Appell: Unternehmen: Impfpflicht ist einzige ...
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Unternehmen: Impfpflicht ist einzige Perspektive

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Corona-Impfung: Weil die Impfquote hierzulande nach wie vor zu niedrig ist, wird über eine allgemeine Impfpflicht debattiert.
Corona-Impfung: Weil die Impfquote hierzulande nach wie vor zu niedrig ist, wird über eine allgemeine Impfpflicht debattiert.

Zum Beginn der Bund-Länder-Gespräche über schärfere Einschränkungen haben Wirtschaftsvertreter aus Baden-Württemberg wegen der angespannten Corona-Lage eine allgemeine Impfpflicht gefordert.

In einem gemeinsamen Appell verwiesen sie auf sich schneller verbreitende Virusvarianten, eine drohende Überlastung des Gesundheitssystems und eine nicht ausreichende Impfquote. Die Impfpflicht sei "die einzige Perspektive, um aus dem Kreislauf von Einschränkungen und Lockerungen auszubrechen".

Der Aufruf ist unterzeichnet von mehr als 60 Vertreterinnen und Vertretern baden-württembergischer Unternehmen und Wirtschaftsverbänden. Dazu gehören der Hotel- und Gaststättenverband, die Vereinigung badischer Unternehmen und Verbände, der Arbeitgeberverband Südwestmetall und die Bauwirtschaft.

Eine Alternative zur Impfpflicht seien wiederkehrende Infektionswellen mit vielen schweren Erkrankungen und Todesfällen, ein überlastetes Gesundheitssystem, persönliche und gesellschaftliche Freiheitseinschränkungen für alle, heißt es in dem Appell weiter. "In einer allgemeinen Impfpflicht sehen wir deshalb den geringeren Eingriff - wenn sie zu einer deutlich höheren Impfquote führt."

„Durch die Impfpflicht wird endlich eine Perspektive für ein Ende dieser schrecklichen Pandemie eröffnet.“
Lanserhof-CEO Christian Harisch


Auch immer mehr Gastgeber machen sich für eine (Teil-)Impfpflicht stark, begrüßen oder fordern diese. So auch Lanserhof-CEO Christian Harisch, der sich sichtlich erleichtert zur Impfpflicht in Österreich äußert: „Durch die beschlossene und von uns lange geforderte Impfpflicht wird endlich eine Perspektive für ein Ende dieser schrecklichen Pandemie eröffnet“, so Harisch. „Es geht nicht um die Vergangenheit, sondern um die Zukunft. Dafür wurden mutige und die einzig richtigen Entscheidungen in Österreich getroffen. Wir sind überzeugt, dass diesem Weg weitere europäische Länder folgen. Wir müssen jetzt im Tourismus optimistisch sein. Wir sind Gastgeber und freuen uns auf unsere Gäste.“ 

Auch Jürgen Gangl, 1. Vorsitzender der Hoteldirektorenvereinigung Deutschland (HDV) und General Manager im Park Inn by Radisson Berlin Alexanderplatz fragt mit Blick auf die derzeitige Corona-Lage: "Wo bleibt die Impfpflicht für systemrelevante Berufe? Wieso gibt es schon wieder keine Impftermine?"
„Es ist unsere gesamtgesellschaftliche Aufgabe, COVID-19 zu bewältigen.“
Torsten Petersen, Geschäftsführer und Gesellschafter Enchilada Franchise GmbH

Als Ultima Ratio-Maßnahme und sinnvoll trotz der Tatsache, dass es ein Eingriff in die Autonomie des Individuums ist, sieht Torsten Petersen, Geschäftsführer und Gesellschafter Enchilada Franchise GmbH, die Einfühurung einer Impfpflicht. Er sagt: "Aus unserer Sicht rechtfertigen die Ausmaße dieser Pandemie einen derartigen Eingriff - es ist unsere gesamtgesellschaftliche Aufgabe, COVID-19 zu bewältigen. Vom aktuellen Stand der Forschung aus betrachtet ist eine maximal hohe Impfquote am wirksamsten." Und fürgt hinzu: "Natürlich sollte man vor der Einführung einer Impfpflicht alles dafür getan haben, Menschen von der Wirksamkeit der Impfungen zu überzeugen, um auf einer freiwilligen Basis die Impfquote zu maximieren." 

An einer Impfpflicht für bestimmten Einrichtungen wird schon gearbeitet. Bei der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag soll es auch um die Vorbereitung "einer zeitnahen Entscheidung über eine allgemeine Impfpflicht" gehen. Der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte vorgeschlagen, dass der Bundestag darüber entscheidet und die Abgeordneten ohne Fraktionszwang abstimmen sollen. Üblicherweise stimmen Fraktionen im Parlament geschlossen ab. Scholz selbst will einer allgemeinen Impfpflicht zustimmen und rechnet mit einer Einführung im Februar oder März.

Körperlich kann allerdings auch niemand zu einer Impfung gezwungen werden. Möglich wäre bei einem Verstoß gegen die Impfpflicht zum Beispiel ein Bußgeld. Mit Bußgeldern können auch Verstöße gegen die geltende Masern-Impfpflicht geahndet werden.

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