Corona-Hilfen: Bundesregierung bessert bei Üb...
Corona-Hilfen

Bundesregierung bessert bei Überbrückungshilfen nach

Tatyana Parfyonova/Colourbox.de

Die finanzielle Unterstützung wird in den Monaten September bis Dezember fortgesetzt. Mittlere und kleine Unternehmen sollen noch mehr berücksichtigt werden.

BERLIN. Die Überbrückungshilfe wird in den Monaten September bis Dezember fortgesetzt. Das teilten die Ministerien für Wirtschaft und Finanzen gemeinsam in Berlin mit. Dabei werden die Zugangsbedingungen erleichtert und die Förderung ausgeweitet.

"Im verlängerten Programm wurden unsere Forderungen nach höheren Förderbeträgen für kleine und Kleinstunternehmen umgesetzt. Zudem wurde die Begrenzung der Förderung für Unternehmen bis zehn Beschäftigte auf maximal 15.000 Euro gestrichen", teilt der Dehoga mit.

Höhere Fördersätze gibt es auch für Unternehmen, die weiterhin vollständig still liegen, wie zum Beispiel die Veranstalter- oder Schaustellerbranche. Auch Betriebe, die mit reduziertem Kapital wirtschaften müssen, werden berücksichtigt. Künftig können bereits Unternehmen, deren Umsatz um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr eingebrochen ist, Überbrückungshilfe beantragen.

Das Bundeswirtschaftsministerium und das Bundefinanzsministerium haben sich darauf verständigt, wie das Programm fortgeführt werden soll. Es bleibt dabei, dass die Überbrückungshilfe Unternehmen aus allen Branchen offen steht, die durch die Coronakrise besonders betroffen sind.

Die Eckpunkte:

1. Flexibilisierung der Eintrittsschwelle: Zur Antragstellung berechtigt sind künftig Antragsteller, die entweder

• einen Umsatzeinbruch von mindestens 50 % in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 gegenüber den jeweiligen Vorjahresmonaten oder

• einen Umsatzeinbruch von mindestens 30% im Durchschnitt in den Monaten April bis August 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnet haben.

2. Ersatzlose Streichung der KMU-Deckelungsbeträge von 9000 bzw. 15.000 Euro.

3. Erhöhung der Fördersätze. Künftig werden erstattet

• 90% der Fixkosten bei mehr als 70% Umsatzeinbruch (bisher 80% der Fixkosten)

• 60% der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch zwischen 50% und 70% (bisher 50% der Fixkosten)

• 40% der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch von mehr als 30% (bisher bei mehr als 40% Umsatzeinbruch).

4. Die Personalkostenpauschale von 10% der förderfähigen Kosten wird auf 20% erhöht.

5. Bei der Schlussabrechnung sollen künftig Nachzahlungen ebenso möglich sein wie Rückforderungen.

Auch das neue Programm kann in einem vollständig digitalisierten Verfahren beantragt werden. Die Antragstellung erfolgt weiterhin über einen „prüfenden Dritten“ (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigter Buchprüfer, Rechtsanwalt), der das beantragende Unternehmen meist schon gut kennt. Dank der Vorprüfung können Anträge zügig beschieden und Hilfen schnell ausgezahlt werden. Die Antragsbearbeitung und die Auszahlung erfolgen wiederum über die Bewilligungsstellen der Bundesländer. red/lef

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