Wellness: Das sind die Trends 2020
Wellness

Das sind die Trends 2020

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Wellness wird familientauglich: Der Anteil von Eltern und Kindern an den Wellness-Urlaubern ist gestiegen
Wellness wird familientauglich: Der Anteil von Eltern und Kindern an den Wellness-Urlaubern ist gestiegen

Die Wellness-Hotels & Resorts und beauty24 stellen die Ergebnisse ihrer diesjährigen Umfrage unter Gästen und Hoteliers vor.

BERLIN. Die Wellness-Trends 2020 bestätigen: Wellness stellt als enorm beliebtes Reisesegment mittlerweile ein Basisangebot dar. Dadurch werden die Aufenthalte länger und die Investitionen höher. Doch: Noch nie waren die Anforderungen an Entspannung im Wellnesshotel vielseitiger. Entspannung ist der wichtigste Aspekt im Wellness-Bereich, allerdings erholen sich die Menschen ganz unterschiedlich. Außerdem nimmt Digital Detox eine entscheidende Rolle im Spa-Bereich ein, Wellnessurlaub und Familie sind kein Widerspruch mehr, und für hohe Qualität wird auch mehr Geld in die Hand genommen.

Jeder entspannt auf seine Weise

Entspannung ist ein Muss. In einer schnellen und lauten Welt ist es den Wellness-Gästen enorm wichtig, während ihres Wellnessurlaubs abschalten zu können. Knapp 80 Prozent gaben Entspannung als wichtigsten Bestandteil ihres Aufenthalts an. „Wir sehen allerdings, dass es sich um eine Art „Entspannung 2.0“ handelt. Hierbei geht es um mehr, als die beliebten Klassiker wie Massage, Sauna und Beauty. Neben dem „Rundum-sorglos-Paket“ finden sich viele individuelle Bedürfnisse in den Antworten der befragten Gäste“, sagt Roland Fricke, Geschäftsführer von beauty24.

Männer entspannen anders als Frauen, junge Menschen anders als die älteren Generationen. So kann mehr als jeder dritte Mann sehr gut durch Bewegung und Sport runterkommen, über die Hälfte aller befragten Frauen greifen gerne zum Buch. Die junge Zielgruppe bis 29 kann ebenfalls durch Sport entspannen, legt aber besonders gesteigerten Wert auf guten Schlaf, um optimal ausspannen zu können. Die älteren Generationen hingegen lesen und bevorzugen Ausflüge in die Natur. Die Ergebnisse zeigen: Die Bedürfnisse der Wellness-Gäste sind verschieden, was eine Herausforderung für die Wellness-Hoteliers darstellt.

Digital Detox muss sein

Digital Detox gehört zu der dringend gewünschten Entspannung nahezu selbstverständlich dazu. So gaben gut 80 Prozent der Befragten an, keinerlei Mobile Devices beim Entspannen benutzen zu wollen. Damit wird ganz nebenbei ein zentrales Problem der modernen Wellnesshotellerie gelöst und zwar die Frage: „Wie gehe ich mit mobilen Geräten in meinem Spa-Bereich um?“.

Viele Hoteliers sehen es, ebenso wie ihre Gäste, ungern wenn Smartphone und Co. in den Spa-Bereich mitgenommen werden. Nicht zuletzt wegen der Kamerafunktion. Allerdings zeigen die Wellness-Trends 2020, dass sich Jung und Alt ebenso wie männliche und weibliche Gäste sogar eine Auszeit vom Digitalen wünschen, um entspannen zu können. Somit müssen im Idealfall hierfür gar keine Spa-Regeln aufgestellt werden – im Gegenteil: Es regelt sich von selbst.

Umweltbewegung macht sich bemerkbar

Der gesellschaftliche Trend zu einem achtsamen und umweltbewussten Lebensstil lässt sich auch in den Wellness-Trends 2020 ablesen. Naturerlebnisse erfreuen sich großer Beliebtheit, egal ob zur Entspannung oder auch, um aktiv zu sein. Der Aufenthalt in der freien Natur ist von Wellness-Gästen erwünscht. Das öffnet auch den Hoteliers Chancen, vielseitige Angebote im Freien zu kreieren und den Gästen anzubieten.

Außerdem achten Gäste auch immer mehr auf den ökologischen Aspekt bei der Ernährung. So gaben 80 Prozent an, auf das Siegel „regional & fair“ auch beim Wellnessaufenthalt explizit zu achten. Rund 50 Prozent ist die Bio-Zertifizierung wichtig und über 40 Prozent achten auf Fairtrade-Produkte. Wellness findet nicht mehr nur im Spa statt. So denken über 65 Prozent der

Befragten, dass Ernährung den Wellness-Lebensstil direkt unterstützt. Besonders fällt das Interesse an Gastronomie im Wellnesshotel bei der Zielgruppe bis 29 ins Auge. Mehr als jeder Dritte dieser Zielgruppe wünscht sich Angebote von Kochkursen und Ernährungsberatungen im Hotel. Sie wollen wissen, was sie essen, wo es herkommt, was ihnen guttut und wie sie es auch selbst zu Hause nach dem Urlaub zubereiten und genießen können.

Wellness mit der Familie liegt im Trend

Was Jahrzehnte lang kaum vorstellbar war, ist 2020 selbstverständlich geworden: Wellnessurlaub mit der Familie. Hoteliers gaben an, dass 2019 Familien einen Anteil von 17,3 Prozent am gesamten Gästeaufkommen ausmachten. Alleinreisende machen dagegen nur noch 15,7 Prozent aus und lagen somit 2019 erstmalig hinter den Familien.

„Diese Entwicklung beinhaltet ganz neue Herausforderungen, aber ebenso auch große Chancen für die Hoteliers. Angebote wie eine ausgiebige Kinderbetreuung müssen den Spagat zwischen Familienspaß und gleichzeitig Ruhephasen für Anwendungen oder zum Entspannen schaffen. Wenn das Hotel dies gut löst, gewinnt es mit Familien treue und zahlungskräftige Gäste“, so Michael Altewischer, Geschäftsführer der Wellness-Hotels & Resorts.

Qualität darf kosten

In den vergangenen Jahren hatte die Wellness-Branche, vor allem im Bereich der Zusatzleistungen, mit geringer Zahlungsbereitschaft zu kämpfen. Die Wellness Trends 2020 zeigen jedoch eine hohe Bereitschaft seitens der Gäste, auch in Zusatzleistungen zu investieren – wenn das Angebot stimmt. So gaben weit über die Hälfte der Befragten an beispielsweise für betreute Aktivitäten im Freien, sei es eine geführte Wanderung oder das Leihen eines E-Bikes, zu zahlen.

Generell gaben die Wellness-Gäste eine vergleichbar hohe Zahlungsbereitschaft an. Für ein Beispiel-Wochenende würden die meisten Befragte pro Person 200 bis 299 EUR zahlen. Warum? – Weil sie sich Wellness mit Wirkung versprechen. Stimmt also das Angebot und der Gast merkt, dass ihm geholfen wird, dass Lösungen für seine Probleme auch langfristig entwickelt werden, dann darf diese Qualität kosten.

Von Ende Dezember 2019 bis Anfang Februar 2020 führten beauty24 und Wellness-Hotels & Resorts eine Gästeumfrage mit mehr als 3000 wellnessaffinen Gästen und eine Expertenbefragung unter 139 Wellnesshoteliers durch. red/beh

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