Azubis im Lockdown: Von der besonderen Situat...
Azubis im Lockdown

Von der besonderen Situation profitieren

Seehotel Niedernberg
Seehotel Niedernberg: Die Azubis verlieren die gute Laune nicht
Seehotel Niedernberg: Die Azubis verlieren die gute Laune nicht

Die Auszubildenden im Seehotel Niedernberg entwickeln in der Coronakrise ganz besondere Fähigkeiten. Direktorin Karina Kull setzt dabei auch auf interne Schulungen und Gespräche. Sie vermittelt positives und zuversichtliches Denken, um Zukunftsängsten vorzubeugen

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Eine Ausbildung, während der Betrieb mehr oder weniger geschlossen hat – geht das eigentlich? "Es ist schwierig, die Schwerpunkte und Erfahrungen sind andere, aber es ist machbar", sagt Karina Kull, Direktorin im Dorf am See – Seehotel Niedernberg. 15 Nachwuchskräfte werden derzeit in dem 107-Zimmer-Haus ausgebildet. 

"Einige unserer Auszubildenden haben das Hotel kaum im regulären Betrieb gesehen und erlebt", so Karina Kull. Das Team um die Direktorin sieht es aber als seine Aufgabe, dem Nachwuchs trotzdem eine hochwertige und professionelle Ausbildung anzubieten und hat dazu eine Reihe von Maßnahmen ergriffen.

Engagierte Direktorin und Ausbilderin: Karina Kull

Etwa im Restaurant, wo Mitarbeiter als Gäste agieren, wenn alle, die Dienst haben, das von den Koch-Azubis zubereitete Mittagessen gemeinsam zu sich nehmen. „Das ist ein bisschen wie im Theater, aber es funktioniert gut“, findet Karina Kull. Ähnlich an der Rezeption: Die Arbeit wird von den Nachwuchskräften abgewickelt – und gegebenenfalls durch Fake-Buchungen oder ähnliches ergänzt.

Die Direktorin weiter: „Es ist einfach wichtig, dass dabei alles realistisch abläuft und unsere Auszubildenden bestmöglich auf den hoffentlich bald wieder stattfindenden Hotelalltag vorbereitet werden.“ Darüber hinaus bringen sich alle auch in anderen Bereichen ein, helfen bei technischen Instandhaltungs- und Renovierungsarbeiten, unterstützen das Housekeeping und die Küche bei Reinigungsmaßnahmen oder bringen sich mit Dekorationsvorschlägen für die öffentlichen Bereiche ein.

Ergänzt werden diese Aktionen durch Schulungen und Gespräche zu den Themen Unternehmensphilosophie und Sozialkompetenz. „Die Berufsschule läuft ja glücklicherweise nahezu unverändert weiter, zusätzlich jedoch setzen wir auch auf Theorie  in eigener Sache und versuchen zudem, positives und zuversichtliches Denken zu vermitteln, um Zukunftsängsten bei den jungen Menschen vorzubeugen“, erläutert Kull.

Sie betont: "Trotz aller widrigen Umstände herrscht eine ausgewogene harmonische Atmosphäre im Haus. Niemand denkt daran das Handtuch zu werfen." In dieser Pandemie mit all ihren Auswirkungen auf die Ausbildung sieht sie auch eine Chance: "Die Situation erweckt in den jungen Menschen Eigenschaften und Fähigkeiten, die sonst wohl verborgen geblieben wären. Unsere Azubis arbeiten extrem eigenständig und zuverlässig. Sie helfen sich gegenseitig, suchen sich selbst neue Aufgaben, machen vernünftige Vorschläge und bringen sich mit Elan ein. Ich bin fest überzeugt, dass eine erfolgreiche Ausbildung auch während eines Lockdowns möglich ist." Es werde ein besonderer Jahrgang sein, der später auf eine ganz besondere Ausbildung zurückblicken und davon vielleicht auch profitieren könne.

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