Lockdown-Maßnahmen: Debatte um Corona-Lockeru...
Lockdown-Maßnahmen

Debatte um Corona-Lockerungen nimmt Fahrt auf

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Lockdown-Maßnahmen: Welche Strategie ist die richtige?
Lockdown-Maßnahmen: Welche Strategie ist die richtige?

Wie kann die dritte Welle vermieden werden? Das RKI legt einen komplexen Stufenplan vor, gleichzeitig positionieren sich mehrere Bundesländer mit eigenen Konzepten. Verbände drängen mit Kundgebungen auf Lockerungen der Maßnahmen.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet heute deutschlandweit 11.869 neue Corona-Positiv-Tests. Das sind 1662 Fälle mehr als am Donnerstag vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt leicht auf 61,7 von zuletzt 59,3. Knapp eine Woche vor der nächsten Bund-Länder-Konferenz, von der sich die gastgebende Branche klare Öffnungsperspektiven erwartet, hat das RKI einen eigenen Stufenplan vorgestellt. Darin geht es um Szenarien zu vorsichtigen Lockerungen oder auch Verschärfungen. Sprecher der Bundesregierung bezeichneten es "als wichtigen Hinweis".

In Kürze auf den Punkt gebracht: Das Gastgewerbe würde frühestens ab einem Inzidenzwert von unter 35 Lockerungen erwarten können. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. Über den Inzidenzwert hinaus sollen weitere Faktoren wie die Auslastung der Intensivbetten und die Möglichkeit der Kontaktverfolgung berücksichtigt werden. Der Dehogab Bundesverband geht daher davon aus, dass damit die "von einzelnen Seiten geäußerte Idee, verschiedene Schritte an verschiedene Inzidenzen wie beispielsweise 35, 25 und 10 zu koppeln", damit vom Tisch sein könnte.

Bisher hatte die Bundesregierung bei einem dauerhaften Wert von unter 35 weitere Lockdown-Öffnungen in Aussicht gestellt. Allerdings positionieren sich immer mehr Länder mit eigenen Entscheidungen: Bayern öffnet Baumärkte (ab 1. März), Sachsen-Anhalt ebenfalls - dazu Gärtnereien - aber auch Fahr- und Flugschulen. Mecklenburg-Vorpommern will Osterurlaub für Gäste aus dem eigenen Bundesland und Hessen die Bewirtung in der Außengastronomie ab 1. April möglich machen.

Fast sechs Monate sind Restaurants und Hotels in Deutschland nun seit Pandemiebeginn geschlossen. Die Branche vrzeichnete 2020 einen nie dagewesenen Umsatzeinbruch. Bezogen auf die Corona-Monate März bis Dezember brach der Umsatz um real 45,5 Prozent ein. Daher machen die wichtigsten Branchenverbände in den nächsten Tagen mit verschiedenen Aktionen auf ihre verzweifelte Lage aufmerksam. Einziger Lichtblick in letzter Zeit: Die nochmalige Anpassung der Überbrückungshilfe III. Dazu hat die Bundesregierung nochmals ihren F&Q-Bereich aktualisiert.

Der Streit über Einschränkungen an innereurpäischen Grenzen wird heute in einer Videokonferenz der EU-Staats- und Regierungschefs debattiert. Deutschland verlängert indes seine Grenzkontrollen zu Tschechien und Tirol.

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