Brandunglück: Traube Tonbach: 3-Sterne-Restau...
Brandunglück

Traube Tonbach: 3-Sterne-Restaurant in Flammen

Fotoagentur Stuttgart/Andreas Rosar
Erschreckender Anblick: Das Hotel Traube Tonbach am Morgen des 5. Januars
Erschreckender Anblick: Das Hotel Traube Tonbach am Morgen des 5. Januars

Das Feuer entstand in den frühen Morgenstunden des 5. Januar. Das Stammhaus des Schwarzwälder Luxushotels ist völlig ausgebrannt.

Brandunglück: Traube Tonbach: 3-Sterne-Restaurant in Flammen



BAIERSBRONN. Schreckensnachricht aus dem Schwarzwald - das legendäre 3-Sterne-Restaurant Schwarzwaldstube im Hotel Traube Tonbach in Baiersbronn ist zerstört.



Die Fakten:
  • In den frühen Morgenstunden schlug ein Rauchmelder an
  • Bis die Feuerwehr eintraf, stand das Restaurant Schwarzwaldstube bereits in Flammen
  • Der betroffene Gebäudeteil - das Stammhaus - ist völlig ausgebrannt
  • Die Brandursache ist noch unklar
  • Kein Personenschaden, 63 Übernachtungsgäste wurden aber vorsorglich in Sicherheit gebracht
  • Die Höhe des entstandenen Sachschadens ist laut Unternehmen bisher nicht absehbar


Das renommierte 5-Sterne-Hotel wird von der Familie Finkbeiner geführt. Bekannt ist es - auch international - vor allem für das hervorragende Restaurant Schwarzwaldstube, das nun ausgebrannt ist. Den Ruhm des Restaurants baute der Spitzenkoch Harald Wohlfahrt auf, im Sommer 2017 übernahm Torsten Michel die Regie in der Küche. Auch unter ihm erhielt das Restaurant Spitzenbewertungen - 3 Michelin-Sterne und 19,5 Punkte im Gault Millau.

Familie Finkbeiner: "Im Moment ist es unfassbar und ein großes Unglück"

Die Inhaber betonen: "Im Moment ist es unfassbar und ein großes Unglück, doch wir werden es als Chance betrachten. Während der Löscheinsatz noch andauert, sind wir überglücklich, dass weder Gäste noch Mitarbeiter zu Schaden gekommen sind!"

Der Brand hat im Stammhaus des Hotels gewütet, die Brandursache ist noch völlig unklar. Das angrenzende Gästehaus Kohlwald mit 23 Zimmern ist nicht betroffen, die Gäste wurden aber vorsorglich evakuiert. Das gegenüberliegende Haupthaus mit dem Großteil der Zimmer, den Suiten und dem Spa sei ebenfalls nicht betroffen, so die Familie Finkbeiner. Während die Inhaber noch keine Angaben zur möglichen Höhe des Schadens machen, liegt dieser laut eines Polizeisprechers "in Millionenhöhe".

180 Einsatzkräfte vor Ort

Bis zum Nachmittag des 5. Januars dauerte die sogenannte Brandwache der örtlichlichen Feuerwehr an. „Wir möchten uns von Herzen für das schnelle Eingreifen der rund 180 Einsatzkräfte und die große Anteilnahme von unseren Gästen und vielen Mitarbeitern, die heute Nacht vor Ort im Hotel mit uns ausgeharrt haben, bedanken. Das Stammhaus ist mein Geburtsort und viele emotionale Erinnerungen sind damit verknüpft", unterstreicht Patron Heiner Finkbeiner.

3-Sterne-Koch Torsten Michel ergänzt: „Wir alle in der Traube sind natürlich jetzt gerade sehr aufgewühlt. Das Stammhaus war für mich wie ein zweites Zuhause - ich habe dort in der Schwarzwaldstube in den letzten 15 Jahren viele tolle Erlebnisse gehabt. Doch so tragisch der ideelle und materielle Verlust durch das Feuer sind - am Ende ist es nur ein Gebäude. Die Schwarzwaldstube aber lebt von den Menschen – unseren Gästen und Mitarbeitern gleichermaßen. Und hier ist glücklicherweise niemand zu Schaden gekommen. Alles andere lässt sich gemeinsam wieder aufbauen.“

Das Brandunglück sorgt auf der ahgz-Facebookseite, aber auch generell für große Anteilnahme in den sozialen Netzwerken. Branchenkollegen und frühere Mitarbeiter zeigen große Anteilnahme, sie sprechen ihr Bedauern aus. So schreibt eine ahgz-Leserin: "Ein Schock für die Gourmetwelt." Auch der ehemalige langjährige Küchenchef und Spitzenkoch Harald Wohlfahrt äußerte sich geschockt: "Es fühlt sich an, als ob mein Wohnzimmer abgebrannt ist!" Er hatte mehr als 40 Jahre dort gewirkt, bevor er sich im Sommer 2017 im Streit von der Familie Finkbeiner "verabschiedete". Vor Gericht einigten die Partein sich in einem Vergleich, was in der letzten Nacht aber offenbar keine Rolle mehr spielte. Wohlfahrt war vor Ort und wollte helfen.

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