Kampf gegen Sternefälscher: DEHOGA nennt Zahl...
Kampf gegen Sternefälscher

DEHOGA nennt Zahlen zu Verstößen

AHGZ
Keien Chance den Fälschern: Der DEHOGA will nur noch echte Zertifzierungen dulden
Keien Chance den Fälschern: Der DEHOGA will nur noch echte Zertifzierungen dulden

Mithilfe des Bonner Datendienstleisters B2B Smart Data werden seit Herbst vergangenen Jahres alle rund 21.000 Homepages deutscher Hotels regelmäßig auf unberechtigte Sternewerbung gescreent.

BERLIN. Der Schock war groß nach der ZDF-Reportage im vergangenen Sommer. Damals stellten sich bei einer Stichprobe unter 1000 vermeintlichen klassifizierten deutschen Hotels ein Viertel als Fälscher heraus. Dabei ist es hierzulande verboten, als Hotel mit Sternen zu werben, die nicht offiziell von der Deutschen Hotelklassifzierung vergeben worden oder schon abgelaufen sind. Auf das massive Ausmaß von Fälschern hat die DEHOGA Deutsche Hotelklassifizierung inzwischen reagiert. „Um die Interessen klassifizierter Betriebe zu wahren und unsere Markenrechte zu schützen, haben wir ein umfangreiches Maßnahmenpaket aufgelegt, das nun erste Erfolge zeigt“, zieht Markus Luthe als Geschäftsführer der Hotelklassifizierung GmbH, eine Zwischenbilanz.

Mit Hilfe des Bonner Datendienstleisters B2B Smart Data wurden im Herbst letzten Jahres und werden zukünftig alle rund 21.000 Homepages deutscher Hotels regelmäßig und automatisiert für die Deutsche Hotelklassifizierung auf unberechtigte Sternewerbung hin im Text, in Meta-Tags oder auf Bildern gescreent. Im Rahmen der zuvor stattgefunden Eigenrecherche und der ersten bundesweiten Vollerhebung wurden so insgesamt 1228 Fälle ermittelt, in denen auf hoteleigenen Internetseiten illegitim mit Sternen geworben wurde, was einer Quote von 6,0 Prozent entspricht.

Alle 1228 auffälligen Hotels wurden von der regional zuständigen Klassifizierungsgesellschaft schriftlich aufgefordert, sich entweder gültig klassifizieren zu lassen oder die Werbung mit Hotelsternen einzustellen. In 28,1 Prozent der Fälle erfolgte zwischenzeitlich eine offizielle Klassifizierung. In 39,5 Prozent der Fälle entfernte das angeschriebene Hotel die kritisierte Sternewerbung. Bei 11,7 Prozent der Fälle hat der DEHOGA zunächst von einer weiteren Rechtsverfolgung abgesehen, da die Fallkonstellationen zunächst als rechtlich nicht eindeutig eingestuft wurden. Dabei handelt es sich beispielsweise um seit Jahrzehnten im Familienwappen der Hoteleigentümer verwendete Sternedarstellungen oder anderweitige Grenzfälle.

In 20,7 Prozent der Fälle ließen sich mit den Hotels letztlich nicht einvernehmlich klären, so dass diese insgesamt 254 Vorgänge der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs, kurz Wettbewerbszentrale, in Bad Homburg zur Klärung übermittelt wurden. Nach Angaben der Klassifizierungsgesellschaften seien zwischenzeitlich in 110 Fällen strafbewehrte Unterlassungserklärungen seitens des Hotels abgegeben und in 43 Fällen Klage bei den zuständigen Gerichten eingereicht worden. 78 Fälle befänden sich noch in der Bearbeitung und 23 seien eingestellt worden. red/rk

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