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„Spiegel“-Artikel über 25hours gewinnt Medienpreis Mittelstand

Medienpreis Mittelstand
Moderator Gerald Meyer, Preisträger Simon Book, Laudator Rolf Westermann (von links).
Moderator Gerald Meyer, Preisträger Simon Book, Laudator Rolf Westermann (von links).

Der Bericht beleuchtet eindrucksvoll die schwierige Zeit der Hotelkette in der Pandemie.

Der „Spiegel“-Autor Simon Book hat mit seinem Artikel „Umsatz 51 Euro“ über die verzweifelte Situation der Hotelgruppe 25hours in der Coronakrise den Medienpreis Mittelstand in der Kategorie Print national gewonnen. Book nahm die Auszeichnung am Dienstagabend im Haus der Commerzbank am Brandenburger Tor in Berlin entgegen.

Abstrakte Zahlen zum Leben erweckt

Laudator Rolf Westermann von der ahgz Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung würdigte den Beitrag, der am 12. Dezember 2020 in dem Nachrichtenmagazin erschienen ist: „Für die Jury war die Entscheidung klar“, sage er. “Der Preisträger versteht es meisterhaft, die abstrakten Zahlen plastisch aufleben zu lassen.“ Der Titel „Umsatz: 51 Euro“ bezieht sich auf die Tageserlöse in einem Frankfurter 25hours Hotel an einem Novembertag für geschäftliche Übernachtungen – nur das war ja damals erlaubt. Und das bei einer Hotelkette, die noch im Jahr davor insgesamt mehr als 120 Mio. Euro Umsatz verbuchte.   

„Die Geschichte entwickelt vom ersten Satz an eine beachtlich Sogwirkung und die Leserschaft landet mitten in einer fast unwirklichen Unternehmenswelt, die vom einen Tag auf den anderen aus den Fugen geraten ist“, erklärte Westermann. „Statt um Innovationen und Service für die Gäste geht es nun plötzlich um einen wirtschaftlichen Überlebenskampf.“

Authentischer Blick

Der Autor recherchiert umfassend bei den Gesellschaftern, spricht mit CEO Christoph Hoffmann und beschreibt dessen philosophische Ansätze zur Bewältigung der Krise – vom Umbau der Hotels in Arbeitswelten für digitale Nomaden oder für Studenten bis zur Einrichtung eines grünen Dschungels. Dabei lässt der Autor die Protagonisten sprechen und hält sich mit Wertungen zurück. Das macht den Blick so authentisch und wertvoll.   

Der Preisträger Simon Book wurde an der Deutschen Journalistenschule in München ausgebildet, studierte Medien- und Kommunikationswissenschaften in Passau. Er war Redakteur bei Gruner + Jahr, Reporter beim Handelsblatt und bei der Wirtschaftswoche. „Wer diesen Artikel liest, weiß warum er schon mehrere Journalistenpreise und Stipendien gewonnen hat. Und der Medienpreis Mittelstand wird nicht der letzte sein“, resümerte Westermann.

82 Bewerbungen

Der 18. Medienpreis Mittelstand wurde in fünf Kategorien vergeben, die mit jeweils 2.000 Euro dotiert sind. Außerdem wurde ein Nachwuchssonderpreis verliehen, der mit 1.500 Euro dotiert ist. Insgesamt hatten sich 82 Journalisten um die Auszeichnung des 18. Medienpreises Mittelstand beworben. Die Jury besteht aus erfahrenen Journalisten und Wirtschaftsvertretern, Juryvorsitzender ist Andreas Kurz (Impulse). Moderator des Abends war Gerald Meyer.

Auszug aus dem ausgezeichneten Beitrag von Simon Book im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ vom 12. Dezember 2020.

Katharina Klimke muss ihre Leute jetzt auf das Ende vorbereiten. Nicht auf das Ende des Hotels, aber auf das traurige Ende dieses traurigen Jahres. Klimke sitzt in der plüschigen Boilerman Bar im 25hours am Münchner Hauptbahnhof, grauer Wollpulli unter dem schwarzen Businesskostüm, vor sich eine Flasche Wasser und die Buchungszahlen der nächsten Woche. Anreisen heute: 9, Sonntag: 14, Montag: 29, Dienstag: 18, Mittwoch: 19, Donnerstag: 14, Freitag: 6. Klimke hat 165 Zimmer zu füllen. Sie sagt: ‚Alles in allem ist die Lage überschaubar.‘

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