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Einrichtung & Ausstattung

Messe Heimtextil punktet mit Nachhaltigkeitsthemen

Messe Frankfurt
Stilbewusstsein: Die Gestaltungstrends rund um Bett und Bad sind ein wichtiger Schwerpunkt der Heimtextil Summer Edition.
Stilbewusstsein: Die Gestaltungstrends rund um Bett und Bad sind ein wichtiger Schwerpunkt der Heimtextil Summer Edition.

Die coronabedingt als Summer Special absolvierte Heimtextil diente auch der Hotellerie und Gastronomie als Trendbarometer. Nachhaltigkeit zählte zu den Topthemen.

Es wird wohl eine einmalige Symbiose bleiben, aber aus Sicht der Messe Frankfurt hat sich das Experiment gelohnt: Die im Januar coronabedingt abgesagte Designmesse Heimtextil wurde vom 21. bis 24. Juni an die technischen Textilmessen angedockt, um in Pandemiezeiten "einen hocheffizienten Überblick über globale Trends, Produkte und Innovationen zu bieten".



Denn zu den rund 1300 Ausstellern der Techtextil und Texprocess addierten sich dadurch etwa 950 Aussteller des Heimtextil Summer Specials, so dass den Fachbesuchern ein erweitertes Ausstellerspektrum rund um das Thema Textil geboten wurde. Für Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt, stellen die 117 Teilnehmernationen, rund 63.000 Besucher und 2300 Aussteller denn auch einen "fulminanten Restart" der internationalen Textilmessen dar. Einkäufer aus der ganzen Welt hätten die einmalige Parallelität des Messetrios für Cross-Networking genutzt, um Aufträge zu platzieren und neue Geschäfte anzubahnen.

Synergien durch Fokus auf Nachhaltigkeit

Als "besonders spannend" interpretieren die Messeverantwortlichen für Heimtextil-Besucher die Synergien zur Techtextil. Diese zeige sowohl Textilinnovationen, deren Funktionalitäten relevant für den Einsatz in öffentlichen Räumen, Pflegeeinrichtungen oder die Gastronomie sind, als auch Entwicklungen im Kontext einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft.

Nachhaltigkeit zählt auch zu den herausragenden Fokusthemen der Heimtextil. Eine Vielzahl an Produkten – angefangen von Fasern aus PET-Flaschen, fairen Naturmaterialien bis hin zu textilen Produkten mit QR-Codes zur Nachverfolung der gesamte Produktion – ermöglichte es Besuchern, den Megatrend Nachhaltigkeit ganzheitlich zu erleben. Auch Leinen in Kombination mit anderen Naturfasern wie Hanf und Wolle sowie Bettwäsche aus mit Kork beschichteter Baumwolle waren Bestandteil des grünen globalen Produktportfolios.

Erleichtert wurde der Überblick über die Nachhaltigkeitstrends durch eine Reihe von Aktivitäten, Sonderflächen und Events. So kamen die täglichen "Green Tours" mit Einblicken in kreislauffähige Textilien laut Messe bei den Fachbesuchern gut an. Der „Trend Space“ rückte außergewöhnliche Ansätze zur Vermeidung von Abfall und ökonomischen Ungleichgewichten in den Vordergrund. Weitere Publikumsmagneten waren das „Green Village“ mit verlässlichen Zertifikaten, die Orientierung im grünen Dschungel geben.

Frische Impulse setzten die „Heimtextil Trends“ in Halle 4.0, die sich als Magnet für Experten im Bereich Architektur, Innenarchitektur, Hospitality und Design etabliert haben. Diese werden seit Jahren im Vorfeld der Messe von einem „Trend Council“ aus führenden Designagenturen vorgestellt – bei der aktuellen Heimtextil unter Federführung der Agentur SPOTT trends & business unter Leitung von Chefredakteurin und Lifestyle Business Developer Anja Bisgaard Gaede.

2022/23 lautet der Titel „Next Horizons“ mit den Trendthemen Deep Nature, Hyper Nature, Beyond Identity und Empowered Identity, welche neue Denkansätze jenseits des althergebrachten industriellen Systems anstoßen sollen. Begleitet wurde die Trendpräsentation von spannenden Lectures.

Blick auf Trends der Hospitality-Branche

Die Perspektive und die Bedürfnisse der Hospitality-Branche werden bei der Heimtextil insbesondere im Programm „Interior.Architecture.Hospitality“ adressiert. Die hochkarätig besetzte Knowledge- und Networking-Plattform richtet sich speziell an Experten für die Objektausstattung. Kuratiert und thematisch begleitet von den Partnern AITDialog, bdia und World-Architects wurden auch beim Summer Special Lectures und Guided Tours durchgeführt, unter dem Leitthema „Szenarien im Raum“.

Damit widmeten sich die Kuratoren von AITDialog der Frage, wie sich Räume und deren Nutzung verändern müssen, um den aktuellen und kommenden Herausforderungen zu begegnen. Diskutiert wurden Konzepte wie Mixed Use und hybride Teilnutzungen von Flächen, längere Lebenszyklen für Gebäude, alternative Wohnformen und Bürolandschaften. Der besondere Fokus lag auf der Rolle, die Textilien in der Ausgestaltung solcher zukunftsweisenden Nutzungskonzepte spielen.

Noch spezifischer auf die Themeninteressen von Hoteliers ausgerichtet ist die im Rahmen der Messe durchgeführte Konferenz „Sleep & More“ rund um das Megathema Schlaf und nachhaltige Hotellerie. So referierte unter anderem der Bettenexperte Jens Rosenbaum über die Arbeit des Arbeitskreises „nachhaltige Hotelmatratze“ des Hotelverbands Deutschland (IHA) und vermittelte die Dringlichkeit, mit der sich die Branche dieser Aufgabe zu stellen habe, bevor regulatorische Maßnahmen im Rahmen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) die Hotellerie mit kostenintensiven Auflagen konfrontiert.

Zielsetzung hierbei sei die Schaffung brancheneigener Lösungen, die möglichst kostenneutral und effizient gesetzgeberischen Anforderungen entsprechen und gleichzeitig über Innovationen weitere Potentiale für die Hotellerie erschließen sollten. „Denn letztlich sind das Hotelbett und die Hotelmatratze die mit Abstand wichtigsten Ausrüstungsgüter der Hotellerie“, so Jens Rosenbaum.

Unter dem Strich sieht die Messe Frankfurt die Erwartungen der Heimtextil Sonderausgabe übertroffen. Auch Aussteller wie etwa Teppiche Lalee – zum ersten Mal mit einem Stand vertreten – zeigen sich zufrieden und berichten von vielen Neukontakten und Geschäftsabschlüssen während der vier Tage. 2023 wolle man die Standfläche verdoppeln.

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