Debatte um Beherbergungsverbot: Dehoga: Beher...
Debatte um Beherbergungsverbot

Dehoga: Beherbergungsverbote müssen vom Tisch

DEHOGA Bundesverband
Guido Zöllick, Präsident Dehoga Bundesverband
Guido Zöllick, Präsident Dehoga Bundesverband

Vor dem Treffen der Länderchefs und Kanzlerin Angela Merkel im Bundeskanzleramt fordert Guido Zöllick, Präsident des Dehoga Bundesverbands, mehr Verhältnismäßigkeit in der Pandemiebekämpfung.

BERLIN. Deutsche Gastgeber wollen die Beherbergungsverbote loswerden. Vor dem Treffen der Länderchefs und Kanzlerin Angela Merkel im Bundeskanzleramt zu den aktuellen Corona-Maßnahmen fordert Guido Zöllick, Präsident des Dehoga Bundesverbandes, eine Aufhebung zumindest die Aussetzung der Beherbergungsverbote in den Bundesländern: "Die Beherbergungsverbote sind als Mittel zur Pandemiebekämpfung weder geeignet noch erforderlich und angemessen. Sie entsprechen nicht dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Sie stiften Verwirrung, führen zu Verunsicherung bei Gästen wie Gastgebern und bedeuten zusätzliche Belastungen für unsere stark gebeutelte Branche." Erste Klagen sind bereits eingereicht.

"Hotelaufenthalte sind sicher. Seit März ist kein relevantes Infektionsgeschehen in der deutschen Beherbergungsbranche bekannt geworden", so Zöllick. Die Hotels verfügen über umfangreiche und strenge Hygiene- und Schutzkonzepte. Reisen innerhalb Deutschlands seien daher keine Pandemietreiber.

Mit den Reisebeschränkungen verbunden sind zudem eine Vielzahl praktischer und rechtlicher Probleme. "Immer mehr große Städte in Deutschland müssen in den Krisenmodus schalten. Damit betreffen die teilweise seit Juli geltenden Regelungen nun immer mehr Menschen. Hinzukommen die Kurzfristigkeit der konkreten Maßnahmen und fehlende Testkapazitäten, um mit negativen Corona-Tests von den Beherbergungsverboten ausgenommen zu werden", so Zöllick weiter. Die Folgen seien Frust bei den Gästen, die ihren Urlaub nicht antreten können, eine Stornierungswelle in den Hotels. Neubuchungen gehen dramatisch zurück. Die Frage, wer für den Schaden aufkommt, sei unklar. 

"Nicht nachvollziehbare, unbegründete Verbote sind nicht nur inakzeptabel, sondern auch kontraproduktiv, denn sie erhöhen nicht die Akzeptanz für notwendige Schutzmaßnahmen", fasst der Dehoga-Präsident zusammen. Der Verband appelliert dringend an die politischen Entscheidungsträger, die Beherbergungsverbote heute aufzuheben zumindest auszusetzen. red/lef

Scharfe Kritik an Beherbergungsverbot für Gäste aus Risikogebieten vom 12. Oct 2020



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