Hilferuf: Alarmstufe Rot für Eventlocations
VDVO
Hat Aufmerksamkeit erzeugt: VDVO-Chef Bernd Fritzges vor dem beleuchteten Max-Schmeling-Denkmal in Hollenstedt
Hat Aufmerksamkeit erzeugt: VDVO-Chef Bernd Fritzges vor dem beleuchteten Max-Schmeling-Denkmal in Hollenstedt

Die Veranstaltungsbranche steht wegen der anhaltenden Kontaktbeschränkungen vor dem Aus. Mit der „Night of Light“ hat sie erneut darauf aufmerksam gemacht.

BERLIN. Alarmstufe Rot herrscht derzeit für die Veranstaltungswirtschaft. Denn die Branche hat durch die aktuellen Corona-bedingten Beschränkungen derzeit keine Geschäftsgrundlage. Aus diesem Grund hat sie in der Aktion „Night of Light“ in der Nacht von Montag auf Dienstag ein Zeichen gesetzt, in mehr als 250 Städten wurden Eventlocations, Spielstätten, Gebäude und Bauwerke mit rotem Licht illuminiert.

Auch Caterer, Künstler und Floristen sind betroffen

Die Branche will mit der Aktion auch die Politik zu einem Dialog aufzurufen, wie Lösungen entwickelt werden können. Denn wenn es so weiter gehe, überstehe die Veranstaltungsbranche die nächsten 100 Tage nicht. Das mahnte Tom Koperek, Initiator der Aktion „Night of Light“ und Vorstand der LK-AG Essen an. „Die aktuellen Auflagen und Restriktionen machen die wirtschaftliche Durchführung von Veranstaltungen quasi unmöglich.“ Das treffe nicht nur die Veranstalter, sondern auch Spielstätten sowie Zulieferer und Dienstleister jeder Art und Größe: Technikfirmen, Bühnen- und Messebauer, Ausstatter, Caterer, Logistiker über Künstler bis hin zum Einzelunternehmer, der Content, Drehbuch, Regie oder florale Dekoration zu Events beisteuert.

Jetzt in den Dialog mit der Politik einsteigen

Bernd Fritzges, Vorstandsvorsitzender des Verbands der Veranstaltungsorganisatoren e.V. (VDVO), hat sich deswegen ebenfalls an der Aktion beteiligt und zieht eine positive Bilanz: „Mit der ‚Night of Light‘ haben die Initiatoren eine Sichtbarkeit der Veranstaltungsbranche geschaffen, die ihrer würdig ist“, teilte Fritzges der ahgz am nächsten Morgen mit. Er selbst hatte sich daran mit der Illumination des Max-Schmeling-Denkmals an seinem Firmensitz Hollenstedt angeschlossen. Das habe vor Ort viele Interessierte angelockt, die sich mit großem Erstaunen über die wirtschaftliche Kraft der Eventbranche aufklären ließen. „Wir werden das Momentum der Aufmerksamkeit nutzen und mit dem VDVO ab nächste Woche für Vertreter und Unternehmer der Veranstaltungsbranche Treffen mit Bundestagsabgeordneten in Berlin organisieren“, kündigt der VDVO-Chef an. Der Verband vertritt Entscheider und Führungskräfte der Meeting- und Eventbranche und ist daher auch eng mit der Hotellerie verbunden.

Die Veranstaltungswirtschaft insgesamt steht laut den Initiatoren der „Night of Light“ für einen jährlichen Kernumsatz von mehr als 10,0 Mrd. Euro und 1 Mio. Beschäftigte. Rechnet man die Kultur- und Kreativwirtschaft mit ihren veranstaltungsbezogenen Teil- und Zuliefermärkten hinzu, so beschäftigen mehr als dreihunderttausend Unternehmen in über 150 Disziplinen mehr als 3 Mio. Menschen und erzielen einen Jahresumsatz von über 200 Mrd. Euro.

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