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Branchenkonjunktur

Dehoga: Das dritte Jahr mit Verlusten droht

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Gegenüber dem Vorjahr zeigt die Umsatzkurve zwar nach oben, aber geht der Blick auf 2019, ist der Einbrüche bei den Erlösen nach wie vor gravierend.
Gegenüber dem Vorjahr zeigt die Umsatzkurve zwar nach oben, aber geht der Blick auf 2019, ist der Einbrüche bei den Erlösen nach wie vor gravierend.

Gastronomen und Hotels müssen ein weiteres Jahr mit Umsatzeinbußen befürchten. Explodierende Kosten führen erneut zu existenziellen Sorgen. Der Dehoga Bundesverband sieht eine "extrem herausfordernde" Lage.

Die aktuellen Destatis-Umsatzzahlen liegen für das Gastgewerbe im ersten Halbjahr 2022 noch immer deutlich unter dem Vorkrisenniveau (ahgz berichtete). Für den Dehoga ist das ein Alarmsignal. "Die Lage ist extrem herausfordernd, da die Branche zeitgleich mit explodierenden Kosten in den Bereichen Energie, Lebensmittel und Personal konfrontiert ist, sagt Guido Zöllick, Präsident des Dehoga Bundesverbands am Freitag in einer Mitteilung. Insbesondere bei den Energiekosten sei ein Ende der Preisspirale nicht absehbar. Erschwerend hinzu kämen die geplanten Corona-Maßnahmen.

Nöte wachsen erneut 

"Die Branche befürchtet wieder massive Umsatzverluste wie im letzten Winter", so Zöllick. Diese lagen damals trotz Öffnung im Zeitraum von November 2021 bis März 2022 real bei einem Minus von mehr als 30 Prozent. "Die Halbjahresbilanz zeigt, dass das dritte Verlustjahr in Folge droht. Die existenziellen Sorgen und Nöte der Unternehmer wachsen erneut", stellt der Dehoga-Präsident klar. 


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Am höchsten fallen die Umsatzeinbußen in der Beherbergungsbranche aus: Sie liegen von Januar bis Juni 2022 real bei 25,1 Prozent (nominal -18,6%) gegenüber 2019. Es folgen die Caterer mit Verlusten von real 21,3 Prozent (nominal -13,4%). Das Gaststättengewerbe weist in seiner Halbjahresbilanz ebenfalls ein zweistelliges Minus von real 20,5 Prozent (nominal -9,0%) auf.

Erst nach Auslaufen der Corona-Auflagen Ende März hat sich die Nachfrage in den meisten Betrieben gut entwickelt. Doch explodierende Kosten, die hohe Inflationsrate, Fachkräftemangel und drohende Corona-Auflagen lösen Verunsicherung bis hin zu existenziellen Ängsten aus. Vehement fordert  Zöllick deshalb eine Deckelung der Energiekosten sowie verlässliche Perspektiven und eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit.

"Deshalb ist die Fortgeltung der Mehrwertsteuersenkung auf Speisen für die Zukunftssicherung der Branche unabdingbar", appelliert Zöllick. Die Maßnahme war zur Stärkung der Gastronomie zum 1. Juli 2020 eingeführt worden und gilt bis Ende des Jahres.


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Zöllick mahnt: "Mit der Entfristung werden die dringend benötigten Perspektiven geschaffen. Gleichzeitig wird damit die längst überfällige steuerliche Gleichbehandlung von Essen hergestellt. Essen zur Mitnahme sowie Essenslieferungen und das Essen im Restaurant müssen weiterhin einheitlich mit 7 Prozent besteuert werden." Die 7 Prozent Mehrwertsteuer müssen dauerhaft bleiben. Ansonsten werden viele Betriebe die Krise nicht überleben

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