Corona-Maßnahmen

Baden-Württemberg: 2G plus kommt in der Gastro

IMAGO / Bihlmayerfotografie
2G-plus-Regel: Wer ab kommenden Samstag in Baden-Württemberg ins Restaurant will muss geimpft oder genesen sowie aktuell auf Crorona getestet sein (Antigen-Schnelltest).
2G-plus-Regel: Wer ab kommenden Samstag in Baden-Württemberg ins Restaurant will muss geimpft oder genesen sowie aktuell auf Crorona getestet sein (Antigen-Schnelltest).

Für die Gastronomie gilt in Baden-Württemberg künftig die Regel 2G plus. Das hat die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen erfahren. Zudem werden Großveranstaltungen angesichts der sich zuspitzenden Coronakrise in Baden-Württemberg untersagt.

Demnach wird für sämtliche Veranstaltungen wie Fußballspiele oder Kultur- und Freizeitveranstaltungen künftig eine "harte Obergrenze" von 750 Personen gelten. Alle Veranstaltungen jeglicher Art sollen künftig nur noch maximal 50 Prozent der möglichen Besucher zulassen dürfen. Die Regeln sollen bereits am Samstag in Kraft treten.


Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte bereits vor der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag ein landesweites Verbot großer öffentlicher Veranstaltungen wie Weihnachtsmärkte angekündigt.
„Spontane Gasthausbesuche sind unter diesen Bedingungen nicht mehr möglich.“
Fritz Engelhardt, Vorsitzender Dehoga Baden-Württemberg

Bund und Länder hatten am Donnerstag Maßnahmen vorgestellt, um die Virusausbreitung zu bremsen, von denen einige bereits in Baden-Württemberg gelten. Mit 2G plus für die Gastronomie und dem Verbot von Großveranstaltungen geht das Land nun deutlich über die Beschlüsse von Bund und Ländern hinaus.

Heftige Kritik aus der Branche

Massive Kritik kommt vom Dehoga Baden-Württemberg bezüglich der 2G-plus-Regelung für die Gastronomie. In einer aktuellen Mitteilung macht der Verband seinem Ärger Luft: "Wenn auch Geimpfte und Genesene nur noch mit einem negativen Testergebnis ins Restaurant gehen dürfen, bedeutet das für die Gastronomie faktisch einen Lockdown durch die Hintertür, kritisiert Dehoga-Landesvorsitzender Fritz Engelhardt. "Spontane Gasthausbesuche sind unter diesen Bedingungen nicht mehr möglich, zumal es fast überall im Land an einer ausreichenden Testinfrastruktur fehlt." Der Verband erwarte deshalb, dass in den nächsten Tagen sehr viele gastgewerbliche Betriebe im Land schließen und ihre Beschäftigten in Kurzarbeit schicken müssen, weil sie unter den Bedingungen der neuen Corona-Verordnung nicht mehr wirtschaftlich arbeiten können.

Die 2G-plus-Regelung für die Gastronomie sei unverhältnismäßig. "Unsere Branche ist zu keinem Zeitpunkt Pandemietreiber gewesen. Wir sehen daher keinen Grund, die Betriebe jetzt durch die 2G-plus-Regelung in die Existenznot zu treiben", betont Engelhardt. Und fügt hinzu: "Daran, was die Einführung von 2G-plus von heute auf morgen für Betriebe, Beschäftigte und Gäste bedeutet, denkt offenbar niemand in der Landesregierung. Was hier passiert, ist planlos und den Betroffenen gegenüber respektlos."

Existenzen in Gefahr

Nach Einschätzung des Dehoga sind durch die Einschränkungen der Corona-Verordnung, die auch eine Schließung Clubs und Discotheken vorsieht, mittelfristig wieder zahlreiche Betriebe im Land in ihrer wirtschaftlichen Existenz gefährdet. Betroffene Betriebe müssten deswegen Anspruch auf staatliche Überbrückungshilfe haben. "In diesem Punkt muss Ministerpräsident Kretschmann jetzt auch persönlich Druck in Berlin machen."

Außerdem fordert der Dehoga, die Corona-Regeln zur Kurzarbeit bis 31. März fortzusetzen. Dazu zählten die Fortgeltung der erhöhten Leistungssätze bei längerer Kurzarbeit sowie die hundertprozentige Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge.

Bereits am Donnerstag hatte sich die Ministerpräsidentenkonferenz auf erhebliche Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte geeinigt. Zudem wird im bundesweit 2G nun auch im Handel umgesetzt - ausgenommen sind Geschäfte des täglichen Bedarfs - etwa Supermärkte oder Apotheken. Auch Apotheken und Pflegefachkräfte sollen gegen Corona impfen können, im Dezember kommen Millionen Dosen zusätzlich. Der Verkauf von Böllern und Feuerwerk zu Silvester wird bundesweit verboten.


„Was hier passiert, ist planlos und den Betroffenen gegenüber respektlos“
Fritz Engelhardt, Vorsitzender Dehoga Baden-Württemberg

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