Aquarium-Unglück

"Kein Zeitplan für Wiedereröffnung des Hotels"

Imago Schöning
Das Radisson Collection Hotel (linkes Gebäude gegenüber vom Berliner Dom).
Das Radisson Collection Hotel (linkes Gebäude gegenüber vom Berliner Dom).

Nach dem Platzen des riesigen Aquariums in der Lobby des Hotels Radisson Collection in Berlin sind die Aufräumarbeiten in vollem Gange. Wann das Hotel wiedereröffnet werden kann, steht derzeit noch nicht fest. Immerhin ist das Gebäude ncht einsturzgefährdet.

Der Sprecher des Gebäudeeigentümers Union Investment, Fabian Hellbusch, erklärte laut dpa, das Unternehmen sei in engem Austausch mit den Betroffenen - wie es weitergehe, sei jedoch noch offen. «Für die Wiedereröffnung des Hotels gibt es verständlicherweise noch keinen Zeitplan», heißt es.

Vorrangig gelte es, das Ausmaß der Schäden aufzunehmen und für Sicherheit bei den Aufräumarbeiten zu sorgen. Auch das Schicksal des Aquadoms sei unklar. «Ob der AquaDom wiederaufgebaut wird oder eine alternative Nutzung in Frage kommt, lässt sich heute noch nicht sagen.»
 

Knapp an einer Katastrophe vorbei

Das 16 Meter hohe Großaquarium im Sea Life mit einem Durchmesser von 11,5 Metern war am frühen Freitagmorgen zerborsten. Bei der Feuerwehr ging gegen 5.45 Uhr eine Alarmmeldung ein. Rund eine Million Liter Wasser lief in die Lobby des Hotels und ergoss sich auf die Straße, dabei waren auch etwa 1500 Fische, einige überlebten. Wie durch ein Wunder wurden nur zwei Menschen leicht verletzt. Wenn das Unglück einige Stunden später passiert wäre, hätte es eine große Katastrophe geben können.

Das Aquarium gehörte nicht zum Hotel, war aber das Herzstück der Lobby und wurde im Jahr 2020, kurz vor Beginn der Umbauarbeiten des Hotels, umfassend modernisiert.

Hilfe vom Park Inn

Im Hotel waren zum Zeitpunkt des Unglücks rund 350 Gäste. Die meisten wurden am Freitag ins Schwesterhotel Park Inn by Radisson am Alexanderplatz gebracht, das in der Nähe liegt. Das zweitgrößte Hotel Deutschlands mit mehr als 1000 Zimmern konnte in kürzester Zeit rund 200 Menschen aufnehmen. "Wir helfen, wo wir können", sagte GM Jürgen Gangl der ahgz. Die Menschen mussten gewärmt und getrocknet werden, hatten kein Gepäck dabei. 

Das Radisson Collection Hotel Berlin verfügt über 427 Zimmer und Suiten sowie 15 moderne Tagungsräume mit einer insgesamt  2740 Quadratmeter großen Veranstaltungsfläche. GM Oliver Staas war für Anfragen zunächst nicht erreichbar.

Der Fokus lieg laut Union Invest weiter auf den «intensiven Aufräumarbeiten» im Außenbereich sowie auf Sicherheitsmaßnahmen der zerstörten und beschädigten Läden und offenen Fassaden. Hinter den Mauern dürfte das Chaos noch gut sichtbar sein. In dem Gebäudekomplex wurden laut Hellbusch mindestens sechs weitere Läden beschädigt.

Die Suche nach der Ursache geht weiter. «Es besteht weiterhin Unklarheit, was die Gründe für das plötzliche Bersten des Acrylglaszylinders betrifft», teilte Hellbusch laut dpa mit. Hinweise auf einen gezielten, gewaltsamen Anschlag gab es laut Polizei nicht. Zur Begutachtung der Schäden sollen laut Hellbusch ab Montag Sachverständige die Flächen näher in Augenschein nehmen. Das Gebäude sei bereits am Freitagabend an den Eigentümer übergeben worden. «Es ist nicht einsturzgefährdet», sagt der Sprecher. Bautechnische Untersuchungen fänden aber weiterhin statt.

Das am Bau des geplatzten Aquariums beteiligte US-amerikanische Unternehmen Reynolds Polymer Technology will ebenfalls ein Team zur Untersuchung des Vorfalls nach Berlin schicken.
Ein Twitter-User veröffentlichte ein Video des Unglücks:


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