Düstere Prognosen in der Schweiz: Auslastung ...
Düstere Prognosen in der Schweiz

Auslastung in der Stadthotellerie nur noch bei 23 Prozent

PetraD/Colourbox.de
Hotels in mieser Lage: Die Stadthotellerie in der Schweiz läuft nach Corona schleppend an
Hotels in mieser Lage: Die Stadthotellerie in der Schweiz läuft nach Corona schleppend an

Der Hotelverband Hotelleriesuisse hat seine Mitglieder nach ihren Erwartungen für die kommenden Monate gefragt. Die Aussichten sind trotz Restart weiterhin trüb.

BERN. Die Coronakrise hat auch die eidgenössische Hotellerie weiterhin fest im Griff. Laut der jüngsten Umfrage von des Branchenverbands Hotelleriesuisse lag die durchschnittliche Auslastung im Mai schweizweit bei nur 15 Prozent. Die prognostizierten Auslastungszahlen für die Monate Juni bis August liegen für die Stadthotellerie mit 23 Prozent dreimal tiefer als 2019.

Etwas entspannter ist die Lage inzwischen in den Ferienregionen. Dort geht man mit einer Auslastung 43 Prozent aus, was jedoch immer noch deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegen würde (55 Prozent in Berggebieten 2019).

Kurzarbeit und Kündigungen

Hotelleriesuisse fordert daher von der Politik einen Fahrplan für rasche Erholung der Beherbergungsbranche. Zugleich tut der Verband aber auch Kund, dass bisherige unterstützende Maßnahmen wie Kurzarbeit, Covid-Kredite und Lockerungsmaßnahmen zumindest in Teilbereichen der Branche für eine Entspannung gesorgt haben. Während vor zwei Monaten noch rund 10 Prozent der Hotelbetriebe eine Konkurswahrscheinlichkeit von 60 Prozent angaben, waren es im Juni nur noch knapp 3 Prozent der Betriebe.

Trotz allem ist die Lage ernst. In den vergangenen Monaten musste ein Viertel der Befragten Kündigungen aussprechen. Nur dank Kurzarbeit wurden noch höhere Entlassungszahlen verhindert. Dennoch müssen mehr als 70 Prozent der Betriebe infolge der krisenbedingten Betriebsausfälle ihre Gesamtlohnsumme in diesem Jahr reduzieren.

Positionspapier mit wirtschaftspolitischen Forderungen

Hotelleriesuisse fordert daher in einem neuen Positionspapier einen Schuldenerlass bei einfachen Covid-Krediten in Härtefällen. Eine weitere Forderung betrifft die Anrechnung von Verlusten bei der aktuellen Steuerrechnung. Demnach soll die Bildung von Rückstellungen bei der Bundessteuer im Geschäftsjahr 2019 ermöglicht werden, um die Steuerbeiträge 2020 zu reduzieren und die Liquidität zu erhöhen. Außerdem soll die Höchstdauer für den Bezug von Kurzarbeitsentschädigung von 12 auf 18 Monate verlängert werden.

Weitere Punkte des Positionspapiers umfassen Investitionen und Innovationen. Denn Nachhaltigkeit und Digitalisierung werden im Tourismus langfristig einen noch grösseren Stellenwert einnehmen, ist der Verband überzeugt. Aufgrund des neu geschaffenen Umfelds sei es auch nötig, die Tourismusstrategie neu zu denken und anzupassen. Die Förderung von Innovationen, Investitionen und Kooperationen müsse verbessert werden, um die Qualität und Wettbewerbsfähigkeit der Branche mittelfristig zu erhöhen.

Letztlich fordert Hotelleriesuisse auch, die Rahmenbedingungen für die Stadthotellerie zu verbessern, die immer noch besonders von der Krise betroffen ist. Die Schweiz benötige einen Masterplan für den Erhalt und die Weiterentwicklung von Mice (Meetings, Incentives, Conventions & Events) sowie von Großveranstaltungen. red/rk

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