Coronakrise

Marcus Smola: "Planbarkeit und Öffnungsperspektiven"

Best Western
Marcus Smola: "Wir werden ganz sicher weitere, langfristig angelegte finanzielle Unterstützung benötigen"
Marcus Smola: "Wir werden ganz sicher weitere, langfristig angelegte finanzielle Unterstützung benötigen"

Der Best-Western-Chef beklagt massive Umsatzeinbußen in den Häusern seiner Kooperation. Es fehlten nach wie vor verlässliche finanzielle Entschädigungen.

„Die Staatshilfen im Jahr 2020 waren bei weitem nicht ausreichend. Und sie sind in großen Teilen immer noch nicht angekommen. Außerdem sind wir noch lange nicht durch die Krise durch“, so Best-Western-Chef Marcus Smola in einer aktuellen Pressemitteilung.

"Für unsere Hotels, die seit einem Jahr unter den Einschränkungen durch Corona leiden, braucht es daher in den kommenden Monaten verlässliche Planbarkeit, konkrete Öffnungsperspektiven und weitere finanzielle Hilfen und Entschädigungen, die auch wirklich zeitnah ausgezahlt werden. Die vielen Hemmnisse, zeitlichen Verzögerungen und Fehler, wie wir sie bisher erlebt haben, dürfen sich auf keinen Fall wiederholen“, so Smola weiter.

Zwei Drittel der Häuser mussten Kredite aufnehmen

Rund zwei Drittel der Hotels der Gruppe mussten Smola zufolge Umsatzrückgänge von über 50 Prozent hinnehmen, ohne dass die versprochenen staatlichen Hilfsmaßnahmen vollumfänglich in den Hotels angekommen seien. So hätten fast zwei Drittel der Häuser Kredite aufnehmen müssen, um über die Runden zu kommen, während die Überbrückungshilfen I und II zwar von der Mehrzahl beantragt wurden, aber bis Stichtag Mitte Februar nur rund die Hälfte der Hotels Gelder erhalten hätten.

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"Bei der November- und Dezemberhilfe sah es noch schlimmer aus: Während die Öffentlichkeit den Eindruck hat, dass die Umsatzausfälle in der Hotellerie angemessen entschädigt worden seien, wurden die von fast allen Hotels beantragten Hilfen nur zu 10 Prozent voll ausbezahlt, zwei Drittel erhielten bis Mitte Februar nur Abschläge und 10 Prozent noch gar nichts", kritisiert Smola. Derzeit schätzen mehr als ein Drittel der Hotels der BWH Hotel Group Central Europe die Lage als existenzgefährdend ein.

„Auf den Konten der Hotels, die seit einem Jahr mit vollen laufenden Kosten konfrontiert sind, sind bisher nur geringe Summen der Hilfen zu verbuchen. Mit der Überbrückungshilfe III sind zwar strukturelle Nachbesserungen berücksichtigt, wir werden aber ganz sicher weitere, langfristig angelegte finanzielle Unterstützung benötigen“, so Smola.

Was wird mit den Geschäftsreisen?

Rund die Hälfte der Hotels der Gruppe rechnet damit, im Jahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr sogar noch größere Umsatzeinbußen zu verzeichnen. Der Grund liegt auf der Hand: „Wann und in welcher Form touristische Reisen wieder erlaubt werden, ist immer noch unklar. Für dieses Segment erwarten wir aber zumindest eine rasche Erholung. Deutlich düsterer sieht es bei Geschäftsreisen, internationalen Gästen und vor allem im Veranstaltungs- und Tagungsmarkt aus, der fast komplett zusammengebrochen ist“, sagt Smola. So ließe sich noch überhaupt nicht abschätzen, inwiefern beziehungsweise wann die Nachfrage in diesem Geschäftssegment wieder ansteigen wird.

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