Coronakrise: Was passiert mit dem Osterurlaub...
Coronakrise

Was passiert mit dem Osterurlaub im Ausland?

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Begehrt: Strandurlaub auf Mallorca
Begehrt: Strandurlaub auf Mallorca

Diskussionen um ein mögliches Reiseverbot sorgen für Aufregung in der Touristikbranche. Nun äußern sich weitere Politiker zu dem Vorstoß.

Der Tourismus-Beauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß geht nicht von einem kompletten Auslandsreiseverbot aus. "Ich denke, dass wir derzeit in Europa kein Reiseverbot verhängen können, weil wir in der Europäischen Union eine Freizügigkeit haben", sagt der CDU-Politiker in der RTL/ntv-Sendung Frühstart.

Handlungsanweisungen statt Verbote

"Freie Grenzen sind was ganz Wichtiges", so Bareiß. Die Bundesregierung werde ihren Prüfauftrag zum Reiseverbot voraussichtlich diese Woche abschließen. "Ich glaube, dass wir wenig über Verbote reden sollten. Wir sollten mehr darüber reden, wie wir Reisen möglich machen."

Ähnlich sieht es offenbar Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Er hält Reisen auf die Kanarischen Inseln oder die Balearen in der gegenwärtigen Corona-Situation zwar nicht für angebracht. Aber eine Testpflicht nach der Rückkehr sei ausreichend und "ein guter Kompromiss", sagt er in dem Politik-Talk.

Quarantäne für Rückkehrer im Airport-Hotel

Praxislösungen kommen von Boris Palmer (Bündnis90/Die Grünen), Oberbürgermeister in Tübingen. Ihm zufolge sollten Rückkehrer aus dem Auslandsurlaub mit einer Quarantäne belegt werden.

"Im Ausland sind Mutationen unterwegs, so dass das Risiko größer ist. Da meine ich, wäre eine Quarantäneanforderung zur Vermeidung von Einschleppung von Infektionen und Mutationen absolut notwendig", sagt Palmer im Politik-Talk der Bild-Zeitung. Lediglich ein Schnelltest nach der Reiserückkehr sei nicht ausreichend. Verbringen sollten die Rückkehrer die Quarantäne in einem Flughafenhotel.

Blick nach Frankreich und Großbritannien

In europäischen Nachbarländern gibt es indessen völlig unterschiedliche Corona-Szenarien: Angesichts einer Verschärfung der Lage im französischen Gesundheitssystem erwägt die Pariser Regierung offenbar weitere Maßnahmen. Es lägen "alle Optionen auf dem Tisch", sagt Finanzminister Bruno Le Maire dem Radiosender France Info.

Allerdings sollten härtere Einschränkungen so lange wie möglich vermieden werden. Frankreich hat in der dritten Corona-Welle bisher von einem vollständigen Lockdown Abstand genommen. Präsident Emmanuel Macron verteidigte dieses Vorgehen zwar vergangene Woche noch, bezeichnete aber auch weitere Auflagen als möglicherweise notwendig.

In Großbritannien laufen nach fast drei Monaten Lockdown mehrere Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie aus. So dürfen sich bis zu sechs Personen oder die Angehörigen zweier Haushalte im Freien treffen, wo auch Sport auf Anlagen wie Tennisplätzen wieder erlaubt ist. Geschäfte ohne Waren des täglichen Bedarfs und die Außengastronomie bleiben allerdings noch mindestens bis zum 12. April geschlossen.

Trotz der Lockerungen mahnt Premierminister Boris Johnson die Bevölkerung angesichts steigender Zahlen in Europa dazu, Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten und Impftermine wahrzunehmen. In Großbritannien kommt die Impfkampagne rasch voran - schneller geht es nur in Israel, den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Chile.

(Mit Material von Reuters)

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