Stiftung Warentest: 5-Sterne-Bewertungen werd...
Stiftung Warentest

5-Sterne-Bewertungen werden oft erkauft

Colourbox.de
Echt oder fake? Das ist bei Bewertungen nicht immer leicht zu sagen
Echt oder fake? Das ist bei Bewertungen nicht immer leicht zu sagen

In einem aktuellen Test zeigt sich, dass Verkäufer auf Amazon & Co. ihre Kunden durchaus mit gekauftem Lob hinters Licht führen.

BERLIN. Spezialisierte Agenturen verkaufen geschönte Bewertungen und beein­flussen damit die Durchschnittsnoten auf den Portalen im Netz. Das belegt nun eine Studie der Stiftung Warentest, die dafür Bewertungen und das Geschäft der Agenturen unter die Lupe genommen hat. Diese Erkenntnisse decken sich mit früheren Recherchen der ahgz, nach denen sich auch Hotelbewertungen für gängige Reiseportale ohne Weiteres kaufen lassen.

Dreh- und Angelpunkt sind dabei Agenturen, die solche Bewertungen zum Kauf anbieten. Diese betonen zwar meist, dass die Reviews von echten Testern verfasst werden. Dies scheint ein gängiger Nebenjob zu sein, wie nun die Stiftung Warentest herausfand. Denn die Prüfer der Stiftung Warentest meldeten sich bei bei sieben solcher Agenturen als Rezensenten an, um Bewertungen zu Schuhen, Vitaminpillen, Mausefallen und vielem mehr zu schreiben.

Tester werden beauftragt, gute Noten vergeben

"Die Agenturen fanden wir im Internet, jeder kann sich dort als Rezensent registrieren. Die Texte werden oft von Privatleuten für ein kleines Zubrot geschrieben. Mal bekamen wir 0,01 Dollar pro Auftrag, häufig durften wir die Ware behalten oder güns­tiger kaufen", berichtet die Stiftung nun in ihrem aktuellen  Test. 

Neutralität war beim Bewertungenschreiben vielerorts jedoch nicht erwünscht. "Bei jeder vierten Kritik sollten wir vier oder fünf Sterne vergeben, oft durften wir die Waren nicht einmal ausprobieren. Unabhängig davon kaufte ein Internethändler für uns positive Bewertungen ein – alles ging ganz einfach", berichtet die Stiftung Warentest. 

Fivestar verkauft weiterhin Holidaycheck-Bewertungen

In der Tat werden auch speziell für die Hotellerie weiterhin Bewertungen zum Kauf angeboten. Beispielsweise gibt es bei der Firma Fivestar Marketing 10 Reviews für das Portal Holidaycheck zum Preis von 159,90 Euro. Gegenüber der ahgz hatte Fivestar bereits im vergangenen Jahr sein Geschäftsmodell gerechtfertigt, unter anderem mit der Aussage, dass Portalbetreiber wie Holidaycheck "in den meisten Fällen nicht in der Lage seien, diese gefälschten Bewertungen von echten Bewertungen zu unterscheiden". Fivestar sieht sich daher als "Sündenbock", weil Holidaycheck nun Klage gegen sie eingereicht hatte. 

stats