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Coronakrise

Dehoga Region Hannover: "Die schlimmsten Befürchtungen wurden übertroffen"

IMAGO
Impfcenter statt Expo: Halle der Messe Hannover
Impfcenter statt Expo: Halle der Messe Hannover

2,1 Millionen Übernachtungen gab es in der Region – ein Rückgang um 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Viele der rund 30.000 Arbeitsplätze sind bedroht.

Greifbare Perspektiven für das Gastgewerbe lassen weiter auf sich warten. Nun gibt es weitere Zahlen zur coronabedingten Krise der Branche - diesmal aus Hannover. Mit 2,1 Millionen Übernachtungen sind die Zahlen um mehr als 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. 2019 hatten noch 4,3 Millionen Menschen in Hannover und dem Umland übernachtet. "Unsere schlimmsten Befürchtungen wurden noch einmal übertroffen“, so Kirsten Jordan, Geschäftsführerin des Dehoga Region Hannover. „Die Branche liegt in Trümmern“, ergänzt Cord Kelle, Vorsitzender der Fachgruppe Hotellerie.

Extrem schwacher Start ins Jahr 2021

Die Zahlen belegten auf dramatische Art und Weise, dass viele der 30.000 Arbeitsplätze bedroht sind. "Da vier von fünf Übernachtungen in den 281 Hotelbetrieben von Geschäftsreisenden getätigt werden und eine normale Auslastung erst wieder 2025 erreicht werden dürfte, ist das eine reelle Gefahren für die Unternehmer und ihre Mitarbeiter", heißt es beim Dehoga Region Hannover.  Auch 2021 gebe es bislang keinen Lichtblick: In den ersten beiden Monaten diesen Jahres lag die Zimmerauslastung in der Region bei 15 Prozent.

Für die Arbeitnehmer werde sich die Situation in der zweiten Jahreshälfte weiter zuspitzen. „Von Juli an wird nur noch die Hälfte der Sozialversicherungsbeiträge vom Kurzarbeitergeld vom Bund übernommen“, so Jörg Lange, 1. Vorsitzender des Dehoga Region Hannover. Was das in letzter Konsequenz bedeute, könne sich jeder ausrechnen.

Immer gleiche Töne aus dem Rathaus

Der Verband ärgert sich sehr über mangelnde Gesprächsbereitschaft. "1,3 Mrd. Euro setzt das Gastgewerbe in der Region in normalen Jahren um. Und der Oberbürgermeister hat es in einem Jahr gerade mal geschafft, sich eine halbe Stunde mit uns zusammenzusetzen“, so Lange. Zudem seien die Verlautbarungen aus dem Rathaus immer dieselben: Man sei nicht in der Lage, etwas an den Rahmenbedingungen zu ändern.

Der Verband wünscht sich indessen ein gemeinsames Bekenntnis für die Branche und eine spürbare finanzielle Unterstützung durch die Kommunen. Dienstleister und touristische Infrastrukturen seien massiv bedroht, es drohten Steuerausfälle und Folgekosten - etwa durch Arbeitslosigkeit.

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