Antisemitismus: "Die Zeit": Zweifel an antise...
Antisemitismus

"Die Zeit": Zweifel an antisemitischer Diskriminierung

Umma Foto
Aussage gegen Aussage: Gil Ofarim
Aussage gegen Aussage: Gil Ofarim

Die Klärung der Vorwürfe von Musiker Gil Ofarim gegen das Leipziger Hotel The Westin gestaltet sich zunehmend komplizierter. Nun wurden neue Details aus der Untersuchung einer Anwaltskanzlei im Auftrag des Hotels bekannt.

Die Wochenzeitung Die Zeit hat offenbar Einsicht in das Gutachten der Anwälte nehmen können. Danach soll keiner der befragten Zeugen des Abends eine antisemitische Beleidigung gehört haben. "Ein interner Untersuchungsbericht weckt Zweifel, ob der Musiker Gil Ofarim tatsächlich antisemitisch diskriminiert wurde", schreibt das Blatt.


Das Hotel hatte eine Kanzlei beauftragt und in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass ein 118 Seiten starkes Gutachten erstellt worden sei. Die spezialisierten Anwälte kämen in dem Abschlussbericht "unter Berücksichtigung aller verfügbaren Beweismittel" zum Ergebnis, dass keine objektivierbaren Anhaltspunkte vorlägen, die straf- oder arbeitsrechtliche Schritte gegen den Mitarbeiter rechtfertigten.

"Wir haben daher entschieden, dass entsprechende Maßnahmen gegen den Mitarbeiter nicht eingeleitet werden", hieß es in einer Erklärung aus der vergangenen Woche. Einzelheiten wurden dazu jedoch nicht mitgeteilt.

Ermittlungen gehen weiter

Zu den neuen Details erklärte der Leipziger Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz am Mittwochabend auf Anfrage: "Die Staatsanwaltschaft kommentiert die Berichte nicht. Die hiesigen Ermittlungen dauern an."

Weltweite Empörung

Ausgangspunkt ist ein Video des Musikers Gil Ofarim, in dem er von einem antisemitischen Vorfall in dem Hotel berichtet hatte. Er sei beim Check-in aufgefordert worden, seine Halskette mit Davidstern einzupacken. Daraufhin hatte es weltweite Empörung gegeben. Zu dem Vorfall am Abend des 4. Oktober gibt es jedoch unterschiedliche Darstellungen der Beteiligten und wechselseitige Strafanzeigen sowie Strafanzeigen unbeteiligter Dritter. 

Bei der Untersuchung des Vorfalls werden auch Videoaufnahmen aus der Hotelhalle ausgewertet. Auf Fotos, die in der Bild am Sonntag davon veröffentlicht wurden, ist kein Davidstern bei Gil Ofarim zu sehen.

Die Staatsanwaltschaft Leipzig hatte in der vergangenen Woche bereits mitgeteilt, dass sie das Ergebnis der hotelinternen Untersuchungen "zur Kenntnis genommen" habe, aber weiter ermittelte. Die Prüfungen seien noch nicht abgeschlossen. 

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