Bundestagswahl: Dirk Iserlohe: "Ich erwarte n...
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Dirk Iserlohe: "Ich erwarte nicht viel"

Honestis AG
Dirk Iserlohe.
Dirk Iserlohe.

Kopf-an-Kopf-Rennen bei der Bundestagswahl. Wie reagiert die Branche? Der Dorint-Aufsichtsratsvorsitzende Dirk Iserlohe antwortet auf die Fragen von Rolf Westermann.

Was bedeutet der Wahlausgang für unsere Branche?

Dirk Iserlohe: "Zunächst erwarte ich leider für unsere Branche nicht viel, da wir im deutschen Bundestag als Tourismusbranche bis heute keine Relevanz entwickeln konnten. Dies haben wir insbesondere während der Corona-Krise feststellen müssen. Das Bundeswirtschaftsministerium hat einen Tourismusbeauftragten mit 10 Planstellen. Das ist viel zu wenig, um einer Branche, die ca. zweieinhalbmal mehr Arbeitnehmer beschäftigt als die Automobilindustrie, die nötige Aufmerksamkeit zu schenken. Ob wir die Relevanz in der 20. Legislaturperiode erhöhen können, wird von der gebildeten Regierung abhängig sein. Unter einem Kanzler Olaf Scholz habe ich da wenig Hoffnung. Er wird unser Branche die Mehrwertsteuerreduktion vielleicht auf die ein oder andere Weise belassen. Mehr erwarte ich von ihm nicht."

Welche Koalition wäre die Beste?

Dirk Iserlohe: "Für mich persönlich wäre eine JAMAIKA Koalition aus CDU/CSU, Grüne und FDP am liebsten. Wir hätten somit theoretisch ausreichend Wirtschaftskompetenz mit einer nachhaltigen Kompromissforderung für Erneuerungen. Mit einer FDP, die sich hoffentlich nur für eine JAMAIKA Koalition aussprechen wird, wäre vielleicht eine grundsätzliche Kurskorrekturen in Deutschland möglich."

Welche inhaltlichen Aussagen sollte die neue Regierung treffen?

Dirk Iserlohe: "Aus übergeordneter Sicht würde ich mir wünschen, dass die Energiewende durch Sonderabschreibungen gefördert würde, um eine Beschleunigung in Gang zu setzen. Ferner in Bildung überproportional zu investieren und alle Wahltage in Bundesländern und dem Bund zu synchronisieren und nur noch alle 5 Jahre gemeinsam zu wählen, um somit die Produktivität der Parlamente zu erhöhen. Für unsere Branche wünsche ich mir den Ausbau eines Tourismusministeriums; zumindest eine Aufnahme der Branche in den Namen des BMWi als ersten Schritt: „Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus'."

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