumnisse der Führung, die zumindest während meines Aufenthalts, sagen wir mal: zurückhaltend auftritt. Doch sind solche kleineren Mängel No-gos für eine 4-Sterne-Anlage, in der es vor allem um entspannten Strandurlaub geht? Ganz und gar nicht, genauso wenig wie die Standard-Ausstattung und das durchschnittliche Wellness-Angebot. Die meisten Urlauber werden hier genau das bekommen, was sie sich erhoffen.

Service



Ab einer gewissen Preisstufe muss man wirklich schlechten Service in Thailand eigentlich schon beinahe suchen – wirklich exzellenten allerdings oft auch. Viele Einheimische sind mit ihrer freundlichen, heiteren Art beinahe geborene Gastgeber. So auch im Ao Prao Resort, wo die Crew tatsächlich vollständig aus Thailändern besteht – einschließlich der Führung des Hotels.

Die Mitarbeiter, die sich am ersten Nachmittag meines Aufenthalts an den Tischen vor dem Haupthaus um das leibliche Wohl der Gäste kümmern, verbreiten allesamt gute Laune. Doch dass bis auf eine einzige Mitarbeiterin keiner von ihnen Englisch spricht und die junge Frau deshalb reihum geschickt wird, um sich um alle Gäste gleichzeitig zu kümmern, ist nicht nur ärgerlich, sondern auch eher untypisch für thailändische Verhältnisse.

Für mich schwer nachvollziehbar ist das magere Angebot im Activity-Bereich: Hier wäre, auch angesichts des vergleichsweise großzügigen Formats der Insel, weitaus mehr möglich als ein bisschen Paddling am Strand. Darüber hinaus gibt es Kokosblattflechten für Tiefenentspannte und Thai-Kochkurse – beides vor allem für erfahrene Thailand-Urlauber nicht gerade innovativ.

Gastronomie



Mit dem Schlagwort „angemessen“ lässt sich neben der Ausstattung auch die Gastronomie des Resorts beschreiben. Im kleinen Hotelrestaurant mit Strandterrasse gibt es zum Lunch und abends thailändische Standards. Die Qualität ist vergleichbar mit der besserer Touristen-Restaurants überall in Thailand – für zirca 10 Euro pro Gericht im Schnitt geht das in Ordnung. Zudem gibt es eine Auswahl aus drei Set-Menüs, auf Wunsch als privates Dinner am eigenen Tisch, direkt am Strand für etwa 80 Euro pro Person – aus meiner Sicht etwas überteuert gemessen daran, was ich zum gleichen Preis auf benachbarten Inseln bekommen kann.



Das Frühstück ist Strandresort-Standard – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Es gibt Obstsalat, mehrere Säfte, leider ausschließlich weißes Brot sowie eine einzige Sorte Schnittkäse. Darüber hinaus ist das Buffet für die größtenteils europäischen Gäste in meinen Augen etwas zu stark auf thailändische Küche ausgerichtet. Wirklich beschweren kann man sich über Qualität und Auswahl angesichts der vier Sterne und der Region nicht, aber das können etliche Konkurrenten in der Region besser.

Erfüllt der Aufenthalt in diesem noch recht unbekannten kleinen Inselresort meine Erwartungen? Grundsätzlich ja: Hier darf man für einige Tage recht ungestört Robinson sein, ohne auf die notwendigsten Annehmlichkeiten des verwöhnten Globetrotters verzichten zu müssen. Allerdings bezahle ich für mein vorab online gebuchtes Deluxe Cottage 6000 Baht, umgerechnet also etwa 175 Euro pro Nacht, und das in der Nebensaison. Regulär wären es eher an die 300 Euro gewesen. Für vier Sterne in Thailand ist das ein stolzer Preis.Letztlich ist es eine Frage der Prioritäten: Zu vergleichbaren Preisen gibt es vielleicht auch komfortablere Resorts und Hotels in diesem Teil der Welt. Doch wer einigermaßen zurückgezogen die einzigartige Naturschönheit eines thailändischen Traumstrands genießen will, ist hier trotz kleiner Makel genau richtig.

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