Dehoga: Hartges: "Es braucht neuerliche Hilfe...
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Hartges: "Es braucht neuerliche Hilfen"

IMAGO / Jürgen Heinrich
Kämpft für die Branche: Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin Dehoga Bundesverband
Kämpft für die Branche: Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin Dehoga Bundesverband

Angesichts der beschlossenen, bundesweiten Einschränkungen und 2G-Regeln für Gastronomie, Clubs und Diskotheken hat sich der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga für eine Fortführung des erhöhten Kurzarbeitergeldes ausgesprochen.

"Wenn zum 1. Januar viele Beschäftigte kein aufgestocktes Kurzarbeitergeld mehr erhalten, sondern nur noch 60 Prozent, droht der Verlust von weiteren 100.000 Beschäftigten", sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges der Deutschen Presse-Agentur. Auch die vollständige Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge für die Unternehmen müsse fortgesetzt werden.

"Die Lage in unserer Branche ist wirklich von Tag zu Tag dramatischer", sagte Hartges. Für die nun besonders von neuen Einschränkungen betroffenen Clubs und Diskotheken brauche es neuerliche Hilfen. "Es muss jetzt sichergestellt werden, dass alle von Schließungen und massiven Beschränkungen betroffenen Betriebe ausreichende Hilfen zum Überleben erhalten. Die Branche darf jetzt nicht im Stich gelassen werden."

Bund und Länder hatten sich angesichts Zehntausender täglicher Neuinfektionen auf neue Corona-Regeln verständigt. So gilt für die Gastronomie nun bundesweit die sogenannte 2G-Regel, wonach Gäste geimpft oder genesen sein müssen. Clubs und Diskotheken müssen zudem ab einem Inzidenzwert von 350 schließen. Die Zahl gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner sich innerhalb von sieben Tagen nachweislich mit dem Virus infiziert haben.

NGG mit Forderung

Bereits im Vorfeld der Bund-Länder-Konferenz am Donnerstag brachte NGG-Vorsitzender Guido Zeitler auch die Aufstockung des Kurzarbeitergeldes nach dem 1. Januar 2022 auf 80 oder 87 Prozent in Erinnerung: "Beschäftigte in Gastronomie, Hotellerie, Clubs und Diskotheken brauchen heute genau dieses Signal, wenn jetzt ausnahmslos 2G, 2G Plus oder Innenraumschließungen kommen."

Die finanzielle Situation vieler Beschäftigter sei in durch Corona besonders betroffenen Branchen dramatisch und würde unverhältnismäßig verschärft, sollte dann auch noch die Aufstockung entfallen. "Existenzängste und Frustration greifen noch viel stärker als bisher um sich bis hin zu weiterer ungebremster Abwanderung aus dem Gastgewerbe", warnte Zeitler. "Allein die Arbeitgeber mit finanziellen Hilfen im Blick zu haben, reicht nicht und hat mit Respekt vor der Leistung, der Geduld und der Not der Beschäftigten nichts zu tun."

Die Gewerkschaft NGG vertritt die Interessen der Beschäftigten in der Lebensmittelindustrie, im Bäcker- und Fleischerhandwerk sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe. Die Lebensmittelindustrie ist mit mehr als 600.000 Beschäftigten der viertgrößte Industriezweig in Deutschland. Im Gastgewerbe arbeiten knapp zwei Millionen Menschen.

 

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