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Hotelier Konrad Pötzel zieht sich zurück

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Konrad Pötzel: Er blickt zurück auf ein erfülltes Berufsleben im Gastgewerbe
Konrad Pötzel: Er blickt zurück auf ein erfülltes Berufsleben im Gastgewerbe

Der Inhaber des Hotels Konrad Pötzel in Holzkirchen verabschiedet sich in den Ruhestand.

Wäre seine Tätigkeit im Gastgewerbe eine Ehe, dann hätte Konrad Pötzel längst Goldene Hochzeit feiern können. Am 28. Februar verabschiedet sich der Inhaber des Hotels Konrad Pötzel aus Holzkirchen nun aber offiziell in den Ruhestand und lässt den Pachtvertrag für sein Hotel auslaufen. Dass der agile 68-Jährige eines Tages beratend oder als "Feuerwehr" wieder in der Branche auftauchen könnte, falls es ihm langweilig wird, ist dabei nicht ganz auszuschließen ...

Das Gastro-Gen wurde Pötzel in die Wiege gelegt, seine Eltern betrieben eine Gaststätte in Schweinsberg im Kreis Marburg/Lahn, und in Hessen schloss Konrad dann auch eine Bäcker- sowie eine Konditorlehre ab. Nach der Bundeswehr besuchte er die Hotelberufsfachschule David Speiser am Tegernsee.

"Ich habe mich in diese Gegend und ihre Lebensqualität verliebt", schwärmt Pötzel, der nie wieder in den elterlichen Betrieb zurückkehrte, sondern zunächst im Kurhotel Lederer am See als Commis de Rang arbeitete und später eine Ausbildung zum Koch im Hotel Bachmair am See in Rottach-Egern absolvierte. Danach wechselte der ambitionierte junge Mann auf die Wirtschaftsfachschule für das Gaststätten- und Hotelgewerbe in Dortmund und schloss diese als staatlich geprüfter Betriebswirt mit Ausbildereignungsprüfung ab.

Seine Englischkenntnisse polierte Pötzel durch einen Sprachkurs in London und Brighton sowie einen Job als Room-Service Head Waiter und Stewarding-Supervisor im Portman Intercontinental Hotel London auf, bevor er dem Ruf zurück an den Tegernsee folgte, und ab 1983 Führungspositionen in der deutschen Hotellerie und Gastronomie übernahm.

So zum Beispiel als Direktionsassistent in der 110-Zimmer Privatklinik Der Jägerwinkel in Bad Wiessee, wo sich Prominente aus Wirtschaft, Sport, Kunst und Kultur erholten, oder in der Autobahn-Raststätte Würzburg-Nord, deren Gastronomie er leitete. Von dort wechselte Pötzel als Betriebsleiter in das Brauhaus Johann Albrecht in Regensburg, bevor er sich 1994 seinen größten Wunsch erfüllte: spätestens mit Anfang 40 selbständig zu sein.

Pötzel pachtete das Landhotel Konrad in Holzkirchen, ein 36-Zimmer Business- und Messehotel, das er von der Bauphase an begleitete und sechs erfolgreiche Jahre lang betrieb. Doch der leidenschaftliche und umtriebige F&B-Mann vermisste in seinem kleinen Hotel den Trubel und die Kreativität, den eine große Gastronomie erfordert. Zumal Pötzel auch viele Jahre lang mit großer Freude die Region Bayern der Food & Beverage Management Association leitete, der er heute noch als ältestes ordentliches Mitglied angehört.

Nach sechs Jahren in Holzkirchen startete Konrad Pötzel noch einmal durch, führte vier Jahre lang für die Treugast Unternehmensberatung aus München als freier Mitarbeiter Häuser wie das Kurhotel Lauter in Bad Kohlgrub oder das Posthotel Partenkirchen in Garmisch-Partenkirchen, bevor er weitere sieben Jahre lang für Aramark das 51-Zimmer Allianz Group Management Institute, die oberste Führungsakademie der Allianz SE, in Kempfenhausen am Starnberger See leitete. Dort ereilte ihn der Ruf eines früheren Kollegen, der Pötzel unbedingt im Team seines Catering-Unternehmens haben wollte. Er stieg als Geschäftsführender Gesellschafter bei der Betriebsgastronomie Sommerschuh & Buba ein und hatte seinen beruflichen Schwerpunkt dort in der Betriebsgastronomie bei Hexal in Holzkirchen.

So lag es auch nahe, dass Pötzel nach sieben Jahren Catering erneut zugriff, als ihm sein früheres Hotel in Holzkirchen von dessen neuem Eigentümer zur Pacht angeboten wurde. "Ich dachte, das sei eine schöne Aufgabe, um langsam in den Ruhestand zu gleiten", sagt er. Pötzel übernahm den Betrieb zunächst zwei Jahre lang parallel zu seiner Tätigkeit bei Sommerschuh & Buba, bevor er in seinem 65. Lebensjahr wieder ganz ins Hotel einstieg. "Doch jetzt ist endgültig Schluss", sagt Pötzel, der in seiner Freizeit gerne golft, segelt, Mountainbike oder Harley fährt. "Ich freue mich darauf, mehr Zeit für meine Hobbys, meine Frau und die beiden Enkelkinder zu haben. Aber ich bin auch sehr glücklich und dankbar darüber, so lange in der schönsten Branche der Welt gearbeitet und dort viele wertvolle Freundschaften geschlossen zu haben. Es war mir eine Ehre und ein Vergnügen."

Froh ist Pötzel auch darüber, dass die Zukunft des Hotels in Holzkirchen geregelt ist. Der Eigentümer des Hotels wird den Betrieb nach einer kleinen Umbauphase mit dem bewährten Team selbst weiterbetreiben.

 

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