DEHOGA-Frühlingsfest : Gastronomen und Hoteli...
DEHOGA-Frühlingsfest

Gastronomen und Hoteliers zeigen Stärke

Holger Zwink
Blick ins prall gefüllte Festzelt
Blick ins prall gefüllte Festzelt

In Grandls Hofbräuzelt beim Stuttgarter Frühlingsfest sorgten mehr als 3000 Wirtinnen und Wirte aus Baden-Württemberg für mächtig Stimmung. Politprominenz aus dem Land musste Farbe bekennen.

DEHOGA-Frühlingsfest : Gastronomen und Hoteliers zeigen Stärke



STUTTGART. Fritz Engelhardt, der Vorsitzende des DEHOGA Baden-Württemberg, kam bei seiner Ansprache an die Mitglieder des Verbandes im Festzelt mächtig in Fahrt. In seiner flammenden Rede sprach er die drängendsten Probleme des Gastgewerbes offensiv an: Gasthaussterben, das Fehlen flexiblerer Arbeitszeiten, Fachkräftemangel, überbordende Bürokratisierung und die Mehrwertsteuer auf Speisen. All dies mache den Unternehmern des Gastgewerbes das Arbeiten und Leben zunehmend schwerer, ja bisweilen unerträglich.

Adressaten von Engelhardts Ansprache waren die anwesenden Vorsitzenden der im baden-württembergischen Landtag vertretenen Parteien, die anschließend in kurzen Statements die Position ihrer Partei vortrugen.

 Sandra Detzer (Bündnis90/Die Grünen)

"Bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels sage ich Ihnen unsere vollste Unterstützung zu. Die Duale Ausbildung ist eine Perle, Deutschland braucht nicht nur Akademiker. Wer etwas leisten will, ist willkommen in Deutschland, danke an alle Betriebe, die Geflüchtete beschäftigen, sie stärken den sozialen Zusammenhalt in diesem Land. Um die Flexibilisierung der Arbeitszeiten auszuhandeln ist die Sozialpartnerschaft der richtige Ort."

Thomas Strobl (CDU)

"Das Gastgewerbe braucht Flexibilität, wir stehen zur geringfügigen Beschäftigung und wollen sie weiter ausbauen. Das Abeitszeitgesetz ist 25 Jahre alt, es wird Zeit, es an die moderne Arbeitswelt anzupassen. Unsere Dorfgaststätten sind ein wichtiges Kulturgut. Baden-Württemberg ist das einzige Bundesland, das ein Investitionsprogramm für die Dorfgastronomie aufgelegt hat. Doch nichts ist so gut, dass es nicht noch besser werden kann. Kein Antrag ist bisher abgelehnt worden."

Dirk Spaniel (AfD)

"Wir wollen ein gesamtwirtschaftlich sinnvolles Mehrwertsteuer-Konzept, keine Klientelpolitik. Die vielen Dokumentationspflichten sind das Gegenteil des versprochenen Bürokratieabbaus. Wir haben nichts gegen Menschen, die hier arbeiten und Steuern zahlen, egal wo sie herkommen und welche Hautfarbe sie haben. Wir haben nur etwas gegen illegale Einwanderung."

Andreas Stoch (SPD)

"Dorfgaststätten sind wichtige Treffpunkte und ein Stück Heimat, wir müssen alles tun, um sie zu erhalten. Ich bin dafür, dass das Land die kleinen und mittleren Familienbetriebe unterstützt. Es ist aber auch wichtig, dass die Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen stimmen, damit die Mitarbeiter gerne in der Branche arbeiten. Das derzeitige Arbeitszeitgesetz bietet schon die Möglichkeit, flexibel zu arbeiten."

Michael Theurer (FDP)

"Wir haben uns für den reduzierten Mehrwertsteuersatz eingesetzt, damit die Hotellerie im Wettbewerb in Europa mithalten kann. Und wir brauchen das auch für die Gastronomie. Ebenso wie die Erhöhung der Verdienstgrenze bei 450-Euro-Jobs und die Flexibilisierung der Arbeitszeiten. Wir stehen zu den Anliegen des Gastgewerbes und kämpfen weiter dafür."

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