So lief das dritte Quartal 2021

Das verheerende Hochwasser verwüstet ganze Landstriche, an der Küste erlebt die Ferienhotellerie einen wahren Boom und mit Spannung wird die Bundestagswahl erwartet.

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Passend zum Jahresende lassen wir das Jahr 2021 noch einmal Revue passieren. Hier kommen ausgewählte Themen, die die Branche im dritten Quartal bewegten.

Juli

Amano-Power in Berlin
Mit gleich zwei Hotelneueröffnungen startet die Amano Gruppe rund um CEO Ariel Schiff in der Hauptstadt in diesem Jahr durch. Das Amano East Side steht für subtiles, innovatives Design und bietet unter anderem 174 Zimmer sowie eine Bar und Dachterrasse (Foto). Das Romy by Amano setzt auf dunkle Holztöne, goldene Akzente und verfügt über 100 Zimmer. Neben weiteren Hotels in Leipzig, Hamburg und München steht eine Neueröffnung in London und der Markteintritt in Großbritannien kurz bevor.
Foto: Amano


Verheerende Flut
Mitte Juli suchte eine verheerende Flutkatastrophe die Menschen insbesondere im nördlichen Rheinland-Pfalz und im angrenzenden Nordrhein-Westfalen heim. Ganze Ortschaften und Landstriche wie das Ahrtal wurden verwüstet, mehr als 180 Menschen starben, viele Wirte und Hoteliers verloren ihre Existenz.Die darauffolgende Hilfsbereitschaft war immens, Spenden- und Hilfsaktionen von Gastgebern, Verbänden, Privatleuten und Zulieferern liefen an. Dennoch, bis sich die betroffenen Gebiete nachhaltig erholen dürfte es noch lange dauern.

Foto: imago images/blickwinkel

August

Boom an den Küsten
Wie schon im vergangenen Corona-Sommer 2020 freuen sich die Gastgeber an Nord- und Ostsee auch in diesem Sommer über besonders hohe Nachfrage, Auslastung und Raten. Denn Urlaub hierzulande steht nach wie vor hoch im Kurs. Nachdem die Verbote zur touristischen Beherbergung aufgehoben worden waren, wird fleißig gebucht und gereist. Nach Angaben von STR und Fairmas liegt die durchschnittliche Rate der Nordsee-Hotellerie in diesem Sommer über 350 Euro, die Ostsee erreicht im Mai und Juni rund 170 Euro und im Juli 217 Euro für die Übernachtung. Und auch die Belegung kann sich sehen lassen: Im August liegt die Auslastung in Büsum bei 99 Prozent, zitiert die Berliner Morgenpost Olaf Raffel, Geschäftsführer der Tourismus Marketing Service Büsum GmbH.

Sackmann erfindet sich neu
Hotelier und Spitzenkoch Jörg Sackmann (61) will es noch einmal wissen. Trotz Pandemie wurde das Baiersbronner Traditionshotel umfassend renoviert und erweitert. Die Küche wurde komplett neu gestaltet. Die Restaurants haben alle ein frisches, eigenes Gesicht. Dazu eine einladende Bar, eine Bibliothek zum Schmökern und Stöbern, ein kleiner Shop, verschiedene Lounges und vieles mehr. Nicht zu vergessen, das Gourmetrestaurant Schlossberg (Bild) in völlig neuer, dezent zurückgenommener Exklusivität.
Foto: Philippe Steinmayr
Das Hotel wurde um 15 auf nun 74 Zimmer und Suiten erweitert, die Rezeption neu angeordnet. Die gesamte Haustechnik einschließlich dreier Blockheizkraftwerke ist auf modernstem Stand und wurde bereits ausgezeichnet, ebenso wie die Erweiterung der Wellness-Anlage auf dem Dach des Neubaus. Für den Mut gibt es zum Start dann auch jede Menge Lob von Kollegen sowie vom Tourismuschef – und obendrein Reservierungen ohne Ende. Chapeau!

September

Die Bundestagswahl 
Foto: Colourbox.de

Am 26. September steht die Bundestagswahl auf dem Programm. Der SPD mit Kanzlerkandidat Olaf Scholz an der Spitze gelingt der Coup auf der Zielgeraden und sie gewinnt die Wahl vor der CDU. Mit dem zugleich starken Abschneiden von FDP und Grünen wurde der Grundstein für die erste Ampel-Koalition in der Geschichte in der Bundesrepublik gelegt. „Das Worst-Case-Szenario (Rot-Rot-Grün) bleibt uns erspart“, kommentiert Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Dehoga Bundesverbands, das Ergebnis. Die Entfristung der Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie mit Einbezug der Getränke sei nun das Gebot der Stunde. Nach wochenlangem Ringen und Verhandeln unterzeichnen die Ampel-Parteien am 7. Dezember den Koalitionsvertrag. Olaf Scholz wird am 8. Dezember zum neuen Bundeskanzler gewählt.

Hotelier des Jahres
Am 6. September wird Alexander Aisenbrey im Berliner Interconti zum Hotelier des Jahres gekürt. Die renommierte Auszeichnung der ahgz wird bei einer festlichen Gala im Hotel Interconti in Berlin übergeben. Radiomoderatorin Bärbel Schäfer und Rolf Westermann (ahgz-Chefredaktion) führen durch den Abend mit rund 350 Gästen.
Foto: Jenner-Egberts Fotografie

„Alexander Aisenbrey glänzt in vielen unterschiedlichen Rollen: Als Geschäftsführer des Öschberghofs hat er sein im Mai 2019 wiedereröffnetes Haus hervorragend positioniert. Als Vorstandsvorsitzender der Vereinigung Fair Job Hotels kämpft er seit 2016 um gerechte Bezahlung und Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter des Gastgewerbes. Die Jury sieht darin ein vorbildliches und zukunftsweisendes Engagement mit positiven Auswirkungen weit über das Gastgewerbe hinaus“, begründet Jury-Vorsitzender Rolf Westermann die Entscheidung für den Preisträger.



Seit 18 Jahren leitet Alexander Aisenbrey das Luxusresort Der Öschberghof am Rande des Schwarzwalds. Das 5-Sterne-superior-Hotel gehört zur Unternehmensgruppe Aldi Süd, wurde 1976 gebaut und in den Jahren 2016 bis 2019 umfassend renoviert. Der Special Award geht an Joachim Marusczyk, der vor 33 Jahren die Intercity Hotels GmbH gegründet und erfolgreich aufgebaut hat. Seit September vergangenen Jahres im Ruhestand, würdigt die ahgz den stets freundlich und zugewandt auftretenden Manager dafür, dass er bei dem nicht immer leichten Weg des Unternehmens mit Eigentümerwechseln von der Bundesbahn zu Steigenberger und von Steigenberger zum chinesischen Hotelbetreiber Huazhu Mut, Beständigkeit und Unternehmergeist bewiesen hat.

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