Beherbergungsverbot: Bund beschließt: Die ums...
Beherbergungsverbot

Bund beschließt: Die umstrittene Maßnahme bleibt bis nach den Herbstferien bestehen

Florian Gärtnerphotothek/imago images
Angela Merkel warnt vor weiterem exponentiellen Wachstum
Angela Merkel warnt vor weiterem exponentiellen Wachstum

Kanzlerin Angela Merkel ruft explizit dazu auf, auf nicht notwendige Reisen zu verzichten. Alle Corona-Hotspots müssen sich zudem an eine Sperrstunde halten.

BERLIN. "Wir sind einer Phase der Pandemie, die ernst ist", betonte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach der Bund-Länder-Konferenz am 14. Oktober in Berlin. Daher wird vorerst an dem in der Branche umstrittene Beherbergungsverbot festgehalten. Nach den Herbstferien soll nochmals darüber beraten werden. "Was wir jetzt und in den kommenden Wochen tun wird entscheidend sein, wie es in Deutschland mit der Pandemie weitergeht", so Merkel weiter.

Als gemeinsame feststehende Ziele definierte sie:
  • Sperrstunde in der Gastronomie ab 23 Uhr in Corona-Hotspots
  • Kontakte besser nachverfolgen, Unterstützung durch Bundeswehr und Ordnungsämter, um exponentielles Ansteigen zu verhindern
  • Hotspot-Strategie ausbauen - es werden weitere Kontaktbeschränkungen folgen, öffentlich und privat
  • Neuer Schritt: Bereits ab 35 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohnern innerhalb von 7 Tagen mehr Einschränkungen


"Die Zahlen von heute zeigen rückwirkend das Geschehen von vor 10 Tagen. Daher müssen wir abwarten, ob die beschlossenen Schritte ausreichen" sagte Merkel. Mit der Frage der touristischen Reisen sei sie nicht zufrieden. Die Kanzlerin appellierte an die Bevölkerung, vor dem 8. November nicht zu verreisen. Von der Gesundheit der Menschen profitiere schließlich auch die Wirtschaft. Der Haushalt sei ausgereizt für weitere Hilfen. Als weitere Maßnahme, sollten die Zahlen nicht zurückgehen, war auch eine Sperrstunde ab 20 Uhr angedeutet worden.

Restaurants in Tschechien komplett geschlossen

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bezeichnete die Lage als "gefährlicher als im Frühjahr". Er sagte: "Jetzt steht der Winter vor der Tür." Er setzt auf den "Dreiklang aus mehr Maske, weniger Alkohol und deutliche Einschränkung von Feiern".

Ein Blick in die Nachbarländer zeigt, wie schnell sich die Lage zuspitzen kann. Frankreich führt in acht Großstädten ab dem Wochenende eine nächtliche Ausgangssperre ein. Auch in den Niederlanden spitzt sich die Lage extrem zu. Tschechien hat bereits seit Anfang der Woche einen Shutdown ausgerufen, Restaurants und Schulen sind geschlossen.

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