Fashion-Week-Umzug: 180.000 Übernachtungen jä...
Fashion-Week-Umzug

180.000 Übernachtungen jährlich mehr für Frankfurt

Eugen Wais/Colourbox.de
Neue Heimat: Die Fashion Week findet künftig in Frankfurt am Main statt und rückt die Metropole auch in Sachen Mode ins internationale Licht
Neue Heimat: Die Fashion Week findet künftig in Frankfurt am Main statt und rückt die Metropole auch in Sachen Mode ins internationale Licht

Ab Sommer 2021 wird die Rhein-Main-Metropole zum Hotspot für die weltweite Mode- und Lifestyle-Branche.

FRANKFURT/M. Die Fashion Week verlässt Berlin und findet ab Sommer 2021 in Frankfurt statt. Dafür haben sich die Messe Frankfurt und der Veranstalter der Fashion Week, die Premium Group, als Initiatoren sowie die Stadt Frankfurt am Main und das Land Hessen als Host zusammengeschlossen. Das geht aus einer aktuellen Meldung der Premium Group hervor.

„Damit wird die Wirtschaftsmetropole Frankfurt zum neuen Hotspot der Fashion- und Lifestyleszene und zur neuen internationalen Fashionmetropole. Die Realisierung einer Frankfurt Fashion Week bietet für die Stadt Frankfurt eine einmalige und internationale wirtschaftliche Chance“, so Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main. Ähnlich positiv sieht es es Eduard M. Singer, stellvertretender Präsident Dehoga Hessen: "Wir gehen von 150.000 bis 180.000 zusätzlichen Übernachtungen für die Stadt und die Region aus. Zudem wird Frankfurt in weltweites Licht gerückt. Rund 750 internationale Journalisten waren bei der Pressekonferenz am Montag zugegen - das Interesse ist groß." 

Nach der Abwanderung der IAA nach München ist die Fashion Week somit ein willkommener Zugewinn für die Main-Metropole.
Auch Micky Rosen und Alex Urseanu von der Frankfurter Gekko Group sind begeistert: "Durch die Fashion Week erfährt Frankfurt eine tolle Würdigung." Zudem sei die Mainmetropole eine coole Stadt mit hoher Lebensqualität, einer international anerkannten Bar- und Subkultur, sowie urbanen und vielseitigen Gastro- und Hotelkonzepten. Das alles gepaart mit einer sehr guten Infrastruktur und kurzen Wegen biete die besten Rahmenbedingungen für die Fashion Week, so die beiden Hoteliers zur ahgz.

200 Millionen Euro pro Jahr Umwegrentabilität 

Ähnlich sieht es auch Thomas Feda, Geschäftsführer Tourismus+Congress GmbH Frankfurt am Main:"Wir freuen uns enorm, dass die Fashion Week ab dem kommenden Jahr nach Frankfurt kommen wird! Dadurch profitieren zum einen natürlich direkt Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel, Transport etc. – also Branchen, die in den vergangenen Wochen und Monaten starke Einbußen verzeichnen mussten und immer noch müssen. Die Stadt rechnet durch die Fashion Week mit einer Umwegrentabilität von rund 200 Millionen Euro pro Jahr. Zum anderen hat es natürlich eine enorme Strahlkraft, wenn eine renommierte Veranstaltung wie die Fashion Week unsere Stadt als Austragungsort wählt." Skyline, Messe- und Konzerthallen, Bars, Clubs und Off-Locations böten die ideale Kulisse. Als Drehkreuz mit Flughafen sei die Stadt weltweit ein Begriff, lebe von vielen unterschiedlichsten kulturellen Einflüssen und biete daher die Basis für eine Zukunft als internationale Fashionmetropole, so Feda weiter.

Das findet auch Sven Lejeune, Director Sales & Marketing,PR bei der Dormero Hotel AG:"Für uns als Dormero Hotel Frankfurt Messe sehen wir eine weitere internationale Messe in der Stadt, welche uns nicht nur wirtschaftlich weiterbringt, nein: es zeigt auch, dass Frankfurt nicht nur Banken oder Stadt der Versicherungen ist, sondern weitaus mehr! Auch wir in Frankfurt können Mode, können kreativ und auch bunt sein." 

"Perspektivisch sind das gute Nachrichten für den Wirtschaftsmotor Frankfurt und wir freuen uns sehr über diese wertvolle und publikumsstarke Messe in unserer direkten Nachbarschaft. Die Fashion Week hat hierzulande und darüber hinaus eine große Strahlkraft, ein mögliches Volumen am Airport lässt sich aber nur schwer für uns beziffern", sagt Holger Herrmann, Regional Director Germany & Netherlands, Radisson Hotel Group.

International bedeutungsvolle Großveranstaltung

Allein im Januar 2020 hat die Fashion Week in Berlin rund 70.000 Besucher in die Stadt geführt. Der Verlust schmerzt die Gastgeber vor Ort. "Gerade in der heutigen Zeit, in der unsere Branche in der tiefsten Krise aller Zeiten steckt, ist die Abwanderung der Fashion Week natürlich sehr enttäuschend – wir bedauern dies sehr. Es zeigt sich, dass der Wettbewerb um Veranstaltungen härter wird und Frankfurt natürlich versucht, die Abwanderung der IAA auszugleichen", sagt Thomas  Lengfelder, Hauptgeschäftsführer Dehoga Berlin.

"Mit der Fashion Week verliert die Stadt Berlin nun eine international bedeutungsvolle Großveranstaltung. Außer Hotelübernachtungen wirkte sich die gesamte Veranstaltung natürlich auch auf den Umsatz in Restaurants und Bars, sowie im Konferenzbereich, durch die Anmietung verschiedener Räumlichkeiten, aus. Nun ist es an der Stadt und den Hoteliers, Berlin mit all seinen Vorzügen – unabhängig von einer Fashion Week – in den Mittelpunkt zu stellen und international die Werbetrommel zu rühren", kommentiert Frank Heller, General Manager The Charles Hotel und Regional Director Rocco Forte Germany. Für das Frankfurter Haus der Gruppe, die Villa Kennedy wiederum, sei die Veränderung ein großer Gewinn.

Das Herzstück der künftigen Frankfurt Fashion Week bilden Europas größte Modemessen: Premium, die europaweite Businessplattform für Advanced Women’s and Menswear, Seek, eine der progressivsten Tradeshows für Contemporary Fashion, und Neonyt für Sustainable Fashion. Gemeinsam mit den Konferenzen FashionSustain und Fashiontech ziehen sie von Berlin nach Frankfurt am Main.

„Fünf Plattformen, drei Messen, zwei Konferenzen, über 2000 Designer, Brands und Modeunternehmen.Wir glauben an das Konzept einer physischen Fashion Week. Aber anders als man es bisher kennt. Die Frankfurt Fashion Week ermöglicht es uns, unsere textile Kompetenz mit weltweit über 50 Textilmessen voll auszuspielen. Es ergeben sich neue Synergien entlang der kompletten Wertschöpfungskette“, sagt Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt. Mit dem Umzug soll die  Zukunftsvision der Fashion Week Realität werden: Mit Tradeshows, Konferenzen, Runways und Events eingebunden in die gesamte Stadt, basierend auf den beiden Säulen Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

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