Baden-Württemberg : Tourismus im Südwesten br...
Baden-Württemberg

Tourismus im Südwesten bricht dramatisch ein

Tourismus Baden-Württemberg
Attraktion an der Schwarzwaldhochstraße: der Mummelsee
Attraktion an der Schwarzwaldhochstraße: der Mummelsee

Auch zwischen Tauber und Bodensee hat Corona das Geschäft mit Reisenden abstürzen lassen. Insbesondere eine Region hat massiv gelitten.

Baden-Württemberg erfreute sich in den Jahren vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie als Reiseziel stetig wachsender Beliebtheit. Seit 2010 stiegen die Gäste- und Übernachtungszahlen in den Beherbergungsbetrieben im Südwesten kontinuierlich an. 2019 erreichte die Tourismusbranche im Land zuletzt mit über 57 Mio. Übernachtungen ein Rekordergebnis.  Corona hat diesen Aufwärtstrend im vergangenen Jahr jäh unterbrochen.

Wie das Statistische Landesamt Baden-Württemberg mitteilt, ging die Zahl der Gästeankünfte 2020 in den rund 6200 geöffneten Beherbergungsbetrieben auf 11,9 Mio. zurück. Das waren 11,4 Mio. oder 48,9 Prozent weniger Gäste als 2019. Die Zahl der Übernachtungen fiel auf 34,2 Mio. Das waren 23 Mio. oder 40,2  Prozent weniger.

Blickt man bei den Übernachtungszahlen auf die verschiedenen Betriebsarten im Vergleich zu 2019, wird deutlich: Campingplätze, Ferienzentren, Ferienhäuser und Ferienwohnungen blieben 2020 "nur" 16,5 bis 19,7 Prozent unter ihrem Vorjahresergebnis. Sehr viel stärker indes litt und leidet die Hotellerie: Im Corona-Abwärtssog verbuchte sie 45,6 Prozent weniger Übernachtungen als 2019.

Die drei baden-württembergischen Reisegebiete mit den geringsten Einbußen bei den Übernachtungen im Ausnahmejahr 2020 waren der Hegau (−16,1 %), das Gebiet Bodensee (−23,8 %) und das Württembergische Allgäu-Oberschwaben (−31,5 %). Dem gegenüber verzeichnete die Region Stuttgart mit einem Minus von 54,4 Prozent bei den Übernachtungen gegenüber dem Vorjahr unter allen Reisegebieten die gravierendsten Verluste.

Land stellt Hilfen in Millionenhöhe bereit

Zur schwierigen Lage der Tourismuswirtschaft sagte Baden-Württembergs zuständiger Minister Guido Wolf: "48,9 Prozent und insgesamt rund 11 Millionen weniger Gäste in Baden-Württemberg: Die Jahreszahlen zeigen nochmals in aller Deutlichkeit, wie schwer die Tourismusbranche von den Auswirkungen der Pandemie getroffen wurde. Die Corona-Pandemie hat dem baden-württembergischen Tourismus einen schweren Nackenschlag versetzt. Die Monate, in denen 2020 Tourismus möglich war, machen aber auch Hoffnung. Denn in diesen war Baden-Württemberg als Reiseziel sehr gefragt."
Guido Wolf: "Kurzurlaube vor der Haustür werden schnell wieder sehr gefragt sein."
IMAGO / 7aktuell
Guido Wolf: "Kurzurlaube vor der Haustür werden schnell wieder sehr gefragt sein."

Wolf weiter: "Seit 2010 waren die Gäste- und Übernachtungszahlen für Baden-Württemberg stetig angestiegen. 2019 war mit über 57 Millionen Übernachtungen für den Tourismus in Baden-Württemberg noch das neunte Rekordjahr in Folge." Die Corona-Pandemie habe diese Entwicklung jäh unterbrochen.

Zu den Maßnahmen der Landespolitik sagte der Minister: „Wir helfen dem Tourismus als Leitökonomie in Baden-Württemberg, wo wir können: Mit der ins Jahr 2021 verlängerten Stabilisierungshilfe Corona für das Hotel- und Gaststättengewerbe in Höhe von 330 Millionen Euro, mit einem weiteren Investitionsprogramm für Tourismusbetriebe in Höhe von 12 Millionen Euro, einer Stabilisierungshilfe für kommunale Thermen in Höhe von 15 Millionen Euro sowie mit Mitteln für ein innovatives Tourismusmarketing im Inland und grenznahen Ausland in Höhe von 8 Millionen Euro. Nach den aktuellen Einschränkungen werden jedenfalls Kurzurlaube vor der Haustür schnell wieder sehr gefragt sein. Wir alle hoffen, dass diese Zeit schnell kommt."

Nach vorne schaut auch die Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg: „Die Tourismusbranche in Baden-Württemberg erlebte im Jahr 2020 nicht nur den größten Einbruch ihrer Geschichte, sie steht auch vor gewaltigen Herausforderungen. Entsprechend groß ist die Hoffnung auf baldige Öffnungsperspektiven und eine stark gewachsene touristische Nachfrage nach dem langen Corona-Winter", sagte Andreas Braun, Geschäftsführer der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg.

Intensive Vorbereitungen auf den Restart

Wie bereits während des ersten Corona-Sommers werde nach dem Lockdown für viele Deutsche das eigene Land in den Mittelpunkt der Urlaubsplanungen rücken. Daher bereite sich die gesamte Branche bereits jetzt intensiv auf den Neustart vor, mit umfangreichen Hygienekonzepten vor Ort in den Betrieben und kreativen Ideen für die touristische Vermarktung des Landes.

Aus Sicht von Tourismusminister Wolf ist auch die Verlängerung der Mehrwertsteuer-Senkung in der Gastronomie zunächst bis Ende 2022 ein wichtiger Schritt: „Die Verlängerung des einheitlich auf 7 Prozent gesenkten Mehrwertsteuersatzes für die Gastronomie ist zudem ein wichtiger Baustein, der zur Erholung beitragen kann. Wichtig ist auch, dass die Regelung nicht nur bis Jahresende, sondern jedenfalls bis Ende 2022 ausgedehnt werden soll."  Die Rückmeldungen, die er von Gastronomen erhalten habe, zeigten klar, dass die Senkung in den Monaten, in denen geöffnet werden konnte, enorm geholfen habe."

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