Jahresbilanz: Tui Group büßt ein Viertel de...
Jahresbilanz

Tui Group büßt ein Viertel des Gewinns ein

TUI
Hotels werden für Tui immer wichtiger: Hier das Tui Blue Jadran in Kroatien
Hotels werden für Tui immer wichtiger: Hier das Tui Blue Jadran in Kroatien

Die Tui Group muss wegen des Flugverbots der B-737 Max einen massiven Gewinnrückgang hinnehmen. 2020 soll es wieder aufwärts gehen. Dem Unternehmen stehen starke Veränderungen bevor.

HANNOVER. Wie erwartet muss die Tui Group wegen des Flugverbots der B-737 Max einen Gewinnrückgang um ein Viertel hinnehmen. 2020 soll es wieder aufwärts gehen. Das Unternehmen werde sich in den nächsten Jahren stärker verändern als in den zurückliegenden Jahren, kündigt CEO Fritz Joussen an.

Die Tui Group konnte zwar ihren Konzernumsatz um 2,7 Prozent auf 18,8 Mrd. Euro im zuende gegangenen Geschäftsjahr (30. September) steigern, doch das bereinigte Ergebnis (Ebita) brach um 25,6 Prozent auf 893 Mio. Euro ein, lag damit aber höher als zuletzt von Analysten erwartet.

Ohne die Belastungen durch das Flugverbot für die B-737 Max hätte TUI mit 1,186 Mrd. Euro etwa das Rekordergebnis des Vorjahres (1,183 Mrd. Euro) erreicht, heißt es in einer Mitteilung. Für 2020 rechnet der Konzern damit, die Belastungen ausgleichen zu können, und strebt einen bereinigtes Ebit von 950 Mio. bis 1,05 Mrd. Euro an.

Wachstums- und ertragsstark: Die Geschäftsfelder Hotels, Kreuzfahrten und Aktivitäten in Urlaubsländern 

Voraussetzung: Die B-737 Max kann im April 2020 wieder in Dienst gestellt werden, so dass bis dahin eine Belastung von 130 Mio. Euro anfällt. Bleibt es beim Verbot bis zum Ende des Geschäftsjahres, rechnet der Konzern mit Mehrbelastungen zwischen 220 und 270 Mio. Euro.

Als besonders wachstums- und ertragsstark haben sich 2019 die Geschäftsfelder Hotels, Kreuzfahrten und Aktivitäten in Urlaubsländern entwickelt. Hier will TUI künftig verstärkt investieren. Der Bereich steuert etwa 74 Prozent zum Ergebnis bei und legte gegenüber 2018 um 10,6 Prozent zu. Der Umsatz stieg um knapp 37 Prozent auf 1,8 Mrd. Euro. Im Einzelnen erzielte die Sparte Hotels & Resorts beim Ergebnis ein Plus von 7,5 Prozent (auf 451,5 Mio. Euro), Kreuzfahrt kam auf plus 13 Prozent (auf 366 Mio. Euro) und die Zielgebietserlebnisse auf plus 22 Prozent (auf 55,7 Mio. Euro).

Verhalten sind die Aussichten für das Geschäft als traditioneller Reiseveranstalter unter dem Titel Märkte & Airlines. Dieser Bereich bleibe "herausfordernd". Tui verabschiedet sich hier von einer Wachstumsstrategie. Im Fokus stehe die "Sicherung von Marktanteilen in Zeiten der Branchenkonsolidierung".

Der Bereich litt 2019 nicht nur unter der Misere um die B-737 Max, sondern auch unter der Verunsicherung im britischen Markt durch den Brexit, Überkapazitäten im europäischen Flugmarkt und ein "verändertes Buchungsverhalten bei klassischen Veranstalter-Reisen", heißt es in der Mitteilung.

Entwicklung zum zum "hochprofitablen Hotel- und Kreuzfahrtkonzern"

Der Bereich Märkte & Airlines erzielte mit 16 Mrd. Euro etwa die Umsatzhöhe des Vorjahres. Beim bereinigten Ebita schlug das Boeing-Desaster zubuche: Das Ergebnis ging von 497 Mio. auf 131,8 Mio. Euro zurück.

Gut behauptet zeigt sich die Region West mit den Quellmärkten Deutschland, Österreich, Schweiz und Polen. Hier stieg der Umsatz um 3,1 Prozent auf 6,413 Mrd. Euro. Das bereinigte Ebita konnte um 7,5 Prozent auf 102 Mio. Euro gesteigert werden.

CEO Fritz Joussen richtet das Augenmerk auf den weiteren Umbau zu einem Digitalunternehmen. "Die zweite Stufe zum Digitalunternehmen wird das Unternehmen deutlich verändern – stärker als die letzten fünf Jahre vom traditionellen Reiseveranstalter zum hochprofitablen Hotel- und Kreuzfahrtkonzern."

Tui spricht von einem "erheblichen Zulauf an neuen Kunden" durch das Aus von Thomas Cook. Der Konzern hat die Kapazitäten zum anstehenden Winter um zwei Prozent erhöht und für den Sommer sogar um 14 Prozent.

Unternehmensweit liegen die Winterbuchungen vier Prozent über Vorjahr bei im Schnitt um sechs Prozent höheren Preisen. Zurückhaltender sind die Angaben für den Sommer, hier befänden sich die Buchungen noch in einem sehr frühen Stadium. Lediglich in Großbritannien sei bereits ein Viertel des Programms verkauft. Dort lägen die Buchungen 18 Prozent im Plus bei drei Prozent höheren Preisen. Michael Krane

Der Artikel ist zuerst erschienen auf der Webseite der fvw. Die fvw erscheint wie die ahgz in der dfv Mediengruppe.

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