Hoteldesign: Hotelzimmer im Banksy-Style
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Hotelzimmer im Banksy-Style

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Ironischer Protest: Eine von Banksys Ratten ziert die Badzimmerwand im The Mystery of Banksy Room des me and all Mainz
Ironischer Protest: Eine von Banksys Ratten ziert die Badzimmerwand im The Mystery of Banksy Room des me and all Mainz

Weltberühmt und dennoch ein Mysterium ist der Streetart-Künstler Banksy aus Bristol. Jetzt können Gäste im me and all Hotel Mainz in einem von seinen Werken inspirierten Zimmer übernachten.

Beim britischen Streetart-Künstler Banksy muss man auf alles gefasst sein – man denke an die millionenschwere Schredder-Aktion bei Sotheby’s oder seinen Inkognito-Straßenstand bei der Biennale in Venedig. Weltbekannt ist sein Schablonen-Graffiti „Balloon Girl“.


Nun hat das me and all Hotel Mainz in Zusammenarbeit mit der Ausstellung „The Mystery of Banksy – A Genius Mind“ ein Studio als Pop-up-Zimmer mit Werken von Banksy designt. Hier können die Gäste Kunst zum Anfassen erleben und umgeben von Banksy-Reproduktionen nächtigen.

Wandlungsfähig, up to date und doch authentisch – das macht nicht nur Banksy aus, sondern das leben wir auch im Hotel“, sagt Hoteldirektor Holger Hanselmann. „Daher wussten wir sofort, dass wir das machen wollen.“ 

Banksy-Klassiker überm Bettkopf

Entsprechend hat das 162-Zimmer-Hotel eines seiner Studios gemeinsam mit den Ausstellungsmachern zum „The Mystery of Banksy Room“ umgestaltet. Dort zeigt ein großes Bild über dem Bettkopf Banksys Werk „Pulp Fiction“, das eines seiner frühesten Schablonengraffitis (2002) in London ist. Es zitiert den legendären Quentin-Tarantino-Film, nur um den Protagonisten Vincent (John Travolta) und Jules (Samuel L. Jackson) Bananen statt Waffen in die Hand zu drücken.

Bananen statt Waffen: Banksys "Pulp Fiction" über dem Bett
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Bananen statt Waffen: Banksys "Pulp Fiction" über dem Bett

Über einer Sitzecke finden die Gäste zudem drei Farbvarianten von „Choose your Weapon“ (2010): Es ist Hommage an den weltberühmten Künstler Keith Haring – selbst eine frühe Ikone der Graffitikunst. Es zeigt die Stärke der Streetart, die wie ein gefährlicher Hund geführt wird und doch so eindeutig gewaltfrei ist.

Auch ein aktuelles Werk ist zu sehen

Im Zimmer verteilen sich außerdem Banksys Ratten („Rats“), ein weiteres Markenzeichen des Künstlers. Banksy drückt mit ihnen aus, dass seine Form des Protests – ähnlich wie die Nagetiere – unbequem und unzivilisiert ist. Inspiriert sind sie von einem weiteren Vorreiter der Streetart, dem Franzosen Xavier Prou aka Blek le Rat.

Das Greifzangen-Graffiti über der TV-Anlage zeigt wiederum ein sehr aktuelles Werk, das erst im August 2021 an Englands Nordseeküste entdeckt wurde.

Oliver Diaz, Veranstalter der außergewöhnlichen Ausstellung, fand im me and all Mainz den richtigen Partner: „Banksy ist dafür bekannt, die Grenzen des Kunstmarktes in Frage zu stellen und sorgt mit seinen Arbeiten seit Jahren für Furore. Genau das haben wir in dieses Zimmer einfließen lassen und dafür gibt uns das Hotel mit seinem hippen Auftritt die besten Vorraussetzungen“, sagt er.

Aktuelles Werk: Das Greifzangen-Graffiti über dem TV
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Aktuelles Werk: Das Greifzangen-Graffiti über dem TV

Hotelchef ist Banksy-Fan

Für die Ausstellung „The Mystery of Banksy – A Genius Mind“ wurden eigens mehr als 100 Werke des anonymen Superstars auf verschiedensten Materialien reproduziert. Ganz nach Banksys Motto „Copyright is for losers ©TM“ ist diese Hommage nicht vom Künstler autorisiert – schließlich ist Banksy bis heute anonym. Dank seiner ironischen, politischen, aber stets poetischen Arbeiten gilt er als einer der teuersten Künstler der Gegenwart mit einem Rekordwert von 16,8 Miollionen Pfund für sein Werk „Game Changer“.

„Ich bin ein großer Fan von Banksy“, sagt Holger Hanselmann. „Er lebt die Kunst bei all dem Erfolg, ohne sich zu bereichern. Diese besondere Weltanschauung, die das Bestehende in Frage stellt und diese unglaubliche Kreativität, sich neu zu erfinden – das versuche ich hier im Hotel auch umzusetzen.“

Die Ausstellung „The Mystery of Banksy – A Genius Mind“ ist noch bis zum 16. Januar 2022 in der Lulu, dem ehemaligen Mainzer Karstadt Gebäude, zu sehen.

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